St.-Martin-Turmsanierung geht in Phase zwei

Segnung startete nächste Bauphase der St.-Martin-Kirchturmsanierung.
Dornbirn Zum Auftakt der zweiten Etappe der umfassenden Kirchturmsanierung hat die Dornbirner Pfarre St. Martin am Montag zur Segnungsfeier geladen. Zahlreiche Vertreter aus Kirche, Politik und Bauwesen versammelten sich dazu am Dornbirner Marktplatz. Pfarrer Dominik Toplek nahm die Segnung der Gewerke vor – ein symbolischer Moment, der den Baufortschritt und die Bedeutung des Projekts für die Stadt unterstrich.

Die pfarrliche Organisationsleiterin Heidi Achammer begrüßte unter anderem Bürgermeister Markus Fäßler, Architekt Wolfgang Ritsch, Wolfgang Fulterer (Leiter und Architekt des diözesanen Bauamts) sowie Andreas Weber (Finanzkammer der Diözese Feldkirch). Neben den Verantwortlichen wurden ausdrücklich auch die Bauarbeiter in die Segnung einbezogen. “Es ist ein gemeinschaftliches Werk”, betonte Achammer.

Ein Zeichen für die Stadt
Bürgermeister Fäßler hob die Rolle des Kirchturms als prägendes Element im Stadtbild hervor. Türme seien seit jeher Zeichen der Orientierung – räumlich wie auch im übertragenen Sinn. Andreas Weber unterstrich die besondere Verbindung zum Bauwerk, das zugleich seine eigene Pfarrkirche ist. Er verwies auf die finanziellen Herausforderungen der Sanierung, deren Kosten sich auf rund 650.000 Euro belaufen, und würdigte das Engagement der Pfarrgemeinde.

Ein besonderer Moment der Feier war die Öffnung der Zeitkapsel in der Turmkugel durch Pfarrer Toplek. Solche Kugeln gelten als “Flüsterpost” über Jahrhunderte hinweg und enthalten oft Münzen, Dokumente oder Zeitzeugnisse. Der Inhalt wird nun ausgewertet und soll in Kürze der Öffentlichkeit präsentiert werden. Die Besucher nutzten jedoch gleich die Möglichkeit, einen Blick auf den spannenden Inhalt zu werfen.
Mit dem Beginn der zweiten Bauetappe nimmt die Sanierung nun sichtbar Fahrt auf. Geplant ist unter anderem, die alten Dachziegel abzutragen, die Holzkonstruktion zu erneuern sowie die Neueindeckung mit speziell gefertigten Biberschwanzziegeln. Auch Spenglerarbeiten, die Restaurierung von Turmkugel und Kreuz sowie Maßnahmen an Fassade, Glockenfenstern und Turmuhr sind vorgesehen – alles unter strengen denkmalpflegerischen Auflagen.

Der freistehende Kirchturm von St. Martin, ein Campanile aus dem Jahr 1453, wurde 1767 auf seine heutige Höhe von rund 60 Metern aufgestockt. Er überstand mehrere Neubauten der Kirche und ist bis heute ein zentraler Bestandteil des Dornbirner Stadtbildes. Gemeinsam mit Marktplatz, Pfarrhof und Martinspark bildet er ein historisches Ensemble von hoher Bedeutung.

Ziegelaktion als Beitrag
Finanziell wird das Projekt von der Diözese Feldkirch, dem Bundesdenkmalamt und dem Land Vorarlberg unterstützt. Den Großteil trägt jedoch die Pfarre selbst. Eine zentrale Rolle spielt dabei die sogenannte Dachziegelaktion: “Alte, nicht mehr verwendbare Ziegel können als Erinnerungsstücke erworben werden. Jeder Beitrag – ob groß oder klein – hilft, damit unser Turm bald wieder in neuem Glanz über Dornbirn erstrahlt”, erklärt Achammer. Architekt Ritsch hat diese Aktion gestalterisch aufbereitet und mit historischen Bezügen versehen.

Die Arbeiten sollen voraussichtlich bis September abgeschlossen sein. Für die Pfarre ist die Sanierung weit mehr als ein Bauprojekt. “Was uns verbindet, trägt auch in Zukunft”, so Heidi Achammer. Der Turm sei nicht nur ein architektonisches Wahrzeichen, sondern ein Symbol für Zusammenhalt, Identität und gelebte Geschichte – und damit ein Stück Dornbirn, das auch kommenden Generationen erhalten bleiben soll. cth










