Pollenallergien nehmen zu: So schützen Sie sich

Eine Pollenwelle steht bevor – was Sie beachten und unbedingt vermeiden sollten.
Darum geht’s:
- Reduzierung von Pollenkontakt ist schwer möglich.
- Behandlungsmöglichkeiten: rezeptfreie Produkte, Allergen-Immuntherapie.
- Alltagstipps bei Pollenallergie.
Feldkirch/Schwarzach „Die Wahrscheinlichkeit, eine Allergie zu bekommen, steigt“, sagt Michaela Ranta, HNO-Oberärztin und Bereichsleiterin der Allergieambulanz im Landeskrankenhaus Feldkirch. Während die erste Phase mit Hasel und Erle als Frühblüher weitgehend abgeklungen ist, setzt nun die Blüte der Birke ein, die neben Gräsern und Hasel zu den Hauptallergenen gehört. „In den nächsten Wochen erwarten wir einen Anstieg an Kunden, die wegen Allergiesymptomen kommen“, meint Markovic Svetislav, Pharmazeut in der Heilquell-Apotheke in Schwarzach. „Viele wissen allerdings gar nicht genau, worauf sie allergisch sind, da sie es nie testen ließen.“

Ursachen
Warum Menschen Allergien entwickeln, hat mehrere Ursachen: etwa genetische Veranlagung oder ein zu „steriles“, also keimarmes Aufwachsen. Dass immer mehr Menschen eine Allergie entwickeln, wird unter anderem mit dem urbanen Lebensstil, also mehr Verkehr und weniger Natur erklärt. Ein weiterer Punkt ist der Klimawandel, schildert Allergie-Expertin Ranta (58): „Durch kürzere Kältezeiten gibt es weniger pollenfreie Phasen, was zu einer höheren Allergenbelastung führt.“

Was tun?
„Den Kontakt mit dem Allergenauslöser zu reduzieren, ist bei Pollen nur schwer möglich“, sagt Ranta. Falls man in pollenstarken Zeiten also mit Beschwerden wie Niesen, laufender und verstopfter Nase sowie juckenden und tränenden Augen kämpft, kann man sich zuerst mit rezeptfreien Produkten aus der Apotheke helfen. „Zum Beispiel durch Antihistamintabletten oder ein antiallergisches Nasenspray“, sagt Pharmazeut Markovic (36).

Ein häufiger Fehler, vor dem Ranta warnt: einen Nasenspray wie „Nasivin“, der nur für kurze Zeit gedacht ist, dauerhaft anwenden. „Wir haben immer mal wieder Patienten, die das gemacht und dabei ihre Schleimhaut geschädigt haben.“

Falls die allergischen Symptome nicht mit diesen Arzneimitteln händelbar sind, kann man sich vom Hausarzt besser wirksame Medikamente verschreiben lassen. Aber schlussendlich zählen all diese Varianten nur zur Symptombehandlung.
Um die Ursachen zu bekämpfen, bräuchte es eine Allergen-Immuntherapie (AIT) über einen Lungen- oder HNO-Facharzt. „Dass die Allergie dann ganz weggeht, ist unwahrscheinlich, aber sie kann die Symptome stark mildern“, erklärt Ranta. Außerdem kann sie das Risiko verringern, dass sich aus einer ausgeprägten Pollenallergie ein allergisches Asthma entwickelt.

Die Abklärung beim Facharzt umfasst eine Anamnese, eine Blutuntersuchung und einen Hauttest (Pricktest). Bei Letzterem werden Allergenlösungen auf den Unterarm getropft. Tritt nach rund 20 Minuten eine Hautreaktion auf, spricht das für eine Sensibilisierung. Danach stehen zwei Formen der AIT zur Auswahl: eine Spritze alle 14 Tage oder die tägliche Einnahme einer Tablette. „Damit die Therapie wirksam ist, sollte man sie aber über drei Jahre hinweg machen“, sagt Ranta. „Die Kosten der AIT werden von der Krankenkasse übernommen und die Erfolgschancen liegen bei circa 70 Prozent.“


Im Alltag
In pollenreichen Zeiten ist es ratsam, nach dem Aufenthalt im Freien zu duschen – insbesondere auch die Haare zu waschen – und die Kleidung zu wechseln, um Pollen nicht auch noch in den geschützten vier Wänden mit sich herumzutragen. Auch eine Nasenspülung kann sinnvoll sein. Gelüftet werden sollte idealerweise frühmorgens oder abends, da die Pollenbelastung zu diesen Zeiten niedriger ist. Bei starkem Pollenflug sollte auch intensive körperliche Belastung vermieden werden. „Aber Allergiker merken meistens ohnehin, was ihnen guttut und was nicht“, ergänzt Ranta.