“Die Hoffnung keimt im Verborgenen”

Abendklänge und Palmprozession in der Pfarre Heilig Kreuz zogen viele Interessierte an.
Bludenz “Abendklänge – vom Dunkel ins Licht”, lautete jüngst der Titel einer Feierstunde in der Pfarrkirche Heilig Kreuz Bludenz. Das Publikum konnte dabei einerseits den Liedern, Klängen und Texten lauschen und andererseits die eigene Stimme durch Wort und Ton zum Ausdruck bringen. Mitgewirkt hatten ein Projektchor, Julia Großsteiner-Rauch als Solistin und Christiane Schwald-Pösel in der Funktion der Sprecherin. Annelies Ess nahm die Anwesenden mit auf eine Atemmeditation; Bernhard Natter begleitete diese mit Didgeridoo-Klängen. Die Leitung des Projektchores lag in den bewährten Händen von Hildegard Frei-Bertsch.

“Diese Zeit im Jahr trägt ein besonderes Spannungsfeld in sich. Draußen liegt noch die Schwere des Winters und doch haben wir schon das leise Drängen des Frühlings gespürt. Unter der Oberfläche beginnt etwas zu arbeiten, das wir nicht sehen, aber erahnen können”, sagte Christiane Schwald-Pösel. In den Samen, die in der Erde liegen, ruhe ein Licht, das sich seinen Weg nach oben sucht. Zeiten, in denen vieles schwer wirkt, kenne vielleicht jede oder jeder selbst. Und gleichzeitig gebe es da ein inneres, kaum spürbares Leuchten. “Vom Dunkel ins Licht, das ist kein Sprung, sondern ein Weg”, führte sie weiter aus. Für diesen Weg sei es erforderlich, geduldig, aufmerksam und manchmal einfach nur bereit zu sein, still zu werden und wahrzunehmen, was in uns keimt.
Genau diesen Punkt greife Andrea Schwarz in einem ihrer Hoffnungstexte auf: “Und der Tod sät Leben. Tot, gestorben, in die Erde gelegt. Schluss, Ende, Aus. Tot ist tot. Doch die Hoffnung keimt im Verborgenen. Wurzeln krallen sich in die Erde. Triebe wachsen dem Himmel entgegen. Das Leben entwächst dem Dunkel. Die Kraft des Lebens ist stärker als jeder Tod. Und jeder Tod sät Leben.” Möge das Licht den Menschen stärken, wo er schwach ist, und trösten, wo er wund ist”, so Christiane Schwald-Pösels Wunsch.

Premiere
Nach den Abendklängen zeigte sich Hildegard Frei-Bertsch angetan von der Akustik der Heilig-Kreuz-Kirche. Bernhard Natter sagte im Gespräch: “Hildegard Frei-Bertsch hat mich eingeladen. Ich habe das erste Mal vor so vielen Leuten und das erste Mal in so einer tollen Kirche spielen dürfen. Das Didgeridoo kommt in einer Kirche am besten zur Wirkung.” Veranstaltungsbesucherin Susanne Türtscher erzählte: “Wenn wir das Gefühl haben, es ist absolute Finsternis, dann bricht das neue Licht durch. Die Abendklänge habe ich als sehr berührend empfunden. Die Musik ist in die Tiefe gegangen.”
Ihr Mann Josef Türtscher erklärte: “Wir sind hierher gekommen, um uns einzustimmen auf die Karwoche mit dem Höhepunkt, dem Auferstehungsfest an Ostern. Die Abendklänge haben mir dabei geholfen.” Die Sopranistin sei bekannt für ihre hohe Qualität. Das Didgeridoo habe zum stimmigen Chor ganz gut dazugepasst. Die Untermalung habe sich auf das bezogen, was “in uns” steckt, und da sei eben nicht alles bloß harmonisch.

Glückwünsche
Sängerin Anita Dressel-Malang betonte: “Das, was Hildegard Frei-Bertsch macht, ist eine Bereicherung und Seelenbalsam. Dieser grandiose Abend hat mich bewegt. Ich kann allen Mitwirkenden nur gratulieren.” Die Pfarrkirche Heilig Kreuz war nicht nur Veranstaltungsort der Abendklänge, sondern dort hatte sich die Pfarre am Palmsonntag zur Messfeier mit dem pensionierten Pfarrer Roland Trentinaglia versammelt. In der Unterkirche kamen die Kids zusammen. Gestartet hatten die Feierlichkeiten mit der Begrüßung und Palmsegnung in der St. Laurentiuskirche mit anschließender Prozession durch die Stadt – angeführt von den “Minis”. SCO















