Klare Kante: Dornbirn bleibt bewusst Amateurverein

VN / 15.03.2026 • 06:15 Uhr
FC Dornbirn Obmann spricht vor dem Start Klartext.
FC Dornbirn-Obmann spricht vor dem Start Klartext.Thomas Knobel

FC Dornbirn-Obmann Gerhard Ölz spricht über die Gegenwart und Zukunft des Klubs.

Dornbirn Der FC Dornbirn startete in die Frühjahrssaison 2025/2026 und die sportliche und wirtschaftliche Richtung ist klar definiert. Obmann Gerhard Ölz formuliert sie ohne Umschweife. “Profifußball ist in Dornbirn kein Thema”, sagt er deutlich. Damit setzt der Traditionsverein ein bewusstes Zeichen. Keine Ambitionen in Richtung Lizenzfußball, keine finanziellen Abenteuer, kein Abweichen von der eigenen Identität. Die Regionalliga ist die sportliche Heimat – und dort lautet der Anspruch, das beste Amateurteam Vorarlbergs zu sein und zu bleiben.

Für Ölz ist diese Haltung kein Zeichen von Zurückhaltung, sondern Ausdruck von Verantwortung. Der Verein müsse regional stark und planbar bleiben. Man kenne die eigenen Möglichkeiten und wolle sich innerhalb dieser Grenzen weiterentwickeln. Wer dauerhaft bestehen wolle, dürfe die gewachsenen Strukturen nicht überfordern. Schritt für Schritt wachsen, aber mit Maß und Übersicht – das ist die Leitlinie.

Haben das Sagen in Dornbirn: Gerhard Ölz und Robert Brzaj.
Haben das Sagen in Dornbirn: Gerhard Ölz und Robert Brzaj.

Ein zentrales Standbein des FC Dornbirn ist die Nachwuchsarbeit. Mit 33 Trainern im Nachwuchsbereich und rund 350 Nachwuchsspielern stellt der Klub eine der größten Nachwuchsabteilungen im Land. Dieser Bereich ist ein klarer Schwerpunkt – gleichrangig neben der ersten Kampfmannschaft. Von den jüngsten Altersklassen bis zu den älteren Jahrgängen wird systematisch gearbeitet. Ziel ist es, Talente auszubilden, zu begleiten und ihnen innerhalb des Vereins eine Perspektive zu bieten.

Ölz betont, dass sportliche Leistung und organisatorische Struktur untrennbar zusammengehören. Junge Spieler müssten behutsam aufgebaut und in eine funktionierende Mannschaft integriert werden. Leistung dürfe nicht isoliert gesehen werden. Wenn man sie steigere, müsse auch das Umfeld stabil bleiben. Deshalb setzt der Verein auf klare Abläufe, feste Verantwortlichkeiten und Kontinuität in der Arbeit.

Dass dieser Gedanke im Klub gelebt wird, zeigte sich auch im Winter. Die Spieler der ersten Kampfmannschaft renovierten ihre Kabinen in Eigenregie. Für Ölz ist das mehr als eine praktische Maßnahme. Es sei ein Zeichen von Identifikation und Zusammenhalt. Jeder bringe sich ein, jeder übernehme Verantwortung – nicht nur am Spielfeld, sondern auch darüber hinaus. Das Clubheim wird saniert, und auch der Pavillon ist längst in die Jahre gekommen und muss in Sachen Infrastruktur Verbesserungen erleben.

Sportlich will der FC Dornbirn in der Regionalliga West in der Gegenwart und Zukunft konkurrenzfähig auftreten. Die Mannschaft soll sich geschlossen präsentieren, die eigene Linie vertreten und sich kontinuierlich weiterentwickeln.

Mit dem Start ins Frühjahr ist die Botschaft eindeutig. Kein Profifußball, keine riskanten Schritte, keine Abkehr vom eingeschlagenen Weg. Der FC Dornbirn setzt auf Nachwuchs, Struktur und Gemeinschaft – und auf das klare Bekenntnis, ein starker Amateurverein zu bleiben. Genau darin sieht Gerhard Ölz die Zukunft des Vereins. Für Vorarlberg mit Verantwortung und Perspektive lautet das neue FC Dornbirn-Motto.VN-TK