Ein Punkt, “mit dem Altach leben kann”

Sport / 22.03.2026 • 12:51 Uhr
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Viel Defensivarbeit: Im Altacher Strafraum brannte es. GEPA

Vor der Pause ist man beim WAC unterlegen. “Das Glück war auf unserer Seite”, sagte Bähre.

Wolfsberg WAC-Trainer Ismail Atalan ging nach dem Spiel gegen Altach am Feld in die Hocke und schnaufte durch, der Regen prasselte auf ihn nieder. Er war ohnehin angezählt, wie es für ihn weitergehe, wisse er nicht. WAC-Präsident Dietmar Riegler vermied bei “Sky” ein Bekenntnis zum Trainer. Wenn man so spiele wie heute, hätte man keine Probleme, meinte Atalan. Gegen Altach gab es nur ein Problem: Die Möglichkeiten wurden nicht genutzt. “Altach war bis auf das Tor chancenlos”, haderte er. Das 1:1 war ein Ergebnis, das nur die Gäste gerne mitnahmen.

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“Wir spielen im unteren Playoff, da ist jeder Punkt wichtig”, meinte Mike Bähre. Man habe nicht das beste Spiel gezeigt, gerade auswärts müsse man absolut zufrieden mit dem Remis sein. “Altach kann auswärts mit einem Punkt in Wolfsberg leben”, bestätigte Trainer Ognjen Zaric und verwies auf den doppelt so hohen Marktwert der Wolfsberger und deren starke Vorsaison. Als “sehr, sehr glücklich” bezeichnete der nach Sperre zurückgekehrte Abwehrchef Benedikt Zech den Punkt. “Wir waren von Anfang an nicht auf dem Platz, haben viele kleine Fehler gemacht.”

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Aus dem Nichts: Patrick Greil brachte Altach in Führung. GEPA

Das probierte der WAC für sich zu nutzen, in der 15. Minute traf Jessic Ngankam die Latte, in der 22. Minute kassierte der VAR die vermeintliche Führung durch Donis Avdijaj wegen einer zentimeterknappen Abseitsstellung ein. “Ich habe das Gefühl, wir waren nicht ready. Wir haben zu lange gebraucht, um uns gegen den Ball zu sortieren”, meinte Bähre. “Wir haben es ein bisschen verschlafen, uns dann reingekämpft, ein bisschen aus dem Nichts das Tor gemacht.” Bei der Führung war Bähre federführend, konterte über die linke Seite, bediente Sandro Ingolitsch, dessen Chipball von Patrick Greil am langen Eck verwertet wurde (38.). “Das war wahrscheinlich das erste Mal, dass wir überhaupt im Sechzehner waren”, meinte Zech nach Schlusspfiff. “Aber solche Situationen hätten sie uns öfter angeboten. Dann heißt es, nicht so schlampig fertigzuspielen. Das war das Hauptproblem.” Der WAC hingegen fand Chance um Chance vor, scheiterte meist an sich selbst oder Torhüter Dejan Stojanovic. Nur nicht in der Nachspielzeit der ersten Hälfte – da machte WAC-Kapitän Nicolas Wimmer per Kopf nach einer Ecke das 1:1.

WAC war giftiger

“Wir wussten, dass sie in der Scheiße stecken. In den letzten Wochen hat der WAC sicher unterperformt. Heute haben sie Feuer reingebracht, sich in jeder Situation gepusht”, sagte Bähre über den Gegner, der schon sieben Spiele sieglos war. “Wir haben sie leider nicht noch mehr unter Druck setzen können.” Zech fand, dass der WAC mehr Energie auf den Platz gebracht habe – spielerisch aber schon einiges angeboten hätte. Man habe sich aber nicht befreien können. “Dadurch haben wir uns selber ein bisschen in die Scheiße geritten, sie groß gemacht.” Trainer Zaric meinte: “Heute hat der WAC ein besseres Gesicht als zuletzt gezeigt. Aber Duellführung, erste und zweite Bälle waren vor der Pause nicht so, wie wir uns das vorstellen.”

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Jubeltraube: Die Führung kam überraschend, sie hielt nicht bis zur Pause. GEPA

In Hälfte zwei brachte er Moritz Oswald für Ouedraogo-Ersatz Erkin Yalcin, um die anfällige linke Abwehrseite zu stabilisieren. In der zweiten Hälfte habe man es besser gemacht, befand Bähre. “Wir waren griffiger, haben das Spiel offener gestalten können – obwohl sie Chancen gehabt haben”, sagte Zech. Dejan Zukic traf etwa das Lattenkreuz in Minute 56, er und der eingewechselte Erik Kojzek hatten weitere Topchancen. “Das Glück war heute auf unserer Seite”, gab Bähre zu. Meinte aber: “Nach hinten raus kann es anders laufen, da setzt du vielleicht noch den Lucky Punch.” Gemeint war damit Joker Ousmane Diawara, der in der Nachspielzeit um Zentimeter das lange Eck verfehlte. “Ich glaube, das Unentschieden ist gerecht, auch wenn der WAC mehr Chancen hatte”, lautete Bähres Fazit.

Ein Punkt, "mit dem Altach leben kann"

Auch Zaric war mit dem 1:1 nicht unzufrieden, wenngleich man fußballerisch mehr könne. Er sprach von Ansprüchen, die extrem gestiegen seien. “Wir haben mittlerweile das Selbstverständnis, dass wir nach Wolfsberg fahren und gewinnen wollen.” Von neun Spielen im Frühjahr habe man nur eines verloren, in der gesamten Vorsaison gab es nur fünf Siege. “Das darf man alles nicht vergessen. Natürlich kann ich mit dem Punkt heute leben.” Er tat sich damit leichter als Ismail Atalan.