Lawinengefahr verhinderte Waldbrand-Großübung

VN / 02.04.2026 • 13:33 Uhr
Herzstück des Waldbrand-Stützpunkts ist ein Geländewagen, dessen spezielle Box – rund 400 kg schwer – in Sekundenschnelle vom Hubschrauber übernommen werden kann, erläutert Kommandant Martin Metzler. PETER STRAUSS   
Herzstück des Waldbrand-Stützpunkts ist ein Geländewagen, dessen spezielle Box – rund 400 Kilogramm schwer – in Sekundenschnelle vom Hubschrauber übernommen werden kann, erläutert Kommandant Martin Metzler. peter strauss

Bezauer Feuerwehr musste den ersten Stützpunkt-Test auf unbestimmte Zeit verschieben

Bezau Was hat Lawinengefahr mit einer Feuerwehrübung zu tun? mag man sich einigermaßen verwundert fragen. Im Fall der in Bezau geplanten Waldbrand-Großübung besteht in der Tat ein starker Zusammenhang, denn im Zentrum einer solchen Übung steht nun einmal unverzichtbar der Hubschrauber – “und der wurde angesichts der hohen Lawinengefahr in akute Bereitschaft versetzt, stand also für unsere geplante Übung nicht zur Verfügung und damit war dieser Test eben abgesagt”, löst Bezaus Feuerwehrkommandant Martin Metzler das Rätsel.

Auch das Equipment des mit Unmengen von Material und Werkzeug vollgepackten Versorgungsfahrzeugs verfügt u. a. über eine Ladeborgwand und ist so mobil, dass ein schneller Hubschraubertransport der Boxen an den Brandplatz möglich ist.   
Auch das Equipment des mit Unmengen von Material und Werkzeug vollgepackten Versorgungsfahrzeugs verfügt u. a. über eine Ladebordwand und ist so mobil, dass ein schneller Hubschraubertransport der Boxen an den Brandplatz möglich ist.

Stützpunkt Nord einsatzbereit

Ungeachtet der deshalb auf unbestimmte Zeit vertagten ersten Großübung in Bezau haben die Vorarlberger Nachrichten hinter die Kulissen des seit Kurzem einsatzbereiten Stützpunkts geblickt.

Fast die gesamte Mannschaft ist für Waldbrand-Einsätze mit spezieller - leichterer - Einsatzkleidung ausgestattet.
Fast die gesamte Mannschaft ist für Waldbrand-Einsätze mit spezieller – leichterer – Einsatzkleidung ausgestattet.

Der Stützpunkt Süd im Raum Bings, Stalehr, Bürs ist bereits seit einiger Zeit in Betrieb, “am 21. März wurden auch unser Stützpunkt Nord aufgeschaltet – wir sind also ebenfalls einsatzbereit”, so Stützpunktleiter Richard Fröwis. “Eineinhalb Jahre haben wir gemeinsam mit dem Landesverband an der Einrichtung dieses Stützpunktes gearbeitet”, erläutert Martin Metzler, seit zehn Jahren Kommandant der Bezauer Wehr. Mit Richard Fröwis, ebenfalls seit zehn Jahren Metzlers Stellvertreter, stellt der Kommandant das zur Waldbrandbekämpfung erforderliche spezielle Equipment vor.

Kommandant Martin Metzler: „Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir aufgrund des Klimawandels zunehmen mit Waldbränden konfrontiert sein werden.“   
Kommandant Martin Metzler: “Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir aufgrund des Klimawandels zunehmend mit Waldbränden konfrontiert sein werden.”

Uniform bis Flugtauglichkeit

“Die spezielle Ausrüstung beginnt schon bei der Uniform”, so Fröwis. “Bei einem Waldbrand-Einsatz muss davon ausgegangen werden, dass das Gelände hohe Anforderungen an die körperliche Fitness stellt. Gleichzeitig ist jedes Kilogramm, das wir schleppen müssen, ein Problem. Deshalb wurde deutlich leichtere Einsatzkleidung entwickelt und fast für die gesamte Mannschaft – nur einige ältere Kameraden sind nicht entsprechend ausgerüstet – angeschafft. Leichtere Kleidung macht auch deshalb Sinn, weil sich Waldbrände in der Regel bei sommerlicher Hitze ereignen und ‚warme‘ Kleidung deshalb entbehrlich ist.”

Bei der Ausrüstung wurde besonders darauf geachtet, dass das Material möglichst schnell per Hubschrauber nahe an den Brandherd geschafft werden kann. “Dafür steht für den Ersteinsatz ein Geländewagen mit besonderer Ausrüstung zur Verfügung”, so Metzler. Herzstück des Aufbaus ist eine kompakte Box, die vom Hubschrauber in Sekundenschnelle übernommen werden kann. “Ein Wassertank, Pumpe und alles, was für einen ersten Löschangriff erforderlich ist, steht dabei zur Verfügung und es ist vorgesehen, schnellstmöglich für eine Zubringerleitung zu sorgen.” Dafür wird das zweite Fahrzeug sorgen. “Das Versorgungsfahrzeug ist vollgepackt mit Kisten, die Material und Werkzeug beinhalten. In unwegsamem Gelände kann auch hier der Hubschrauber den Transport an den Brandplatz übernehmen.”

Der seit vielen Jahren in Alberschwende durchgeführte Alpin-Wettbewerb ist das ideale Training für Waldbrand-Einsätze.   
Der seit vielen Jahren in Alberschwende durchgeführte Alpin-Wettbewerb ist das ideale Training für Waldbrand-Einsätze.

Hohenems und Egg helfen mit

Stichwort Hubschrauber: “Im Ernstfall können wir nicht nur auf Fluggerät und Piloten zurückgreifen, sondern auch auf in Egg und Hohenems stationierte ausgebildete Flughelfer”, listet Metzler auf und ergänzt, “dass auch deshalb eine gemeinsame Großübung sinnvoll und notwendig gewesen wäre, um das Zusammenwirken der Einsatzkräfte zu trainieren.”

Wahrscheinlich erst im Herbst

Jetzt gehe man davon aus, dass diese Übung auf Herbst verschoben wird, denn “zum einen wollen wir vermeiden, dass wir bei dieser Übung großflächig Gras zertrampeln und zum anderen sind wir mit den Vorbereitungen auf das Landesfeuerwehrfest Anfang Juli so ausgelastet, dass uns die gleichzeitige Organisation der Übung wohl überfordern würde – schließlich erledigt sich das nicht nur so nebenbei.” STP

Stützpunktleiter Richard Fröwis stellte das Versorgungsfahrzeug für Waldbrand-Einsätze vor.   
Stützpunktleiter Richard Fröwis stellte das Versorgungsfahrzeug für Waldbrand-Einsätze vor.