Permakulturfrühstück: Ideen für gesunde Böden

VN / 10.03.2026 • 11:27 Uhr
Theresia Ostermann erklärte wie Lebendigkeit von Böden sichtbar gemacht werden kann
Theresia Ostermann erklärte, wie Lebendigkeit von Böden sichtbar gemacht werden kann.Merbod Sohm

Mitbring-Frühstück, Musik, Vorträge und Film oder “ökologischer Bildungsfrühschoppen”?

Alberschwende Bereits zum dritten Mal luden Monika de Sousa sowie Theresia Ostermann und Egon Böhler zum Permakulturfrühstück ein – diesmal in das Dachgeschoss des Gunzhauses in Alberschwende. Zahlreiche Interessierte folgten der Einladung.

Laurin Gmeiner über die enorme Bedeutung von guten Böden
Laurin Gmeiner über die enorme Bedeutung von guten Böden.

In stimmungsvoller Atmosphäre unter dem sichtbaren Dachstuhl und zwischen Lehmverputz begrüßte Monika de Sousa die Gäste vorab zu einem gemeinsamen Frühstück vom Mitbring-Buffet. Danach standen auch Vorträge, eine Filmvorführung und offene Gespräche auf dem Programm. Im Mittelpunkt stand dabei die Idee der Permakultur, die sich – stark vereinfacht – auf drei Grundsätze stützt: Sorge für die Erde, Sorge für die Menschen und faires Teilen.

Viezebürgermeisterin Tamara Eiler, Theresia Ostermann und Monika de Sousa begrüßen die Gäste
Vizebürgermeisterin Tamara Eiler, Theresia Ostermann und Monika de Sousa begrüßen die Gäste.

Einen Schwerpunkt setzte heuer Laurin Gmeiner mit seinem Vortrag über Kompostierung. Er stellte seine Ideen sowie bereits umgesetzte Aktivitäten vor und berichtete von seinen Erfahrungen, die er unter anderem bei Josef Bereuter – derzeit mit einem Kompostprojekt in Ecuador beschäftigt – sowie in Kursen bei Urs Hildebrand gesammelt hat. Gmeiner betonte die zentrale Bedeutung von Kompost für gesunde Böden: Er verbessere Struktur, Wasserhaltefähigkeit und Belüftung und sorge gleichzeitig für eine natürliche Nährstoffversorgung.

viele Interessierte lauschen Aufmerksam den Ausführungen
Viele Interessierte lauschen aufmerksam den Ausführungen.

Kompostierung für Alberschwende

Langfristig verfolgt Gmeiner die Idee, Grünabfälle aus Alberschwende gesammelt zu kompostieren und den daraus entstehenden Kompost wieder den Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung zu stellen. Gespräche mit der Gemeinde laufen bereits. Vizebürgermeisterin Tamara Eiler bestätigt: “Das Konzept wurde von der Gemeinde positiv aufgenommen. Im Zuge der Umsetzung mussten noch mehrere alte Themen abgearbeitet werden; aber wir sind auf gutem Weg.”

Theresian Ostermann (Veranstalterin) und Irene Stadelmann (Biohof Kohler Buch)
Theresia Ostermann (Veranstalterin) und Irene Stadelmann (Biohof Kohler Buch).

Im zweiten Vortrag stellte Ostermann die Methode der Chromatographie vor, mit der Bodenproben auf ihre “Lebendigkeit” untersucht werden können. Die Ergebnisse werden in kreisförmigen Bildern sichtbar gemacht, die Rückschlüsse auf Vielfalt und Aktivität der Mikroorganismen im Boden erlauben.

Theresia erklärt die Chromatographie an Hand von Beispielen
Theresia Ostermann erklärt die Chromatographie anhand von Beispielen.

Der Vormittag wurde musikalisch von der “Sowieso 4.1” untermalt, die mit einer abwechslungsreichen Mischung aus Volksmusik bis Swing für ein gemütliches Ambiente sorgte.

Zum Abschluss wurde der Dokumentarfilm “Unser Boden – unser Erbe” gezeigt. Der Film verdeutlicht, welche zentrale Rolle gesunde Böden für Ernährung, Umwelt und Klima spielen. Er begleitet Landwirte und Forscher auf der Suche nach nachhaltigen Wegen der Landwirtschaft und zeigt, wie vielfältige Fruchtfolgen oder schonende Bodenbearbeitung dazu beitragen können, die Fruchtbarkeit der Böden langfristig zu erhalten. Die Botschaft des Films ist klar: Boden ist eine lebenswichtige Ressource, die geschützt und verantwortungsvoll genutzt werden muss.

allerfeinstes Frühstück aus der Region
Allerfeinstes Frühstück aus der Region.

Was tun?

Auch nach der offiziellen Verabschiedung blieb noch Zeit für vertiefende Gespräche zwischen Veranstaltern und Gästen. Angesprochen wurden praktikable Ansätze wie “Solawi”, wo Gemüse gemeinsam mit Konsumenten produziert wird. Irene Stadelmann vom Biohof Kohler setzt das auch um. Sie fand die vorgestellten Ansätze spannend, betonte jedoch: “Man muss darauf achten, dass solche Ideen immer an die jeweiligen regionalen Gegebenheiten angepasst werden.” Den Veranstaltern war klar, dass es noch sehr viel Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung braucht – aber zumindest wurde hier ein “kleiner Samen gelegt”. Bianca Fetz, Volksschuldirektorin und Musikantin, hatte sich beim Vortragenden schon erkundigt: “Könnte ich das Ganze mit den Kindern einmal anschauen kommen?”

Laurin Eiler hat schon viel Erfahrung mit Kompostieren und möchte es im Großen umsetzen
Laurin Gmeiner hat schon viel Erfahrung mit Kompostieren und möchte es im Großen umsetzen.
es gibt viel Literatur zum Thema
Es gibt viel Literatur zum Thema.