20 Jahre Kapellmeister Simon Gmeiner – ein imposantes Jubiläumskonzert

Mit einem festlichen Konzert feierte Alberschwende 20 Jahre Kapellmeister Simon Gmeiner.
Alberschwende Am Samstag lud der Musikverein Alberschwende zum Konzert unter dem Motto “Respicere”. Die Moderatorinnen Karina Rusch (Altsaxophon) und Selina Fink (Querflöte) übersetzten “Respicere” für alle Nicht-Lateiner mit “Rückblick” – gemeint war vor allem das 20-jährige Kapellmeisterjubiläum von Simon Gmeiner (Kässalzer’s Simon).
Zur feierlichen Eröffnung erklangen die Blechbläser mit der “Wiener Philharmoniker Fanfare” von Richard Strauss. Anschließend präsentierte der Musikverein mit “Perspektiven” von Tobias Psaier das Pflichtstück der Stufe C für die diesjährigen Landeswertungsspiele. Die Auftragskomposition zum 100-jährigen Bestehen des Vorarlberger Blasmusikverbandes nimmt das Publikum mit auf eine musikalische Reise durchs Ländle. Kapellmeister Gmeiner beim Proben: “Ma söll si vorstella, ma stoht uf am hoha Berg und schout abe is üsar schö’s Vorarlberg.”

Seekranke Musikanten
Beim Werk “Song of the Sea Maidens” von Boysen Jr. gingen die Meinungen während der Proben zunächst auseinander. Der Kapellmeister musste an die Offenheit seiner Musikantinnen und Musikanten appellieren. Das Stück schildert klangmalerisch und oft klanglich “schräg”, wie Seeleute in einen Sturm geraten und gefährlich nahe an Klippen getrieben werden – bis der Gesang von Meerjungfrauen sie warnt.

Gmeiner begann seine Kapellmeisterlaufbahn beim Musikverein Sibratsgfäll, als er am Konservatorium Trompete studierte und bei den Rubachtalern spielte. Später übernahm er auch den Dirigentenstab beim Musikverein Alberschwende. Inzwischen ist er Bezirkskapellmeister und wurde vom Landesverband für seine 20-jährige Kapellmeistertätigkeit ausgezeichnet. Nach seiner Motivation gefragt, sagt er: “Mir geht es darum, den Menschen das Wesen der Musik näherzubringen – und Momente der Freude bei Musizierenden und Publikum zu schaffen.”

Vor der Pause erklang mit “Lord Tullamore” von Carl Wittrock ein Werk, das in etlichen Passagen durch die gezielte Kombination einzelner Instrumentenklänge stark an einen irischen Dudelsack (uilleann pipe) erinnerte.

Vom kleinen Trompeter zum Bezirkskapellmeister
Nach der Pause vereinigten sich der Musikverein Alberschwende und die Musikkapelle Sibratsgfäll zu einem riesigen Klangkörper. Mit dem Marsch “Olandese” erinnerte man sich an eine Anekdote aus Gmeiners Jugend: Bei seinem ersten Konzert als Trompeter wollte ihm dieses Stück trotz eifrigen Übens nicht gelingen – nun durften sich die heutigen Trompeter daran versuchen.

Mit “Disney Fantasy” folgte ein Medley bekannter Melodien aus Disney-Filmen, fein nuanciert präsentiert. Den offiziellen Abschluss bildete der klassische “Florentiner Marsch”, bevor das begeisterte Publikum zum gemütlichen “Hock” in den HG-Saal eingeladen wurde, wo der Musikverein Müselbach für die Bewirtung sorgte.

Eigenwillige Musikanten bei der Zugabe
Für die Zugabe hatten sich die Musiker eine humorvolle Einlage einfallen lassen: Bei “Marsch-Konfetti” schien es, als würde eine Unzahl von bekannten Märschen von Solisten gegen Noten und Dirigent angespielt. Dabei wurde vielen Zuhörern bewusst, wie viele Ohrwürmer – von “Aida” bis zum “Deutschmeister-Regimentsmarsch” – im Repertoire der Blasmusik stecken.

Es bleibt zu hoffen und zu wünschen, dass der Musikverein Alberschwende spätestens beim Landeswertungsspiel dem Dirigat ihres Kapellmeisters wieder so gut folgt wie bei den anderen aufgeführten Musikstücken. MSO





