Zwei mit unglaublichem Mut: Lebensretter sprangen vom Sessellift in die Tiefe

Tobias Wascher und Nico Haßler zögerten keine Sekunde, um einen verunglückten Skifahrer in Zürs vor dem Erstickungstod zu bewahren.
Zürs Sie wollten sich ein schönes “Skitägle” gönnen, als Tobias Wascher aus Klösterle und sein Schwager Nico Haßler am Freitag vergangener Woche mit dem Vierersessellift der Seekopfbahn in Zürs gemächlich bergwärts fuhren. Bei einem Wetter, das so “lala” gewesen sei, erinnern sie sich.
Ski ragte aus dem Schnee
Plötzlich, es war etwa um 11 Uhr, erregte etwas Seltsames die Aufmerksamkeit der beiden: Unter ihnen ragte ein Ski aus dem Schnee. “Und als wir näher hinblickten, sahen wir, dass da jemand an dem Ski dranhing”, schildert Tobias Wascher den VN. Und tatsächlich lag da ein verunglückter Skifahrer, dessen Kopf tief im Schnee steckte.
“Wir müssen sofort da runter!”
Die beiden jungen Klostertaler erkannten sofort, dass nun jede Sekunde zählte. Und sie zögerten keinen Augenblick. “Ui, jetzt brauchen wir eine Lösung. Wir müssen sofort da runter!”, sagten sich Tobias und Nico. “Also Bügel rauf und springen!”

Gesagt, getan. Die Männer sprangen aus einer Höhe von mindestens fünf Metern aus dem Sessellift hinunter auf die Piste. “Der Aufprall war sanft. Glücklicherweise hatte es ja geschneit und der Schnee war 60 Zentimeter tief. Noch vor drei Wochen hätten wir das wahrscheinlich nicht gewagt”, erinnert sich Tobias. Unten heil angekommen, eilten sie sofort zu dem Verunglückten und begannen zu buddeln. Zunächst befreiten sie den Kopf des Skifahrers und öffneten dann dessen Helm.
“Ihr habt’s mir das Leben gerettet”
“Er sah mitgenommen aus und hatte Panik. Nico und ich begannen, ihm gut zuzureden und ihn zu beruhigen. Und das Erste, was er uns sagte, war: ‚Ihr habt’s mir das Leben gerettet!‘”, schildert Tobias die glücklich verlaufene Rettungsaktion, bei der kein Augenblick zu verlieren war.
Anschließend befreiten die beiden den Mann vollständig aus dem Schnee und schnallten ihm die Skier an. Und schon fuhr der Gerettete von dannen. “Vorher hat er sich aber noch tausend Mal bei uns bedankt”, sagen die beiden jungen Helden.
Dankbar und unbekannt
Wen sie da überhaupt vor dem Erstickungstod bewahrt haben, wissen sie allerdings nicht. “Ich glaube, vom Dialekt her muss es ein Steirer oder Salzburger gewesen sein. Aber egal, für uns gibt es nur eine Devise: Am Berg hilt ma anand und hält zusammen”, lacht Tobias im Gespräch mit den VN.