So geht es dem in Nigeria festgehaltenen Lustenauer Sticker

Bald nach Hause oder doch wieder zurück in den afrikanischen Knast? Entscheidung steht offensichtlich kurz bevor.
Abuja, Hohenems, Lustenau Es war ein harter Schlag für einen 53-jährigen Lustenauer, als er Mitte Dezember mit kolportierten 1,4 Millionen Euro Bargeld (rund die Hälfte davon in US-Dollar) in Lagos das Flugzeug via Dubai in Richtung Heimat besteigen wollte. Der Unternehmer wurde mit der stattlichen und nicht deklarierten Geldsumme von Zollbeamten geschnappt und sofort inhaftiert. Ihm drohte in Nigeria eine mehrjährige Haftstrafe.
Noch keinen Pass
Laut VN-Informationen ist der Mann, der für Lustenauer Sticker im afrikanischen Land Geld für gelieferte Textilwaren hätte nach Hause bringen sollen, Mitte März in Nigeria aus dem Gefängnis entlassen worden. Das bestätigt Dr. Dieter Klien, Rechtsvertreter des Lustenauers in Vorarlberg. “Er hat mich am Samstag vor Ostern aus Nigeria zum letzten Mal angerufen. Er sitzt nicht mehr ein. Allerdings habe er seinen Pass noch nicht. Er würde diesen jedoch in Bälde erhalten und könne dann nach Hause fliegen”, berichtet der Rechtsanwalt.

Lokale Rechtsvertretung
Laut Klien habe sein Mandant gut und optimistisch geklungen. “Er ist zuversichtlich. Telefonate habe ich von ihm seit Weihnachten bereits einige erhalten.” Über die Umstände der Enthaftung habe er vom Lustenauer jedoch nichts erfahren. Seinem Klienten stehe in Nigeria ein lokaler Anwalt zur Seite. Dass für die Entlassung aus dem Gefängnis Geld gezahlt wurde, ist sehr wahrscheinlich. Kolportiert wird eine Summe zwischen 700.000 und 800.000 Euro, die der Unternehmer für seine zwischenzeitliche Freiheit auftreiben musste.
Das Damoklesschwert einer neuerlichen Verhaftung ist jedoch noch nicht ganz vom Tisch.

Gefährliche Geschäfte
Die Geschäfte von einigen Lustenauer Stickern mit nigerianischen Kunden sind oft nicht rechtskonform. So werden nicht selten Textilien in Millionenwert und falsch deklariert ins afrikanische Land geflogen und dort via Zwischenhändler auf dem Schwarzmarkt verkauft. Gezahlt wird in bar, das Geld anschließend in ausländische Währung (bevorzugt Dollar und Euro) eingetauscht. Ein Mittelsmann der Vorarlberger Produzenten bringt das Geld dann nach Österreich.
Der jetzt in Nigeria belangte Lustenauer Geschäftsmann ist nicht der erste Vorarlberger, der wegen ähnlicher Vorfälle im bevölkerungsreichsten afrikanischen Land inhaftiert wurde.