Naturartefakte dreier Kunstschaffender

Ausstellung “OBER UNTER IRDISCH” im Feldkircher Pulverturm von Conrad Amber eröffnet.
Feldkirch Drei Künstlerpersönlichkeiten, die durch ihre Liebe zur Natur verbunden sind und vor zwei Jahren schon eine Gemeinschaftsausstellung in Hard hatten, zeigen einen Teil ihrer Werke bis zum 25. April (Finissage) im Pulverturm. “Wegen der runden Mauern ist das Hängen eine Herausforderung gewesen, ich habe mich auf den Raum einlassen und mit kleineren Bildern arbeiten müssen”, erklärte der als Naturfotograf tätige, früher als Architekt arbeitende Jean Theisen der VN-Heimat. “Es geht um das Gespür für den richtigen Augenblick und den richtigen Ausschnitt”, ergänzte er mit Blick auf ein Foto, das im oberen Teil die Sonne, im unteren einen von ihr wunderbar ausgeleuchteten Weg zeigt.

Der aus Luxemburg stammende Künstler hat dafür teils passende Fotos aus seinem Archiv herausgesucht, teils neue Arbeiten produziert, durch das Platzieren von jeweils drei Fotos neben- oder übereinander Triptychen geschaffen. Zum Teil handelt es sich um sieben oder acht Jahre alte Werke, aus denen er mit neuerer Bearbeitungssoftware noch mehr herausgeholt hat. Der vorzugsweise in Schwarz-Weiß arbeitende Künstler erzielt durch die Verwendung von handgeschöpftem japanischen “Washi”-Papier einen speziellen strukturellen Effekt.

Deswegen bescheinigte der von Bäumen und Gehölzen auch als kühlende Elemente an und auf Gebäuden begeisterte Conrad Amber Theisen die Gestaltung von Artefakten. Als solche bezeichnete der Vernissageredner weiters die abstrakten, immer wieder die Natur zitierenden Gemälde von Gabriele Burtscher. Die gebürtige Kärntnerin hat bis vor Kurzem an einem Bregenzer Gymnasium unterrichtet und schon etliche längere Aufenthalte in Ateliers berühmter französischer Künstler sowie viele Ausstellungen in Frankreich und hierzulande hinter sich. Zu Artefakten macht die mit Acryl und Pigmenten auf Leinwand und Holz gestalteten Bilder das “in einer Art Schlussritual” (Conrad Amber) als Firnis aufgetragene Bienenwachs.

Die Bezeichnung Artefakt verdienen am augenscheinlichsten die Arbeiten von Walter Fitz. Er hat nach einer technischen Ausbildung an der Universität für Bodenkultur studiert und ist Inhaber der Firma “Boden, Land, Wasser”. Mit seinen arbeitsintensiv von Hand ausgegrabenen 1,20 Meter hohen, auf eine Unterlage geklebten Bodenproben beliefert er Museen, Universitäten und Weinbauern. “Ein Bohrer würde vieles kaputt machen”, stellt Fitz im Gespräch mit dem Berichterstatter fest. Durch den Querschnitt durch den Untergrund wird schnell klar, woher der darauf gewachsene Wein seine Charakteristik hat. Zum Teil sind die Werke durchgehend aus demselben Material, oft aber wechselt das mit zunehmender Tiefe.

“Es sind unverwechselbare Erdmonolithen des exzellenten Boden- und Waldkenners, die zeigen, wo alles seinen Ursprung hat”, stellte Amber fest. Er wünschte allen Anwesenden “eindrückliche Seherlebnisse”, beendete Amber seine Rede und erklärte die freitags von 16 bis 19 Uhr und samstags von 11 bis 15 Uhr zugängliche Ausstellung für eröffnet. AME












