Wolfsichtungen nehmen zu: „Wir müssen jeden Tag damit rechnen“

Liechtenstein meldet vermehrte Wolfsnachweise. Warum das so ist und wo sie in Vorarlberg unterwegs sind.
Vaduz, Bregenz Ein scheues Wildtier sorgt wieder für Gesprächsstoff: In Liechtenstein kommt es aktuell vermehrt zu Wolfsnachweisen. „Der zuständige Fachexperte und die Wildhut des Amtes für Umwelt beobachten die Situation laufend und stehen in engem Austausch mit Fachstellen im In- und Ausland“, teilt die Regierung des Fürstentums in einer Aussendung mit und erklärt zugleich, wie man sich bei einer Begegnung mit dem Wolf richtig verhält.

Auch in Vorarlberg wird das Geschehen aufmerksam verfolgt. Landeswildökologe Hubert Schatz leitet die Koordinationsgruppe, die unter anderem festlegt, welche präventiven Maßnahmen umgesetzt werden und wie bei Wolfsichtungen oder -rissen vorzugehen ist. Der Experte berichtet von einzelnen Tieren, die im Montafon nachgewiesen wurden, ein vermehrtes Auftreten wie in Liechtenstein sei derzeit nicht bemerkbar. Schatz geht davon aus, dass die Wölfe durch die jüngsten Schneefälle kurzfristig ausgebremst wurden. Das könne sich aber jederzeit ändern. Im Frühling beginnt die Wanderzeit: Junge Tiere verlassen ihre angestammten Reviere und legen größere Strecken zurück. „Ab April, Mai kommt langsam Bewegung hinein. Dann tauchen die Tiere in der Regel immer wieder mal auf“, sagt der Landeswildökologe.

Mögliche Wolfssichtungen können in Vorarlberg unter wolfssichtung@vorarlberg.at gemeldet werden. Grundsätzlich gilt: Eine Gefahr für Menschen besteht nicht. „Wölfe sind von Natur aus scheue Wildtiere, die Menschen meiden. Begegnungen sind selten und verlaufen in der Regel unproblematisch“, unterstreichen die Experten. Kommt es dennoch zu einer direkten Begegnung, sollte man dem Tier genügend Raum lassen, damit es sich zurückziehen kann. Bleibt der Wolf stehen, gilt es, ruhig zu bleiben, sich bemerkbar zu machen, etwa mit bestimmter Stimme oder Klatschen, und sich langsam zurückzuziehen. Sollte ein Wolf wider Erwarten folgen, empfiehlt es sich, laut zu werden, sich groß zu machen und eher einen Schritt auf das Tier zuzugehen. Besondere Vorsicht sollten Hundebesitzer walten lassen: Freilaufende Tiere können Wölfe anlocken oder von diesen als Eindringlinge wahrgenommen werden.
Verhalten bei einer Begegnung mit dem Wolf
Wölfe bemerken menschliche Anwesenheit in der Regel sehr schnell und bleiben auf Distanz. Sollte sich dennoch eine direkte Begegnung ergeben, wird empfohlen:
* Geben Sie dem Wolf genügend Platz, damit er sich zurückziehen kann.
* Wenn der Wolf nicht umgehend flieht, bewahren Sie Ruhe und machen Sie mit bestimmter Stimme und lautem Klatschen auf sich aufmerksam und ziehen Sie sich langsam zurück.
* Wenn der Wolf Ihnen wider Erwarten folgt: Werden Sie laut, machen Sie sich groß und gehen Sie eher einen Schritt auf den Wolf zu.
* Hunde sollten stets unter Kontrolle gehalten oder an der Leine geführt werden. Freilaufende Hunde können Wölfe anlocken oder von diesen als Eindringlinge wahrgenommen werden.