Der Riesenschritt und die genutzte Chance des Geduldigen

Lukas Gugganig liefert beim 3:1-Heimsieg der Altacher, die nun an der Tabellenspitze liegen.
Altach Der viel zitierte Kollektivgedanke ist einer der wichtigsten Bausteine des aktuellen Erfolgslaufs des SCR Altach. Dazu gehören vor allem auch jene Spieler, die auf der Bank ausharren, um im richtigen Moment “bereit zu sein”. So wie Lukas Gugganig, der beim 3:1-Heimsieg über BW Linz zum Auftakt der Bundesliga-Abstiegsrunde sein Startelf-Ligadebüt in dieser Saison gab. Fast ein Jahr ist ins Land gezogen, ehe der 31-jährige Routinier bei einem Ligamatch wieder von Beginn an ran durfte. Es war im Vorjahr, ebenfalls im Rahmen der Abstiegsrunde, im Heimspiel (17. Mai) gegen Klagenfurt (0:0).
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“Man weiß nie wirklich, was auf einen zukommt, aber ich glaube, ich war ganz gut im Spiel”, sagte Gugganig, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, nach dem Spiel. Seine Einstellung ist bezeichnend für den Zusammenhalt der Mannschaft, die den so wichtigen Auftaktsieg und den Sprung an die Tabellenspitze der Abstiegsrunde minutenlang in der neuen Spieltagskabine feierte. “Wir wollen und werden niemanden unterschätzen”, ließ danach Cheftrainer Ognjen Zaric, mit sichtlichem Selbstvertrauen ausgesprochen, die Konkurrenz wissen.

Viel Lob für Gugganig
Für Gugganig war es Spiel Nummer 93 im Dress des SCR Altach. Für die Rheindörfler hingegen in der 15. Bundesligasaison das 500. Match – und noch viel wichtiger, der 140. Sieg. Ein sicherlich hart erkämpfter Erfolg gegen eine Linzer Mannschaft, die von Beginn weg sehr aggressiv agierte, hohes Pressing betrieb und nicht wie erwartet mit vielen hohen Bällen agierte. “Sie haben vieles spielerisch gelöst, deshalb haben wir anfangs kaum Zugriff bekommen”, gab Gugganig zu. Doch das SCRA-Kollektiv bröckelte in keiner Phase der Partie. Vielmehr überstand die Mannschaft die kritischen Momente und fand mit Fortdauer der ersten Hälfte immer besser ins Spiel.
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Für Gugganig war es am Ende auch eine Genugtuung, weil die letzten Wochen und Monate gar nicht so leicht für ihn waren und weil er für seine Einstellung und seine Leistung nach dem Spiel von seinem Trainer ein Extralob erhielt. “Er hat es wirklich gut gemacht”, so Zaric, der aufgrund der Sperre von Abwehrchef Benedikt Zech auf Gugganig zurückgriff. “Natürlich wünscht man sich mehr Spielzeit”, sagte der zuvor Gelobte. “Doch am Ende geht es nur darum, dass wir als Mannschaft Erfolg haben. Dafür muss sich jeder im Kader unterordnen. Das habe ich in den letzten Monaten gemacht und gleichzeitig versucht, bereit zu sein, wenn es mich braucht.”
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Ein weiterer wichtiger Faktor für den Sieg im Jubiläumsspiel, bei dem auch die neuen Spieltagskabinen sowie der Spielertunnel im Businessgebäude eingeweiht wurden, war einmal mehr Dejan Stojanovic. “Kalt, nass, schwieriger Platz. Wichtig war, dass wir das Spiel auf unsere Seite gezogen und so uns und dem Verein einen schönen Abend beschert haben”, meinte Altachs Goalie nach dem Schlusspfiff. Dass zuvor jedoch viel Arbeit zu erledigen war, speziell auch von ihm, verneinte er nicht. Zumal auch die Statistik ihn als Torhüter mit fünf gegen zwei Paraden seines Gegenübers sowie einer Abwehrquote von 83,3 Prozent (gegenüber 40 %) klar im Vorteil sah. “Ja, es waren ein paar Aktionen, wo ich der Mannschaft helfen konnte. Aber ich finde auch, dass es Guggi (Anm. d. Red.: Gugganig) super gemacht hat, gerade nach einer so langen Zeit.”

Klare Vorstellungen
“So lange es rechnerisch möglich ist, haben wir den Blick nach hinten gerichtet”, lässt sich Zaric nicht vom eingeschlagenen Weg, den Klassenerhalt so frühzeitig wie möglich zu fixieren, abbringen. Auch Stojanovic dämpft vorerst noch jegliche Euphorie: “Es sind noch neun Spiele. Jetzt heißt es dranbleiben, nicht nachlassen. Dann ist auf jeden Fall einiges mehr drinnen als in den letzten Saisonen.” Und für Gugganig steht fest: “Wenn wir so fokussiert bleiben wie aktuell im Frühjahr, dann wird nichts mehr passieren. Wenn wir es auf die leichte Schulter nehmen, kann es schnell wieder eng werden.”
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Letztendlich zeugt es auch von dem neu gewonnenen Selbstverständnis im Klub und in der Mannschaft, wenn Zaric mit Blickrichtung Klassenerhalt meint: “Das lassen wir uns nicht mehr nehmen.” Hatte er im Vorfeld der Partie von einem “möglichen Schritt, der riesig” wäre, gesprochen, so hat sein Team diesen “Riesenschritt” schon einmal vollzogen. Zumal Altach mit dem Sieg gegen die Blau-Weißen aus Linz in der Heimtabelle (gesamt) den LASK wieder von der Spitze verdrängt hat.