Feuerwehren rüsten digital massiv auf

VN / 24.03.2026 • 15:54 Uhr
Hohe Auszeichnung für Thomas Bilger, dem Landesfeuerwehrinspektor Herbert Österle (re.) und Bezirksfeuerwehrinspektor Reinhard Karg das ÖBFV-Verdienstabzeichen verleihen durften. PETER STRAUSS   
Hohe Auszeichnung für Thomas Bilger, dem Landesfeuerwehrinspektor Herbert Österle (re.) und Bezirksfeuerwehrinspektor Reinhard Karg das ÖBFV-Verdienstabzeichen verleihen durften. peter strauss

Bezirk Bregenz zog bei der Dienstbesprechung in Andelsbuch Bilanz über das Einsatzjahr 2025.

Andelsbuch Nach einem turbulenten Jahr 2024 mit außergewöhnlichen Einsätzen – Stichwort Ostösterreich – konnten die 54 Orts- und Betriebsfeuerwehren des Bezirks Bregenz bei der Dienstbesprechung in Andelsbuch auf ein weit ruhigeres Berichtsjahr 2025 zurückblicken. Zwar blieb die Gesamtzahl der Brandereignisse fast konstant (2024: 757 Brandeinsätze, 2025: 735), die Zahl technischer Einsätze ging jedoch von 1471 auf 1062 um mehr als ein Viertel zurück, wie Bezirksfeuerwehrinspektor Reinhard Karg in seinem Bericht ausführte.

Bezirkshauptmann Gernot Längle gratulierte Bezirksfeuerwehrinspektor Reinhard Karg, der für weitere fünf Jahre in dieser Funktion tätig sein wird.
Bezirkshauptmann Gernot Längle gratulierte Bezirksfeuerwehrinspektor Reinhard Karg, der für weitere fünf Jahre in dieser Funktion tätig sein wird.

Ausbildung ausgeweitet

Dass unter dem Strich die Gesamtzahl der von den 2700 aktiven Feuerwehrfrauen und -männern sowie den mehr als 400 Jugendlichen in der Feuerwehrjugend freiwillig geleisteten Stunden nur unwesentlich reduziert wurde (von 128.000 auf knapp 122.000), lag vor allem daran, dass der Zeitaufwand für Aus- und Weiterbildung sowie für Verwaltungstätigkeiten ausgeweitet wurde. Geschuldet ist dies vor allem der Umstellung auf den Digitalfunk und den dafür erforderlichen Schulungen.

Bezirkshauptmann Gernot Längle: „Bei Freiwilligen, die ehrenamtlich tätig sind und dafür null Euro bekommen, kann man nichts einsparen.“
Bezirkshauptmann Gernot Längle: “Bei Freiwilligen, die ehrenamtlich tätig sind und dafür null Euro bekommen, kann man nichts einsparen.”

Hinter den Kulissen

Was an organisatorischem Aufwand für ein rasches und effektives Eingreifen der Einsatzkräfte erforderlich ist, legten Martina Schönherr als Vorständin der Abteilung Ia und Philipp Bachmann, Kommandant der Rettungsabteilung Bregenz in ihren Berichten dar. Schönherr berichtete über Aktuelles und das Tagesgeschäft in der Landeswarnzentrale, Bachmann machte Vorschläge zur Verbesserung bei der Planung von gemeinsamen Übungen von Feuerwehr und Rettung. Schönherr machte deutlich, wie die Vernetzung der Landeswarnzentrale mit der Feuerwehr den Einsatzerfolg positiv beeinflussen kann.

Landesfeuerwehrinspektor Herbert Österle war voll des Lobes über die Leistungen der „Bregenzer“ Feuerwehrleute.
Landesfeuerwehrinspektor Herbert Österle war voll des Lobes über die Leistungen der “Bregenzer” Feuerwehrleute.

Kein Einsparungspotenzial

Bezirkshauptmann Gernot Längle konnte Bezirksfeuerwehrinspektor Reinhard Karg zu dessen Wiederbestellung gratulieren. Der Lauteracher wird ab 1. April für weitere fünf Jahre in dieser Funktion tätig sein.

Hausherr Bürgermeister Bernhard Kleber hatte zur schwungvollen Begrüßung der Delegierten die Andelsbucher Musik mitgebracht.   
Hausherr Bürgermeister Bernhard Kleber hatte zur schwungvollen Begrüßung der Delegierten die Andelsbucher Musik mitgebracht.

Zur allgemeinen Einsparungsdiskussion fand Längle klare Worte: Bei ehrenamtlich tätigen freiwilligen Feuerwehrleuten, deren unbezahlbarer Einsatz null Euro koste, könne man nichts einsparen.

BFI Reinhard Karg: „Dass es wenig Großbrände gibt, liegt auch daran, dass wir schnell sind und deshalb Schlimmeres verhindern.“
BFI Reinhard Karg: “Dass es wenig Großbrände gibt, liegt auch daran, dass wir schnell sind und deshalb Schlimmeres verhindern.”

Einsparungen bei Fahrzeugen, Geräten usw. wären ein fatales Signal, denn wenn Feuerwehrler immer wieder eigene Risiken eingehen, um Hab und Gut und oft sogar Leib und Leben zu schützen und zu retten, dann müssen sie darauf bauen können, dass sie für diese Einsätze bestmöglich ausgestattet und ausgebildet sind.

Bezirksjugendreferent Christian Dietrich erläuterte die intensive Arbeit mit dem Feuerwehrnachwuchs.   
Bezirksjugendreferent Christian Dietrich erläuterte die intensive Arbeit mit dem Feuerwehrnachwuchs.

BFI Reinhard Karg brachte es auf den Punkt: Wenn sich viele Brände nicht zu Großschadensereignissen ausweiten, dann liege das auch daran, “dass wir schnell sind, um Schlimmeres verhindern zu können”. Um die Wehren im Ernstfall noch schlagkräftiger zu machen, wurde in Bezau ein Stützpunkt zur Waldbrandbekämpfung installiert und in Schoppernau wird eine zweite Drehleiter stationiert.

Gallus Beer konnte davon berichten, dass sich die Wehren des Bezirks Bregenz im vergangenen Jahr auch bei Wettkämpfen sehr erfolgreich waren.
Gallus Beer konnte davon berichten, dass die Wehren des Bezirks Bregenz im vergangenen Jahr auch bei Wettkämpfen sehr erfolgreich waren.

Erfreuliches gab es von der Jugend zu berichten, Bezirksreferent Christian Dietrich erläuterte, dass 209 Betreuerinnen und Betreuer mit 406 Jugendlichen in 36 Gruppen insgesamt mehr als 44.000 Stunden Jugendarbeit absolvierten, um Nachwuchs für den Aktivstand vorzubereiten. Thomas Bilger, der mehr als zehn Jahre in der Jugendbetreuung tätig war, wurde dafür mit dem Verdienstabzeichen Stufe 3 des Bundesfeuerwehrverbandes ausgezeichnet.

Zwei Großveranstaltungen

Im laufenden Jahr wird der Bezirk Bregenz im Mittelpunkt der Feuerwehr-Großveranstaltungen stehen: Bezau richtet vom 3. – 5. Juli das Landesfeuerwehrfest mit den Leistungsbewerben aus. Gleichzeitig wird der Waldbrandstützpunkt feierlich eröffnet. Zwei Wochen später lädt Lingenau vom 17. bis 19. Juli zum Bezirksfeuerwehrfest mit Nassleistungsbewerb ein. STP 

Philipp Bachmann, Kommandant der Rettungsabteilung Bregenz, legte sein Konzept für eine verbesserte Zusammenarbeit von Feuerwehren und Rotem Kreuz bei gemeinsamen Übungen dar.
Philipp Bachmann, Kommandant der Rettungsabteilung Bregenz, legte sein Konzept für eine verbesserte Zusammenarbeit von Feuerwehren und Rotem Kreuz bei gemeinsamen Übungen dar.
Was hinter den Kulissen in der Landeswarnzentrale geleistet wird, legte Abtrilungsvorständin Martina Schönherr dar.   
Was hinter den Kulissen in der Landeswarnzentrale geleistet wird, legte Abteilungsvorständin Martina Schönherr dar.