Dämpfer im Aufstiegskampf: Schwache Austria verliert in Favoriten

Sport / 06.04.2026 • 15:52 Uhr
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Die jungen Austrianer aus Wien waren den Lustenauern fast immer einen Schritt voraus. GEPA

Schon in den Anfangsminuten schenkt Lustenau das Spiel gegen die Young Violets her.

Wien-Favoriten Ein Dreikampf an der Spitze, dazu die Admira knapp dahinter – klar war für Austria Lustenau, dass gegen die heuer starken Young Violets am Ostermontag ein Sieg gelingen sollte, um die Tabellenführung zu behalten. Eine komplett verpatzte erste Hälfte machte dem rasch einen Strich durch die Rechnung.

Im Vergleich zum 1:1 gegen die Admira am Freitag veränderte Markus Mader seine Startelf nur auf einer Position – gezwungenermaßen. Für den nach seiner fünften Gelben Karte gesperrten Sacha Delaye begann Nico Gorzel auf der Doppelsechs.

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Zum Haare raufen: Schon nach neun Minuten waren die Young Violets 2:0 vorne. GEPA

Die Austria legte einen kapitalen Fehlstart hin. Schon nach 31 Sekunden lagen die Grün-Weißen zurück. Die einzigen Ballkontakte bis dahin hatte man beim Versuch, einen weiten Ball zu klären – den zweiten Ball schnappten sich aber wieder die Young Violets, den Abschluss von Hasan Deshishku fälscht Fabian Gmeiner beim Block-Versuch noch unhaltbar ab. Auch in weiterer Folge gehörten die Offensivaktionen den Gastgebern – die aber hinten auch nicht ganz sattelfest wirkten. Ein Chance von Philipp Hosiner in der 7. Minute hatte Domenik Schierl noch sicher, bei dessen zweiter Chance war der Tormann chancenlos. Axel Rouquette setzte Robin Voisine mit seinem Zuspiel unter Druck, der verlor den Ball an Romeo Mörth, in der Mitte verwertete Routinier Philipp Hosiner zu seinem neunten Saisontor (9.).

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Schon Mitte der ersten Halbzeit stellte die Austria um. GEPA

Trainer Markus Mader reagierte bereits nach 26 Minuten auf die schwache Leistung, brachte mit William Rodrigues einen zusätzlichen Innenverteidiger, stellte auf eine Dreierkette und zwei Stürmer um. Wirklich viel mehr Schwung brachte das aber auch nicht in das Lustenauer Spiel. Bis auf zwei Schüsse neben das Tor von Nico Gorzel (24.) und Seydou Diarra (32.) war in Halbzeit eins nichts zu verzeichnen.

Ergebniskosmetik und Rot für Diarra

Zur zweiten Hälfte wechselte Mader doppelt, für Axel Rouquette kam Lukas Ibertsberger, Mohamed-Amine Bouchenna ersetzte Jack Lahne. Sichtlich bemühter startete Lustenau in die zweite Halbzeit, in der 49. Minute landete der Ball nach einem schnell ausgeführten Freistoß auch im Tor der Wiener – der Ball war da aber noch nicht durch den Schiedsrichter freigegeben, der Treffer von Ibertsberger zählte nicht.

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Die mitgereisten Fans sahen eine erschreckend schwache Leistung. GEPA

Das Aufbäumen war ein kurzes, spätestens mit dem 3:0 durch Romeo Morth war die Partie gelaufen. Die hochstehende Austria wurde da über drei Stationen ausgekontert, Mörth schloss durch die Beine von Schierl ab (62.). Schon zuvor hatte man um den dritten Gegentreffer gebettelt, Schierl parierte aber gegen Mörth (58.). Die Austria hingegen wurde maximal aus Standards gefährlich, aus einem Eckball resultierte durch William auch der erste Versuch auf das Tor – in Minute 65.

Aus dem Rückraum verkürzte der eingewechselte Haris Ismailcebioglu via Innenstange zwar noch auf 3:1, es war nur mehr Ergebniskosmetik. Die Young Violets hingegen hätten auch noch höher gewinnen können, Schierl wehrte etwa im Eins-gegen-Eins gegen Filip Lukic ab (83.) – der Torhüter war einer von wenigen Austrianern, die in Normalform agierten. Dass Seydou Diarra in der Schlussphase für eine Aktion, in der er den Ball spielte, noch Rot sah, rundete den Nachmittag aus Austria-Sicht dann ab. Für die gezeigte Leistung – insbesondere in Hälfte eins – müssen sich die Lustenauer aber schon selbst an die Nase fassen.

ADMIRAL 2. Liga, 24. Spieltag

Young Violets Austria Wien – SC Austria Lustenau 3:1 (2:0)

Wien-Favoriten; Generali-Arena; 388 Zuschauer; SR Philip Gadler

Torfolge: 1. 1:0 Hasan Deshishku, 9. 2:0 Philipp Hosiner, 62. 3:0 Romeo Mörth, 80. 3:1 Haris Ismailcebioglu

Rote Karte: 87. Seydou Diarra (Lustenau/Foulspiel)

Gelbe Karten: 82. Nnodim bzw. 55. William, 87. Mader (Trainer), 90./+4 Grabher

SC Austria Lustenau (4-2-1-3): Schierl – Gmeiner, Maak, Voisine, Rouquette (46. Ibertsberger) – Grabher, Gorzel (26. William) – Wade (71. Ismailcebioglu) – Diarra, Jastremski (71. Vucenovic), Lahne (46. Bouchenna)