Feuerwehren rüsten digital massiv auf

Bezirk Bregenz zog bei der Dienstbesprechung in Andelsbuch Bilanz über das Einsatzjahr 2025.
Andelsbuch Nach einem turbulenten Jahr 2024 mit außergewöhnlichen Einsätzen – Stichwort Ostösterreich – konnten die 54 Orts- und Betriebsfeuerwehren des Bezirks Bregenz bei der Dienstbesprechung in Andelsbuch auf ein weit ruhigeres Berichtsjahr 2025 zurückblicken. Zwar blieb die Gesamtzahl der Brandereignisse fast konstant (2024: 757 Brandeinsätze, 2025: 735), die Zahl technischer Einsätze ging jedoch von 1471 auf 1062 um mehr als ein Viertel zurück, wie Bezirksfeuerwehrinspektor Reinhard Karg in seinem Bericht ausführte.

Ausbildung ausgeweitet
Dass unter dem Strich die Gesamtzahl der von den 2700 aktiven Feuerwehrfrauen und -männern sowie den mehr als 400 Jugendlichen in der Feuerwehrjugend freiwillig geleisteten Stunden nur unwesentlich reduziert wurde (von 128.000 auf knapp 122.000), lag vor allem daran, dass der Zeitaufwand für Aus- und Weiterbildung sowie für Verwaltungstätigkeiten ausgeweitet wurde. Geschuldet ist dies vor allem der Umstellung auf den Digitalfunk und den dafür erforderlichen Schulungen.

Hinter den Kulissen
Was an organisatorischem Aufwand für ein rasches und effektives Eingreifen der Einsatzkräfte erforderlich ist, legten Martina Schönherr als Vorständin der Abteilung Ia und Philipp Bachmann, Kommandant der Rettungsabteilung Bregenz in ihren Berichten dar. Schönherr berichtete über Aktuelles und das Tagesgeschäft in der Landeswarnzentrale, Bachmann machte Vorschläge zur Verbesserung bei der Planung von gemeinsamen Übungen von Feuerwehr und Rettung. Schönherr machte deutlich, wie die Vernetzung der Landeswarnzentrale mit der Feuerwehr den Einsatzerfolg positiv beeinflussen kann.

Kein Einsparungspotenzial
Bezirkshauptmann Gernot Längle konnte Bezirksfeuerwehrinspektor Reinhard Karg zu dessen Wiederbestellung gratulieren. Der Lauteracher wird ab 1. April für weitere fünf Jahre in dieser Funktion tätig sein.

Zur allgemeinen Einsparungsdiskussion fand Längle klare Worte: Bei ehrenamtlich tätigen freiwilligen Feuerwehrleuten, deren unbezahlbarer Einsatz null Euro koste, könne man nichts einsparen.

Einsparungen bei Fahrzeugen, Geräten usw. wären ein fatales Signal, denn wenn Feuerwehrler immer wieder eigene Risiken eingehen, um Hab und Gut und oft sogar Leib und Leben zu schützen und zu retten, dann müssen sie darauf bauen können, dass sie für diese Einsätze bestmöglich ausgestattet und ausgebildet sind.

BFI Reinhard Karg brachte es auf den Punkt: Wenn sich viele Brände nicht zu Großschadensereignissen ausweiten, dann liege das auch daran, “dass wir schnell sind, um Schlimmeres verhindern zu können”. Um die Wehren im Ernstfall noch schlagkräftiger zu machen, wurde in Bezau ein Stützpunkt zur Waldbrandbekämpfung installiert und in Schoppernau wird eine zweite Drehleiter stationiert.

Erfreuliches gab es von der Jugend zu berichten, Bezirksreferent Christian Dietrich erläuterte, dass 209 Betreuerinnen und Betreuer mit 406 Jugendlichen in 36 Gruppen insgesamt mehr als 44.000 Stunden Jugendarbeit absolvierten, um Nachwuchs für den Aktivstand vorzubereiten. Thomas Bilger, der mehr als zehn Jahre in der Jugendbetreuung tätig war, wurde dafür mit dem Verdienstabzeichen Stufe 3 des Bundesfeuerwehrverbandes ausgezeichnet.
Zwei Großveranstaltungen
Im laufenden Jahr wird der Bezirk Bregenz im Mittelpunkt der Feuerwehr-Großveranstaltungen stehen: Bezau richtet vom 3. – 5. Juli das Landesfeuerwehrfest mit den Leistungsbewerben aus. Gleichzeitig wird der Waldbrandstützpunkt feierlich eröffnet. Zwei Wochen später lädt Lingenau vom 17. bis 19. Juli zum Bezirksfeuerwehrfest mit Nassleistungsbewerb ein. STP

