Doku rückt Fanny Amanns Kochkunst in den Fokus

Film über Fanny Amann und Kochkultur feiert Premiere in Dornbirn.
Dornbirn Kochen verbindet, damals wie heute. Und genau diese verbindende Kraft steht im Mittelpunkt eines neuen Dokumentarfilms, der sich der Vorarlberger Kochkultur der vergangenen 100 Jahre widmet. Mit “Meine Küche” rückt dabei eine Frau ins Zentrum, die diese Entwicklung maßgeblich geprägt hat: Fanny Amann, Wirtin, Pionierin und Autorin eines bis heute erfolgreichen Kochbuchs.

Am Dienstag, 21. April, feiert der Film seine Premiere in Dornbirn. Bereits am Nachmittag lädt ein Erzählcafé im WirkRaum der Caritas dazu ein, gemeinsam in Erinnerungen einzutauchen. Zeitzeuginnen und Zeitzeugen berichten aus erster Hand, begleitet von Kuchen des Vereins Ahna und Ähne. Zwischen Erzählcafé und Filmvorführung bleibt ausreichend Zeit für den kurzen Fußweg zum Cinema Dornbirn.

Dort wird der Film am Abend erstmals auf großer Leinwand gezeigt. Im Anschluss ist ein Filmgespräch geplant, das zusätzliche Einblicke in die Entstehung und die inhaltlichen Schwerpunkte der Dokumentation bietet. Den Ausklang bildet eine Afterparty in der Bar 10Zimmer, bei der der Premierenabend in geselliger Atmosphäre weitergeführt wird.

Verein “Lichtspiel”
Verantwortlich für das Projekt ist der Verein “Lichtspiel”, der sich der filmischen Aufarbeitung bekannter Vorarlberger Persönlichkeiten widmet. Entstanden ist der Film aus einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Nachlass und den Erinnerungen rund um Fanny Amann. Über mehrere Jahre hinweg wurden Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aufgespürt, interviewt und umfangreiches Material gesammelt.

“Kochen war für Fanny Amann nie bloß Handwerk, es war Ausdruck einer Haltung zum Leben”, sagt Julia Beck, Vizeobfrau des Vereins. “Im Mittelpunkt stand die Freude am gemeinsamen Tun und die Leidenschaft, aus einfachen Zutaten etwas Besonderes zu schaffen.” Diese Haltung wolle man im Film spürbar machen – als gelebte Kultur, die bis heute nachwirkt.

Der Film selbst blickt weit zurück. Fanny Amann führte gemeinsam mit ihrer Schwester Mali über Jahrzehnte das Gasthaus Bad Schnifis und prägte mit ihrem Wirken Generationen. Ihr Kochbuch “Meine Küche”, erstmals 1931 erschienen, umfasst über tausend Rezepte und ist bis heute ein fester Bestandteil regionaler Küchentradition. Darüber hinaus thematisierte sie bereits früh Fragen zu Rollenbildern, Arbeitsaufteilung und einem bewussten Umgang mit Lebensmitteln.

Die Dokumentation verbindet historische Perspektiven mit aktuellen Stimmen. Neben Zeitzeuginnen und Zeitzeugen kommen Persönlichkeiten aus Gastronomie, Hotellerie und Kultur zu Wort. Sie beleuchten die Entwicklung der Essgewohnheiten ebenso wie die gesellschaftlichen Veränderungen, die damit einhergehen. “Der Film versteht sich dabei nicht als abschließende Antwort, sondern als Einladung zum Nachdenken über Herkunft, Identität und Zukunft der regionalen Küche”, so Beck.

Für das Erzählcafé (Teilnahme kostenlos) wird um telefonische Anmeldung unter 0664/876 00 34 oder auch online gebeten, Tickets für die Premiere sind unter https://meine-kueche.at/Premiere-Kino erhältlich. Ab Donnerstag, 23. April, ist “Meine Küche” auch regulär in mehreren Vorarlberger Kinos zu sehen. cth



