„Jede Orgel hat ihre Persönlichkeit“

Der junge Orgelspieler Gergö Molnár aus Laterns wurde bei Prima la Musica Landessieger.
Laterns Ein besonderer Moment, den er so schnell nicht vergisst: Als Gergö Molnár (12) erfuhr, dass er beim Landeswettbewerb Prima la Musica den ersten Preis gewonnen hat und Landessieger wurde, war die Freude riesig. „Ich bin aufgesprungen und war kurz vor dem Aufschreien. Es war unglaublich“, erzählt der junge Orgelspieler aus Laterns.
Frühe Liebe
Schon früh hat ihn die Orgel fasziniert. „Ich war noch im Kindergarten, als ich mit meiner Oma oft an Kirchen vorbeigegangen bin. Wenn ich Orgelmusik gehört habe, wollte ich immer hinein“, erinnert er sich. Ein Nachbar, selbst Organist, nahm ihn schließlich mit und ließ ihn die Orgel ausprobieren. „Da war ich sechs Jahre alt – und ich wusste sofort, dass ich das machen möchte.“

Heute ist die Begeisterung ungebrochen. Besonders liebt Gergö die Vielfalt des Instruments: „Es fühlt sich an, als würde man ein ganzes Orchester alleine spielen.“ Auch die Technik hinter der Orgel fasziniert ihn. Register wie „Regenmaschine“, „Kuckuck“ oder „Nachtigall“ wecken seine Neugier – er will verstehen, wie alles funktioniert. Kein Wunder, dass er sich auch für den Beruf des Orgelbauers interessiert.
Für den Wettbewerb hat er ein vielseitiges Programm vorbereitet, mit Werken aus verschiedenen Epochen. Nervosität kannte er dabei kaum: „Ich habe mich einfach darauf gefreut, nach dem vielen Üben endlich spielen zu dürfen.“
Auch abseits des Wettbewerbs ist seine musikalische Neugier groß. Besonders angetan hat es ihm die Barockmusik, gleichzeitig begeistert ihn auch Filmmusik. „Ich möchte die Indiana-Jones-Melodie lernen“, verrät Gergö Molnár. Auch Opernarien wie „Nessun Dorma“ stehen auf seiner Wunschliste.
Große Vorfreude
Unterstützt wird er seit Jahren von seiner Lehrerin Julia Rüf: „Wir verstehen uns sehr gut.“ Seine Begeisterung bringt er auch regelmäßig in der Kirche in Laterns ein. „Ich liebe den Klang der Orgel und es ist schön, die Menschen beim Singen zu begleiten“, erzählt er. „Es ist für mich auch ein Geschenk an die Leute – und an Jesus.“

Als Landessieger darf Gergö nun beim Bundeswettbewerb antreten. Besonders reizt ihn dabei, neue Instrumente kennenzulernen: „Jede Orgel hat ihre eigene Persönlichkeit.“ Der Ausgang ist für ihn dabei zweitrangig: „Mir ist nicht wichtig zu gewinnen – ich freue mich einfach, dabei zu sein.“
Neben der Musik begeistert sich Gergö für alte Dinge und Handwerkskunst. Er repariert mechanische Uhren, ist gerne in der Natur unterwegs und liebt Tiere. Sein Lebensmotto: „Das Zauberhafte ist, wenn man sich gegenseitig ganz, ganz fest liebt.“