Große Gefühle und mörderische Spannung in Höchst

Im Alten Pfarrheim in Höchst waren “Love & Crime” bei einer gemeinsamen Lesung angesagt.
Höchst Zur gemeinsamen Lesung ins Alte Pfarrheim nach Höchst luden die vier Vorarlberger Autorinnen Julia Krieger, Lotte R. Wöss, Stefanie Graf und Yvonne Schiffer ein. Dem Publikum bot das Quartett eine spannende Mischung aus “Love & Crime”, wie auch das Motto des Abends hieß.

Mit ihrem “Tod im Lehrerzimmer” sorgte Stefanie Graf gleich zu Beginn für schaurige Stimmung bei den Besucherinnen und Besuchern. Statt sich gemütlich auf einer Kur zu erholen, muss ihr Chefinspektor Spiegel nicht nur den grausamen Tod einer Lehrerin, sondern auch ein zweites Verbrechen aufklären und dabei von St. Gallenkirch bis nach Eichenberg ermitteln. Nur gut, dass danach Yvonne Schiffer die romantische Seite hervorhob. In ihrem Roman “Mond am Nachthimmel” geht es – wie sollte es anders sein – um große Gefühle. Auf einer Veranstaltung trifft ihre Protagonistin Nathalie nach zwanzig Jahren ihre Jugendliebe Dejan wieder, der einst ihr Herz gebrochen hatte. Ob es für die beiden ein Liebes-Comeback gibt? Das hat die Autorin bei der Lesung natürlich nicht verraten.

Blaulicht am Eingang
Schon beim Eingang ins Alte Pfarrheim stach der Stand von Lotte R. Wöss besonders ins Auge. Ein Polizeiabsperrband und sogar ein Blaulicht machten deutlich, dass es am Tatort ordentlich zur Sache geht. Und tatsächlich taucht die Krimiautorin in ihrem Buch “Kaltblütige Abrechnung” in die tiefsten Abgründe der Seele ein. Die Leiche eines angesehenen Arztes, die mit abgetrennten Armen in einem Untersuchungsstuhl liegt, lässt Chefinspektor Toni Wakolbinger und seine junge Assistentin Cindy Panzenböck Fürchterliches erahnen. Das ungleiche Ermittlerduo macht sich auf die Suche nach einem Mörder, der offenbar keine Grenzen kennt.

“Es ist meine dunkle Seite, die ich heute präsentiere”, verkündete die Rankweilerin, die bereits 30 Bücher veröffentlicht hat, mit einem Lächeln auf der Bühne. Sie schreibt aber auch Romantisches, so wie Julia Krieger, die die gemeinsame Lesung in Höchst organisiert hatte. “Es war das zweite Mal, dass wir alle vier uns für eine Lesung versammeln”, ließ die Wahl-Höchsterin das Publikum wissen, um dann gleich hinzuzufügen: “… und ich bin sicher die Nervöseste von uns Vieren.”

Bei ihrer “Geliebte Venus”, wie ihr zweites Buch heißt, war sie jedoch voll in ihrem Element. Die gelernte Bürokauffrau und Yogalehrerin zauberte ein literarisches Universum der großen, zerbrechlichen Gefühle in den Saal. Schließlich bringt der international renommierte Pianist Mathieu die angekratzte Seelenwelt ihrer Protagonistin Annabelle, die ein Luxusleben führt, völlig durcheinander. Die Story entwickelt sich in einem ständigen Hin und Her zwischen Trennung und Wiedersehen. Mehr wurde freilich nicht verraten. Nur so viel: “Es gibt auch erotische Szenen in dem Buch. Die Geschichte funktioniert aber auch ohne diese Szenen. Das weiß ich von meiner Mutter, die sie immer überblättert”, verriet sie dem Publikum ein kleines Geheimnis. CRO




