Kampf angenommen und Spiel gewonnen

Sport / 14.03.2026 • 18:57 Uhr
Kampf angenommen und Spiel gewonnen
Mit seinem Kopfballtreffer sorgte Mohamed Ouédraogo für Jubel im Schnabelholz. gepa

Der SCR Altach startet mit einem 3:1-Heimsieg über BW Linz erfolgreich in die Abstiegsrunde.

Altach Zehn, sieben oder vier – das war die Frage vor dem Altacher Auftakt in die Abstiegsrunde. Galt es doch, sich im Kampf um den Klassenerhalt gegen Schlusslicht BW Linz Luft zu verschaffen. Und das tat die Elf von Cheftrainer Ognjen Zaric, mit viel Herz, Einsatz und auch Kaltschnäuzigkeit. Am Ende feierte man einen 3:1-Sieg und vergrößerte damit nicht nur den Abstand auf das Tabellenende auf zehn Punkte, vielmehr übernahm man auch die Führung in der Tabelle der Abstiegsrunde.

Kampf angenommen und Spiel gewonnen
Drei Treffer durften die in Weiß spielenden Alacher bejubeln. gepa

Der Trainer vertraute bei der Suche nach einem Abwehrchef der Routine von 85 Bundesligaspielen und 123 Einsätzen in der 2. Bundesliga in Deutschland. Lukas Gugganig (31) übernahm die Rolle als Chef der Innenverteidiger rund um Filip Milojevic und Lukas Jäger. Im Angriff der ganz in Weiß auftretenden Altacher kam die erwartete Umstellung, Srdjan Hrstic für Ousmane Diawara ins Zentrum zu stellen. Augenscheinlicher als Umstellungen war vielmehr die Aggressivität der Linzer, die von Beginn an viel Druck auf die SCRA-Defensive ausübten.

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BWL-Goalie Nico Mantl gegen Lukas Gugganig. gepa

Admiral Bundesliga

Abstiegsrunde

23. Spieltag

SCR Altach vs FC BW Linz 3:1 (1:0)

Altach, Stadion Schnabelholz, 3729 Zuschauer, SR Daniel Pfister (T)

Torfolge: 42. 1:0 Hrstic, 72, 2:0 Ouédraogo (Kopfball), 86. 3:0 Maranda (Eigentor), 90./+ 1 3:1 Ronivaldo

Gelbe Karten: 11. Weissman (BWL/Foulspiel), 26. Mandl (BWL/SR-Kritik), 49. Simon Seidl, 51. Bumberger (beide BWL), 61. Ouédraogo (Altach/alle Foulspiel), 82. Greil (Altach/SR-Kritik), 90./+3 Köstner (Trainer BWL)

SCR Altach (3–4-3) Stojanovic – Milojevic, Lukas Gugganig, Jäger – Sandro Ingolitsch (88. Benjamin), Demaku, Bähre, Ouédraogo – Massombo (83. Yalcin), Hrstic (67. Diawara), Greil (83. Oswald)

FC BW Linz (3–4-3) Mantl – Riegler, Moormann, Maranda – Dahlqvist (80. Reiter), Briedl, Cvetko (80. Conde), Bumberger (80. Pirkl) – Simon Seidl (70. Ronivaldo), Weissman, Maier (80. Fofana)

Altach brauchte lange, um sich auf das sehr offensiv angelegte Spiel der hoch stehenden Linzer einzustellen. Fast zu lange, denn das Schlusslicht verzeichnete schon nach 80 Sekunden durch Simon Seidl den ersten Torschuss. Sein direkt auf das Tor gezogener Freistoß lenkte Dejan Stojanovic zur ersten Ecke des Spiels ab. In Minute sechs war es Shon Weissman, der nach einer Angriffsaktion über rechts zum Abschluss kam, sein Schuss allerdings über das Tor ging. Es war also Linz, das Kilometer machte, während Altach sich weiter schwertat, Aktionen zu kreieren.

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Torschütze Srdjan Hrstic. gepa

Eine erste Möglichkeit

Vor allem über die rechte Seite erzeugten die Gäste viel Druck, Ouédraogo und Jäger waren gefordert. Auch weil Altachs Mittelfeld keinen Zugriff auf die Gegenspieler bekam. Schon gegen Sturm war dies ein Schwachpunkt, als man erst spät in der ersten Halbzeit eine Antwort auf das Pressing der Grazer hatte. So auch gegen die Blau-Weißen, als es einmal mehr eine Standardsituation (Eckball) war, mit der man erstmals für Unruhe im Linzer Strafraum sorgte (23.). Es sollte die erste dicke Chance folgen, als Massombo mit einem “Chip” Sandro Ingolitsch im Strafraum bediente und dessen Abschluss vom Ex-Altacher David Bumberger über das Tor abgefälscht wurde (25.). Es folgte ein Hrstic-Abschluss (31.), doch Linz blieb weiter unangenehm. Weil sehr diszipliniert, strukturiert, kompakt und schnell in die Spitze spielend.

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SCRA-Torhüter Dejan Stojanovic gegen Nico Maier. gepa

Doch Altach bekam mehr und mehr das Spiel in den Griff. Das Ballspiel funktionierte, die Wechselpässe ebenfalls. Aus so einem Spielzug entstand schließlich der Führungstreffer. Massombo und Greil spielten sich über links frei, Letzterer öffnete das Spiel mit einem weiten Pass auf rechts, wo Sandro Ingolitsch das Leder erst hervorragend bändigte und dann auf Hrstic ideal zurücklegte. Eine Chance, die sich der Stürmer nicht entgehen ließ und aus sieben Metern entschlossen zur Führung (42.) abschloss. Für den 22-Jährigen war es nach einer Pause von sechs langen Monaten Saisontreffer Nummer zwei in der Liga.

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Bis zu seiner Vorarbeit zum Führungstreffer war von Spielmacher Patrick Greil nicht viel zu sehen. gepa

Mit der 1:0-Führung aus der Pause zurück, sahen sich die Altacher erneut wütenden Angriffen der Gäste ausgesetzt. Die Abwehr um Lukas Gugganig, der erstmals in dieser Saison von Beginn an ein Ligamatch bestritt und zuletzt beim Cupsieg in Kapfenberg am 28. Oktober 2025 von Beginn an spielte, war gefordert. Im Mittelpunkt auch Altach-Goalie Stojanovic, der sensationell gegen Alexander Briedl parierte, nachdem der Linzer zuvor zwei Altacher im Strafraum aussteigen hatte lassen. Auch der Nachschuss wurde eine Beute von “Deki”, der den fast sicher scheinenden Ausgleich verhinderte (56.).

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Es war der Moment, in dem die Partie der Entscheidung entgegensteuerte. Beide Mannschaften lieferten sich einen offenen Schlagabtausch. Dieser wurde seitens der Altacher mit der Einwechslung von Ousmane Diawara (67.) verstärkt. Ein Tempo-Spieler für den Torschützen, die Spannung ob des knappen Spielstands (1:0) steigerte sich minütlich.

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Trotz feuchtkalter Temperatur hatten Kuno Büsel, Luca Pointner, Mario Folie und Wolfgang Meusburger ihren Spaß auf der VN-Fanbank. VN

Und dann war es einmal mehr eine Standardsituation, die das Stadion erbeben ließ. Weil die Gäste bei einem Altacher Eckball auf Mohamed Ouédraogo vergaßen, nutzte der 23-Jährige seinen Freiraum für seinen dritten Saisontreffer. Ein Tor, wie ein Stachel ins Herz der Linzer und zugleich wie ein Befreiungsmoment für die Gastgeber. Dazu passte auch eine perfekte Faustabwehr von Stojanovic bei einem Freistoß (75.).

Und schließlich sorgte ein Eigentor der Linzer für den Endstand und das klare Statement der Altacher im Kampf um den Klassenerhalt. Daran änderte auch der späte Anschlusstreffer durch Ronivaldo (91.) nichts mehr.