Erste Waldbestattung am Gebhardsberg

VN / 19.04.2026 • 14:18 Uhr
Die Nachfrage ist groß: Daniel Dalmonek hat bereits diese Woche erste Bestattungen im Wald des Friedens durchgeführt.
Die Nachfrage ist groß: Daniel Dalmonek hat bereits diese Woche erste Bestattungen im Wald des Friedens durchgeführt.Bernadette von Sontagh

Wald des Friedens wird kommende Woche offiziell eröffnet.

Bregenz Bestatter Daniel Dalmonek vom Bestattungsunternehmen Reumiller in Hard bereitet die erste Waldbestattung im “Wald des Friedens” am Gebhardsberg in Bregenz vor. Am großzügig gestalteten Andachtsplatz im Wald füllt er Weihwasser in eine Schale, legt einen Blumenkranz und die Urne bereit und wartet auf die Ankunft der Trauergäste. Obwohl der Waldfriedhof offiziell erst in der kommenden Woche eröffnet wird, fanden bereits in dieser Woche die ersten Bestattungen inmitten der Natur statt. “Angehörige von Verstorbenen haben vor einigen Wochen erfahren, dass hier ein Waldfriedhof entsteht, und sich bewusst dafür entschieden, auf diese Möglichkeit zu warten”, erklärt Dalmonek. Bis zu diesem Zeitpunkt hat er die Urnen bei sich im Bestattungsunternehmen aufbewahrt. Er zeigt sich erfreut, dass jene Verstorbenen nun ihre letzte Ruhe im Wald finden können.

Bestattungen inmitten der Natur

Wer den rund drei Hektar großen Wald unterhalb des Parkplatzes am Gebhardsberg betritt, wird sofort von einer tiefen Stille umgeben, lediglich das Zwitschern der Vögel und das Rascheln der Blätter sind zu hören. Es scheint, als lege sich eine besondere Ruhe über jeden Besucher, während der Wald mit den wärmeren Temperaturen zum Leben erwacht. Im “Wald des Friedens” können Interessierte zwischen Gemeinschaftsbäumen und Familienbäumen wählen. An Gemeinschaftsbäumen finden acht bis zehn Urnen Platz. “Die Asche des Verstorbenen wird in einer kompostierbaren Urne am ausgewählten Baum beigesetzt. Eine Namenstafel erinnert an die hier Ruhenden”, erklärt Dalmonek. Für ihn und seine Kollegen steht dabei stets der Wunsch der Familie im Vordergrund, unabhängig davon, ob die Bestattung auf einem traditionellen Friedhof oder in der Natur erfolgt. “Wenn jemand sich wünscht, seine letzte Ruhe in der Natur zu finden, können wir dies im ‚Wald des Friedens‘ ermöglichen”, betont er.

Wandel in der Bestattungskultur

Neben dem neuen Standort am Gebhardsberg gibt es bereits einen “Wald des Friedens” in Feldkirch-Tosters. Betreiber beider Wälder ist das Krematorium in Hohenems in Zusammenarbeit mit dem Gemeindeverband. Ein weiterer Waldfriedhof, der “Klosterwald” in Bludesch, wird von der Klosterwald GmbH geführt. Die Nachfrage nach Naturbestattungen steigt kontinuierlich. Viele Menschen entscheiden sich bewusst für diese Form der Beisetzung, weil sie als Teil der Natur einen Platz im Wald finden möchten. Zudem entfällt die oft aufwändige Grabpflege, diese übernimmt die Natur von selbst. Verantwortlich für den “Wald des Friedens” sind das Ethik & Umwelt Krematorium in Hohenems sowie der Gemeindeverband Vorarlberg.

Kostenfreie Grabplätze für Sternenkinder

Auch für Sternenkinder gibt es einen Platz im Wald des Friedens. Sie erhalten kostenfreie Grabplätze an den Wurzeln eines Gemeinschaftsbaumes oder an Einzelbäumen. Im Wald des Friedens haben Verstorbene aller Religionen und Herkunftsländer einen Platz. BVS

In ein kleines Loch am Baum wird die Urne gegeben, anschließend wieder mit dem Erdboden aufgefüllt. Lediglich eine Namenstafel am Baum zeugt von der letzten Ruhe des Verstorbenen.
In ein kleines Loch am Baum wird die Urne gegeben, anschließend wieder mit dem Erdboden aufgefüllt. Lediglich eine Namenstafel am Baum zeugt von der letzten Ruhe des Verstorbenen.
Am Gebhardsberg gibt es die Möglichkeit, sich mit der Urne im Wald begraben zu lassen.
Am Gebhardsberg gibt es die Möglichkeit, sich mit der Urne im Wald begraben zu lassen.
Im Wald des Friedens kann zwischen Gemeinschafts- und Familienbäumen ausgewählt werden.
Im Wald des Friedens kann zwischen Gemeinschafts- und Familienbäumen ausgewählt werden.
Im Wald des Friedens kann zwischen Gemeinschafts- und Familienbäumen ausgewählt werden.
Im Wald des Friedens kann zwischen Gemeinschafts- und Familienbäumen ausgewählt werden.
Der Wald des Friedens ist ein Ort der letzten Ruhe für die Verstorbenen.
Der Wald des Friedens ist ein Ort der letzten Ruhe für die Verstorbenen.
Auf einem großzügig gestalteten Andachtsplatz finden die Verabschiedungen statt.
Auf einem großzügig gestalteten Andachtsplatz finden die Verabschiedungen statt.
Das Weihwasser trägt der Bestatter im Kanister mit.
Das Weihwasser trägt der Bestatter im Kanister mit.
Die stille des Waldes und die Kraft, die von den Bäumen ausgeht, macht diesen Ort zu etwas Besonderem.
Die Stille des Waldes und die Kraft, die von den Bäumen ausgeht, machen diesen Ort zu etwas Besonderem.
Eine Tafel am Anfang erklärt den Wald des Friedens.
Eine Tafel am Anfang erklärt den Wald des Friedens.
Waldbestattungen sind nun auch am Gebhardsberg möglich.
Waldbestattungen sind nun auch am Gebhardsberg möglich.