Verein ELKI will Sicherheit für Kinder stärken

VN / 09.04.2026 • 15:50 Uhr
Nicole Böhler vermittelte praxisnahes Wissen zum Kinderschutz.
Nicole Böhler vermittelte praxisnahes Wissen zum Kinderschutz. CTH

ELKI-Verein sensibilisiert Leiterinnen bei Vortrag in Dornbirn.

Dornbirn Ein Thema, das aktueller kaum sein könnte, stand am Mittwochabend beim ELKI-Verein im Mittelpunkt – der Schutz von Kindern. 27 der rund 40 Übungsleiterinnen und Übungsleiter des Vereins kamen in den ELKI-Raum im K1 in Dornbirn, um sich mit Prävention, Grenzen und Handlungsmöglichkeiten auseinanderzusetzen und ihr Wissen zu vertiefen.

Gewalt hat viele Gesichter

Als Referentin war Nicole Böhler zu Gast. Die pädagogische Mitarbeiterin der Kinder- und Jugendanwaltschaft und erfahrene Trainerin für Kinderschutz brachte das Thema den Interessierten in rund eineinhalb Stunden praxisnah näher. Sie zeigte, worauf es bei Prävention ankommt, wie Grenzverletzungen erkannt werden können und was im Ernstfall zu tun ist. Dabei wurde vielen klar: Gewalt ist nicht immer offensichtlich. Sie beginnt oft schon dort, wo persönliche Grenzen übersehen oder nicht ernst genommen werden.

(v.li.) Elke Hellbock (Kinderschutzbeauftragte bei ELKI), Nicole Böhler (Trainerin für Kinderschutzkonzepte) und ELKI-Obfrau Andrea Pastor freuten sich über zahlreiche Interessierte beim Kinderschutz-Vortrag.
(v. li.) Elke Helbock (Kinderschutzbeauftragte bei ELKI), Nicole Böhler (Trainerin für Kinderschutzkonzepte) und ELKI-Obfrau Andrea Pastor freuten sich über zahlreiche Interessierte beim Kinderschutz-Vortrag.Carmen Thurnher

Im Zentrum des Abends stand die Unterscheidung zwischen alltäglichen Konflikten, Grenzverletzungen und tatsächlicher Gewalt. Anhand praktischer Übungen – etwa mit Bewertungsskalen oder Diskussionskärtchen – wurden die Teilnehmerinnen eingebunden und für unterschiedliche Wahrnehmungen sensibilisiert. “Jeder definiert Gewalt anders – genau deshalb ist es wichtig, genau hinzusehen und hinzuhören”, lautete eine der zentralen Botschaften von Böhler.

In ihren Schulungen vermittelt Nicole Böhler praxisnahes Wissen rund um Kinderschutz, Prävention und sichere Freizeitumfelder für Kinder und Jugendliche.
In ihren Schulungen vermittelt Nicole Böhler praxisnahes Wissen rund um Kinderschutz, Prävention und sichere Freizeitumfelder für Kinder und Jugendliche.

Ein besonderer Fokus lag auf der Prävention. Die Vortragende zeigte auf, wie Risiken im Vereinsalltag erkannt und minimiert werden können und welche Schritte bei Verdachtsfällen notwendig sind. Auch rechtliche Aspekte wurden thematisiert – etwa, dass körperliche Bestrafung von Kindern in Österreich bereits seit 1989 verboten ist, auch wenn veraltete Denkmuster, Stichwort “gesunde Watschen oder Klaps auf den Po”, teils noch präsent sind. “Das ist vielen nicht bekannt”, so Böhler.

Sensibilisierung stand beim ELKI-Vortrag im Mittelpunkt.
Sensibilisierung stand beim ELKI-Vortrag im Mittelpunkt.

Verantwortung der Übungsleiter

Für den ELKI-Verein ist das Thema von hoher Bedeutung. Wöchentlich werden mehr als 900 Kinder in unterschiedlichen Kursen bewegt und betreut, entsprechend groß ist die Verantwortung, auch wenn bei den meisten Kursen die Eltern dabei sind. “Es ist wichtig, Präsenz zu zeigen und das Bewusstsein zu schärfen”, betonte Obfrau Andrea Pastor. Der Verein verfügt mit Elke Helbock zudem über eine eigene Kinderschutzbeauftragte, die sich intensiv mit der Materie auseinandergesetzt und bereits einen zweitägigen Kurs bei Nicole Böhler besucht hat.

Die ELKI´s hießen Nicole Böhler (g. li.) in ihrem Gruppenraum willkommen.
Die ELKIs hießen Nicole Böhler (g. li.) in ihrem Gruppenraum willkommen.

Fortbildung mit Mehrwert

Die Veranstaltung fand im Rahmen der regelmäßigen Fortbildungsreihe statt, die jeweils drei Angebote im Frühjahr und Herbst umfasst. Ziel ist es, die Qualität der Betreuung kontinuierlich zu sichern und weiterzuentwickeln.

Neben der Wissensvermittlung stand für die Organisatoren des Abends vor allem eines im Vordergrund: das Kinderschutzkonzept sichtbar zu machen und im Alltag zu verankern. “Denn jedes Kind hat individuelle Grenzen, die es zu respektieren gilt. Kinder sollen in einem Umfeld aufwachsen, in dem sie sich wohl und geborgen fühlen”, so Pastor abschließend. cth

Kinderschutz wurde anhand konkreter Beispiele erarbeitet.
Kinderschutz wurde anhand konkreter Beispiele erarbeitet.
27 Übungsleiter nahmen am Vortrag in Dornbirn teil.
27 Übungsleiter nahmen am Vortrag in Dornbirn teil.
Bewusstsein für Gewaltprävention wurde geschärft.
Bewusstsein für Gewaltprävention wurde geschärft.