“Everyday Mythologies”: Zeitgenössische Fotografie im “salon angelika”

Der “salon angelika” zeigt fotografische Stillleben der Künstlerin Susanna Hofer.
Schwarzenberg Mit der Ausstellungsreihe “salon angelika” öffnet das Angelika-Kauffmann-Museum in Schwarzenberg wieder seine Türen für Gegenwartskunst. Ziel der Reihe ist es, die Vielfalt sowie die Qualität zeitgenössischer Kunst sichtbar zu machen. In diesem Jahr steht die Fotografin Susanna Hofer mit ihrer Ausstellung Everyday Mythologies im Mittelpunkt.

Zur Vernissage begrüßte Museumsleiterin Marina Stiehle zahlreiche Besucherinnen und Besucher und eröffnete die Ausstellung. Neben einleitenden Worten zum Museum wurden auch Dankesworte an alle Unterstützer gerichtet. Im Anschluss übergab sie das Wort an Kurator Thomas Hirtenfelder, der im Gespräch mit Susanna Hofer ihre künstlerische Praxis und die Entstehung ihrer fotografischen Arbeiten näher beleuchtete.

Im Zentrum ihrer Fotografie steht ein traditionsreiches Genre der Kunstgeschichte, das Stillleben. Sie interpretiert diese Form jedoch auf zeitgenössische Weise. In ihren Arbeiten entstehen arrangierte Bildwelten, in denen Alltagsgegenstände, Fundstücke aus der Natur und museale Objekte zu sorgfältig komponierten fotografischen Tableaus zusammenfinden.

Dabei knüpfen ihre Werke an die Tradition barocker Stillleben an, in denen Dinge symbolische Bedeutungen tragen und Fragen nach Schönheit und Vergänglichkeit verhandelt werden. Sie sammelt Vergessenes, Kurioses oder scheinbar Nebensächliches und bringt diese Objekte in klar komponierten Arrangements zusammen. Das Ergebnis sind Fotografien, die zugleich vertraut wirken und doch irritieren.

Für ihre Arbeit in Schwarzenberg hat sich die Künstlerin intensiv mit den Kuriositäten aus den Sammlungen des Museums auseinandergesetzt. Diese “Fundstücke” verbindet sie mit mythologischen Motiven der Malerin Angelika Kauffmann sowie mit persönlichen Assoziationen.

Die Ausstellung im Angelika-Kauffmann-Museum lädt dazu ein, genauer hinzusehen, auf die Dinge, die uns im Alltag umgeben, und auf die Geschichten, die in ihnen verborgen liegen. In der stillen Konzentration der Bilder von Susanna Hofer öffnet sich ein Raum voller Bedeutungen.

Die Ausstellungsreihe “salon angelika” versteht sich dabei auch als historische Referenz. Das Konzept des Salons knüpft an das Leben und Werk von Angelika Kauffmann an, der Namensgeberin des Museums und einer der bekanntesten Salonnieren des 18. Jahrhunderts. Das Museum selbst ist in einem rund 450 Jahre alten, denkmalgeschützten Bregenzerwälderhaus untergebracht. Es gilt als einzigartiger Ausstellungsort in der Region und zählt noch immer zu den wenigen Museen weltweit, die einer Frau gewidmet sind.

Zur Künstlerin
Susanna Hofer wurde 1985 in Voitsberg geboren und lebt und arbeitet in Wien sowie in Pack (Steiermark). Sie studierte Literaturwissenschaft sowie Angewandte Fotografie und zeitbasierte Medien und Kunst und kommunikative Praxis an der Universität für angewandte Kunst in Wien.




