Perfekter Einstand für Paul Wanner

Sport / 27.03.2026 • 20:20 Uhr
Perfekter Einstand für Paul Wanner
Stefan Posch als Gratulant für die beiden Debütanten Carney Chukwuemeka und Paul Wanner (r.). gepa

Zwei Torvorlagen des Eindhoven-Legionärs bei Österreichs 5:1-Sieg über Ghana.

Wien Gekommen, um zu bleiben. Paul Wanner hat einen perfekten Einstand im österreichischen Nationalteam gefeiert. Als Torvorbereiter, als umsichtiger Spieler vor der Abwehr und als Mann für Standards – Wanner hat schnell seinen Platz gefunden. In einer Mannschaft, die dank des 5:1-Sieges über Ghana zu Hause schon zwölf Spiele ungeschlagen ist. Die letzte Heimniederlage kassierte Österreich am 13. Oktober 2023 gegen Belgien (2:3).

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Perfekter Einstand für Paul Wanner. gepa

Zur Pause, beim Stand von 1:0, war es aus Vorarlberger Sicht so weit: 3422 Tage nach dem letzten Länderspiel von Ramazan Özcan im Tor der österreichischen Nationalmannschaft feierte mit Paul Wanner ein Akteur sein Länderspieldebüt, der im Ländle geboren wurde. So viel wurde über den 20-Jährigen, dessen Mutter aus Vorarlberg stammt, geschrieben, nun also spielte er erstmals für das ÖFB-Team. Und das vier Jahre nach seinem Debüt in der deutschen Bundesliga. Denn mit seinen damals 16 Jahren und 15 Tagen ist er noch immer der jüngste Bundesligaspieler des FC Bayern. Mit nunmehr 20 Jahren und 94 Tagen durfte er erstmals für Österreich ran.

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Fußball

ÖFB-Länderspiel

Österreich vs Ghana 5:1 (1:0)

Wien, Ernst-Happel-Stadion, 40.200 Zuschauer, SR Al-Hoish (RSA)

Torfolge: 13. 1:0 Sabitzer (Handelfmeter), 51. 2:0 Gregoritsch, 59. 3:0 Posch, 77. 3:1 Ayew, 79. 4:1 Chukwuemeka, 90./+2 5:1 Seiwald

Gelbe Karten: Posch bzw. Partey, Sibo

Österreich (4-2-3-1) Alexander Schlager (46. Wiegele) – Posch (81. Affengruber), Danso (46. Lienhart), Friedl (62. Svoboda), Mwene (46. Prass) – Seiwald, Grillitsch (46. Wanner) – Schmid (46. Wimmer), Baumgartner (62. Chukwuemeka), Sabitzer (81. Kalajdzic) – Gregoritsch (62. Arnautovic)

Ghana (3–4-3) Ati-Zigi – Yirenkyi (69. Senaya), Adjetey (69. Pfeiffer), Djiku – Fatawu (69. Königsdörffer), Sibo (69. I. Sulemana), Ayew (86. Baah), Partey (86. Owusu), Köhn (69. Mensah) – Semenyo (86. K. Sulemana), Adu (69. Opoku)

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Paul Wanner in Aktion. gepa

Und Wanner fügte sich gleich perfekt in das Rangnick-System ein, setzte gleich Akzente. Denn mit einem langen Pass als Seitenverlagerung auf Marcel Sabitzer leitete der Eindhoven-Legionär das 2:0 perfekt ein. Sabitzer profitierte bei seiner Ballannahme noch von einem Schnitzer seines Gegenspielers, seine perfekte Auflage verwertete Michael Gregoritsch schließlich zum zweiten Treffer (51.). Ein Tor, das der spielerischen Überlegenheit der ÖFB-Elf mehr als gerecht wurde.

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Rot-weiß-roter Torjubel mit Paul Wanner. gepa

Damit nicht genug, setzte Wanner weiter Akzente. Mit seinem Spielverständnis und seiner Übersicht setzte er seine Mitspieler immer wieder perfekt ein. So hatte er auch bei den weiteren Treffern seinen Fuß im Spiel. Etwa beim 3:0 durch Stefan Posch, der einen vom Debütanten getretenen Eckball per Kopf verwertete. Oder dann auch beim 4:1 durch Carney Chukwuemeka, als Wanner den Angriff einleitete und später das Premierentor mit dem Neo-Nationalspieler in besonderer Art und Weise feierte.

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Debütant Florian Wiegele. gepa

Das Spiel selbst war eine Demonstration der Stärke der rot-weiß-roten Auswahl. Teamchef Ralf Rangnick verzichtete dabei bewusst auf Experimente. Schon während der Trainingstage hatte der 67-Jährige die Richtung für die letzten Monate vor dem WM-Sommer in Nordamerika festgelegt. Das Erlernte festigen, die Neuen in das System einfügen und dieses noch verfeinern. Und so sprach der Teamchef nach dem Spielschluss von einem “rundum zufriedenen Test”. Vor allem die Spielfreude seiner Schützlinge freute Rangnick.

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So feierte Carney Chukwuemeka seinen Premierentreffer im ÖFB-Dress. gepa

Leidenschaft und Intensität im Spiel passten ebenso wie das Zusammenspiel. Hinzu kam, dass sich mit Torhüter Florian Wiegele, Chukwuemeka, Wanner und David Affengruber, der in der Schlussphase ebenfalls eingewechselt wurde, gleich vier Debütanten perfekt einfügten und das Ihre zu einem gelungenen Abend beitrugen. Dazu gehört auch, dass Nicolas Seiwald in seinem 46. Länderspiel sein erstes Tor erzielte. Oder die Sicherheit von Kapitän Marcel Sabitzer beim Elfmetertreffer, der den klaren Sieg schon nach zehn Spielminuten einleitete. Österreich präsentierte sich nach den Trainingstagen als jene eingeschworene Einheit, als die man sich bereits auf dem Weg zur WM-Endrunde gezeigt hatte.

Perfekter Einstand für Paul Wanner
Das ÖFB-Team feierte den Sieg mit den Fans. apa

Zwölf Partien in Folge ohne Niederlage hatte es in der Verbandsgeschichte bisher nur zweimal gegeben: von 1922 bis 1925 unter Teamchef Hugo Meisl sowie von 1971 bis 1975 unter Leopold Stastny. Mit einem weiteren Erfolg am Dienstag (20.45 Uhr/live ORF 1) erneut in Wien gegen Südkorea würde die Rangnick-Truppe eine neue alleinige Bestmarke setzen.