Abschied nach 34 (!) Jahren: Eine prägende Fußballgeschichte endet

Eine neue Ära beginnt, denn Enes Cavkic verabschiedet sich nach der Saison aus Meiningen.
Meiningen Mit dem letzten Heimspiel des Landesliga-Schlusslichts SK Meiningen am 6. Juni endet eine außergewöhnliche Geschichte im Vorarlberger Amateurfußball. Denn nach mehr als drei Jahrzehnten zieht eine prägende Figur, Enes Cavkic, einen Schlussstrich unter seine Tätigkeit an der Seitenlinie, während die Verbindung zum Verein dennoch bestehen bleibt. Was einst 1992 mit dem Wechsel als Spieler begann, entwickelte sich über die Jahre zu einer selten gewordenen Laufbahn voller Beständigkeit, Loyalität und Leidenschaft, die den Club nachhaltig geprägt hat. Im Jahr 2002 folgte der erste Schritt in die Verantwortung als Spielertrainer der Kampfmannschaft von Meiningen.



Eine Rolle, die bis 2010 ausgeübt wurde, ehe ein einjähriges Engagement als Co-Trainer in der Akademie Vorarlberg folgte, bevor schließlich die Rückkehr nach Meiningen erfolgte und dort erneut die Geschicke der Mannschaft geleitet wurden. “Meiningen braucht ein neues Gesicht, aber der Abschied fällt mir unglaublich schwer. Meine Motivation ist noch da, doch die Zeit ist gekommen, um die Mannschaft zu übergeben”, so Enes Cavkic. Natürlich hofft er in den verbleibenden Spieltagen im Frühjahr, den letzten Tabellenplatz in der Landesliga abgeben zu können, damit sein “Lieblingsclub” weiter in dieser Spielklasse vertreten ist.


Insgesamt rund 800 Spieler wurden in dieser Zeit von ihm betreut, begleitet und weiterentwickelt, wodurch Generationen von Fußballern mitgeprägt wurden, die nicht nur sportlich, sondern auch menschlich wichtige Erfahrungen sammeln konnten. Für ihn stand besonders der enge Zusammenhalt innerhalb des Vereins stets im Mittelpunkt. Viele ehemalige Spieler sind dem Klub bis heute verbunden geblieben und tragen die Handschrift dieser Jahre weiter. Die sportliche Bilanz zeigt eine bewegte Zeit mit fünf Aufstiegen bis in die Vorarlbergliga und ebenso vielen Abstiegen zurück in die Landesliga, was die vielen Höhen und Tiefen eindrucksvoll widerspiegelt, die gemeinsam durchlebt wurden.

Ein besonderer Höhepunkt bleibt der Turniersieg beim Wolfurter Sparkasse Hallenmasters im Jahr 2008 mit Enes Cavkic als Spieler, als Meiningen überraschend triumphierte und sich gegen starke Konkurrenz durchsetzen konnte. “Dort hat ganz Meiningen diesen historischen Tag gefeiert.”


Mit dem Abschied geht auch die Erkenntnis einher, dass sich der Amateurfußball stark verändert hat und es zunehmend schwieriger geworden ist, Spieler langfristig zu motivieren und immer wieder neue Impulse zu setzen. Deshalb soll nun bewusst Platz für neue Ideen und ein neues Gesicht geschaffen werden, um den Verein weiterzuentwickeln.

Gleichzeitig bleibt die Dankbarkeit für unzählige Begegnungen und Freundschaften, die in dieser langen Zeit entstanden sind, besonders auch mit Herbert Güfel, der einst mit der Verpflichtung des heute 59-jährigen Bosniers den Grundstein für diese außergewöhnliche Laufbahn gelegt hat. Als bester Spieler, der unter seiner Verantwortung stand, wird von ihm Michael Pümpel genannt, der sinnbildlich für die Qualität vieler Akteure steht, die über die Jahre hinweg begleitet wurden.

Auch nach dem Ende der Trainerlaufbahn bleibt die Verbindung zum SK Meiningen bestehen, unter anderem durch Mithilfe bei Heimspielen im wirtschaftlichen Bereich oder auch als Platzwart sowie Mann für alle Fälle. Cavkic ist wichtig, die enge Bindung an den Verein weiterhin zu leben, während mit Christian Köll ab der Saison 2026/27 ein Nachfolger bereitsteht, der ein neues Kapitel aufschlägt. Er kann auf ein starkes Fundament aufbauen, ohne dabei die Geschichte zu vergessen, die über Jahrzehnte hinweg geschrieben wurde. VN-TK