Pensionswelle bei Kinderärzten in Vorarlberg: Erste Nachfolger fix

Zahlreiche Pensionierungen stehen an und gleichzeitig stellt sich die Frage, ob es im Bezirk Dornbirn ausreichend Kassenstellen gibt.
Dornbirn In Vorarlberg gibt es laut der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) zehn Kassenstellen für Kinder- und Jugendheilkunde, bei denen die Ärzte über 60 Jahre alt sind und bald in Pension gehen werden. Also für circa die Hälfte der gesamten Kinderarztkassenstellen im Land werden in den nächsten Monaten oder Jahren Nachfolger benötigt. Zumindest zwei davon sind aktuell gesichert.
Eine Stelle offen
Insgesamt gibt es 21 Kassenstellen für Kinder- und Jugendheilkunde in Vorarlberg. Eine davon kam im Rahmen der 100 neu geplanten Kassenarztstellen im Jahr 2023 in Dornbirn hinzu. Weil dort die Kassenstelle niemand übernehmen wollte und Lustenau dringend eine neue Stelle benötigte, wurde sie verlegt, berichtet Bernhard Obmann, Bundesfachgruppenobmann für Kinder- und Jugendheilkunde und selbst Kinderarzt in Bludenz. Doch auch die Stelle in Lustenau ist bis jetzt noch offen.
„Das ist nicht unüblich und in allen Bundesländern der Fall“, sagt Jochum. „Dass nur eine unbesetzt ist, zeigt, dass die Nachbesetzungen in Vorarlberg im Bereich der Kinder- und Jugendheilkunde noch recht gut funktionieren.“

Mangel oder nicht?
Wolfgang Hilbe (76), früher Kinderarzt in Dornbirn, hat seine Praxis heuer geschlossen. 38 Jahre war er Kassenarzt, ehe er mit 70 den Vertrag abgeben musste und anschließend noch fünf Jahre als Wahlarzt tätig war. Er verhandelt aktuell mit einer Dornbirner Kinderärztin, die sich vorstellen könnte, ab Mai 2027 seine voll ausgestattete Praxis zu übernehmen. „Dann ist die Frage, ob die freie Kinderkassenstelle nach Dornbirn zurückkommt oder in Lustenau bleibt. Man würde sie an beiden Standorten benötigen“, meint er. Schlussendlich muss das von der ÖGK und der Ärztekammer beschlossen werden.

Hilbe denkt beim Bedarf in Dornbirn auch an die Pläne zur Verlegung der Geburtshilfe- und Kinderabteilung vom Stadtspital Dornbirn nach Bregenz. „Wie sich das auswirken wird, können wir noch nicht abschätzen“, meint Jochum. Sicher sei: „Alle kassenärztlichen Kinderarztpraxen in der Stadt Dornbirn und auch im Bezirk Dornbirn berichten mir, dass sie zwar alle gut beschäftigt sind, aber immer noch neue Patienten annehmen.“
Platz für neue Patienten hat zum Beispiel das Kinderärztezentrum (KÄZ) in Dornbirn. Die insgesamt drei Kassenstellen für Kinder- und Jugendheilkunde der Stadt sind in dieser Primärversorgungseinheit (PVE) gebündelt. „Das reicht meiner Meinung nach“, sagt Kinder- und Jugendfacharzt Harald Geiger (67). „Vor allem in Hinsicht auf die sinkende Geburtenrate. In Lustenau wird die Stelle mehr gebraucht.“


Gesicherte Nachfolge
Für die zwölf Kassenärzte für Kinder- und Jugendheilkunde, die bald in Pension gehen werden, gibt es zumindest bei zweien eine gesicherte Nachfolge: einmal in Rankweil bei Roland Gantner und auch in Dornbirn im KÄZ, wo Harald Geiger im April in den Ruhestand treten wird. Bernhard Jochum ist 62 und wird in seiner Ordination in Bludenz noch einige Jahre arbeiten.