“Conversation with a Narcissist” feierte Premiere im TiK

TiK-Kinoabend: Premiere des 15-minütigen Dramas mit Bernd Tomaselli über mehr Achtsamkeit.
Dornbirn Der Kulturverein TiK lud am Freitag zu einem besonderen Kinoabend ins TiK. Das psychologische Drama “Conversation with a Narcissist” wurde gedreht in einem abrissreifen Haus in Frastanz. Die Kamera zeigt nur eine Person mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung, deren Leben geprägt ist von einem Mangel an Empathie und Liebe. Im Zentrum der Handlung steht der innere Dialog des Protagonisten, gespielt von Bernd Tomaselli. Begleitet von einer mysteriösen Stimme, wird der Protagonist mit seinem Leben konfrontiert.

“Ich hatte so eine Idee”, eröffnete die in Brasilien geborene Initiatorin Tânia Maria Rodrigues-Peters den Premierenabend auf der Bühne, “und mit diesen drei Genies hat es geklappt.” Damit meinte sie den “beeindruckenden” Hauptdarsteller Bernd Tomaselli und die beiden 16-jährigen Schüler von “VisionWave”, Balthasar Zangerle und Elias Dünser, die “fantastische Kameraarbeit geleistet haben”.

Michaela Gort, Vizebürgermeisterin von Frastanz und ehemalige Englischlehrerin der Filmemacher, eröffnete die Begrüßung. Ihr folgte TiK-Obmann Dornbirner Stadtrat Valentin Sottopietra und Dornbirner Stadtrat mit einer Rede über das Theater im Kopfbau. Gefolgt von Balthasar Zangerle und Elias Dünser, die mit dem als Moderator fungierenden Bernd Tomaselli ihre Motivation für “VisionWave”, die Herangehensweise und Details zur Entstehung des Filmes darstellten.

Dann startete die Vorführung: Der Kurzfilm gab einen tiefen Einblick in die Denkmuster und Verhaltensweisen von narzisstischen Menschen. Anfangs charmant und freundlich, zeigt sich bald der wahre Charakter des psychologischen Dramas.

Im Anschluss an den Film bot sich die Gelegenheit zum Austausch. Der Psychologe Michael Kögler erklärte in seiner kurzen Analyse: “Es ist ein Paradebeispiel dafür, wie Narzissten gesellschaftliche Normen missbrauchen und ihre Opfer systematisch manipulieren, um ihre eigene innere Leere mit der Energie ihrer Mitmenschen zu füllen.” In der sich daran anschließenden, langen Diskussionsrunde beantwortete er zahlreiche Publikumsfragen, mahnte jedoch: “Man darf keine Ferndiagnosen stellen”.

Hauptdarsteller Bernd Tomaselli verriet auf eine Frage aus dem Publikum, wie er sich in die Rolle hineinversetzen konnte, dass besonders seine Frau unter seiner intensiven Rollenvorbereitung zu leiden hatte und er viel Zeit dafür aufbrachte, den Text punktgenau auswendig zu lernen. Die Rolle habe er glücklicherweise “mit der Rasur des speziellen Bartes” abgelegt.



Für die Regisseurin ist der Film mehr als nur Kunst: “Kunst in meinem Leben ist mein Lebenselixier. Mein Ziel ist es, Frauen zu informieren und Opfern Mut zu sprechen, es zu erkennen und zu handeln.”
Ob es eine Fortsetzung geben wird, wollte das Publikum abschließend von der Regisseurin wissen. “Teil zwei und drei sind nicht nur schon in meinem Kopf, sondern ich habe schon das komplette Drehbuch geschrieben”, verriet Tânia Maria Rodrigues-Peters. Der zweite Teil heißt ‚Die Überlebende eines Narzissten‘ und wird sich stark mit Resilienz auseinandersetzen.” Konkrete Zeitpläne gebe es zwar noch nicht, doch Darsteller und Kamerateam stünden bereits fest.
Mit ihrem Erstlingswerk wollte Tânia Maria Rodrigues-Peters “ein wichtiges Thema packend ins Licht rücken” und zur Sensibilisierung für den Umgang mit Narzissten beitragen. Der Film war “ein Appell zu mehr Achtsamkeit im Miteinander”.







