Immopreise bewegen sich seitwärts

Vorarlberg: Häuser sind 2025 geringfügig teurer, Wohnungen etwas günstiger geworden.
SCHWARZACH. Die schlechte Nachricht: Eigentum zu erwerben ist noch immer viel teurer als Anfang der 2010er Jahre. Laut einem Index, den die Statistik Austria betreibt, ist der Kaufpreis für bestehende sowie neue Häuser und Wohnungen in Vorarlberg 2025 alles in allem mehr als doppelt so hoch gewesen als damals. Die Zunahme beträgt rund 118 Prozent. Das geht weit über die Teuerung hinaus, die durch den Verbraucherpreisindex zum Ausdruck gebracht wird (53,5 Prozent). Branchenangaben zufolge belief sich der durchschnittliche Häuserpreis zuletzt auf knapp 700.000, der durchschnittliche Wohnungspreis auf rund 350.000 Euro.
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Jetzt aber zur guten Nachricht: Die Kaufpreise haben sich laut Statistik Austria auf hohem Niveau stabilisiert. Während sie österreichweit um zweieinhalb Prozent gestiegen sind im vergangenen Jahr, ist es in Vorarlberg zu einer Seitwärtsbewegung gekommen. Bei Häusern haben sie um lediglich 0,7 Prozent zugenommen, bei Wohnungen sind sie sogar um 0,1 Prozent gesunken. Unterm Strich sind damit beide auf einem etwas niedrigeren Niveau geblieben als im Spitzenjahr 2022.
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Bis dahin sind sie lange Zeit nach oben gegangen, wie Philipp Feurstein, Geschäftsführer von „Remax Immowest“, bestätigt. Mit Corona seien sie dann sogar explodiert: „Das Zinsniveau und die Inflation waren niedrig, es ist sehr viel in Immobilien investiert worden.“ Dann sei vieles zusammengekommen, was diese Entwicklung beeinträchtigt habe: Nicht nur Zinsen und Inflation seien gestiegen, es seien auch verschärfte Kreditvergaberichtlinien in Kraft getreten. 2025 seien wieder deutlich mehr Häuser und Wohnungen ver- bzw. gekauft worden im Land. Feurstein berichtet von einem Plus von einem Viertel.

Grundsätzlich bleibe man zuversichtlich. Auch wenn der Krieg im Nahen Osten und das, was damit einhergehen könnte, „schon ein bisschen Unsicherheit schürt“, wie Feurstein berichtet: Es ist offen, wohin es mit Zinsen, Inflation und Energiekosten geht. Österreichweit seien noch keine Folgen spürbar: „Aber in Vorarlberg sieht man es, da sind die (Immobilien-)Transaktionen leicht rückläufig.“
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Genau hier ortet Martina Hirsch von Sparkassen-Real aber auch Potenzial für eine gegenläufige Entwicklung: „Wir rechnen auch aufgrund des Irankonfliktes derzeit kurzfristig mit Investitionen ins eigene Zuhause. Erste Reisetrends zeigen, dass es möglicherweise wieder eine Tendenz gibt, in diesem Jahr in Österreich Urlaub zu machen und das eigene Zuhause zu schaffen, die Ausgaben also in den Wohntraum zu investieren. Somit könnte es gerade bei Wohnimmobilien zu höherer Nachfrage, schnellerer Verwertungsgeschwindigkeit und damit zu Preisanstiegen bei gebrauchten Wohnungen und Einfamilienhäusern kommen.“ Ebensolche sieht sie bereits seit der zweiten Jahreshälfte 2025 laufen.

Wolfgang Müller, Vorarlberg-Chef der Wohnbaufirma „Swietelsky“, ist vorsichtig: Auf die Boomjahre mit steigenden Preisen bis einschließlich 2022 sei eine „Korrekturphase“ gefolgt. Es seien daher auch weniger neue Projekte entwickelt worden. In den vergangenen Monaten habe eine leichte „Aufwärtsphase“ begonnen: „Die Nachfrage nach Immobilien ist bei uns zwar erfreulicherweise gestiegen, diese Steigerung ist aber eher sehr moderat.“

Müller berichtet von Vorsicht auf allen Seiten: Interessierte Käufer würden sich „derzeit besonders genau“ informieren bei Projekten. Und Projektentwickler würden sich „noch wesentlich genauer“ als vor ein paar Jahren anschauen, was sie wo in Angriff nehmen. Was aber auch damit zu tun habe, dass die Preise in Vorarlberg stark schwanken nach Region, wie Müller betont: „Allein Baugrund ist in Ballungszentren mehr als doppelt so teuer als in ländlichen Regionen.“