„Kultur in Kennelbach“ zelebriert Symbiose aus Musik und Literatur

Das Barockensemble La Rocaille und Rezitatorin Renate Bauer begeisterten im Saal Grünau.
Bregenz Unter dem Titel „Der beste Moment“ lud die Konzertreihe „Kultur in Kennelbach“ zu einem besonderen Erlebnis ein: Das Barockensemble La Rocaille und die Schauspielerin Renate Bauer präsentierten einen Abend, der über ein gewöhnliches Konzert hinausging. Es war eine Einladung zum Innehalten, die Schauspielerin Renate Bauer nannte es „einen Abend voller Glück, Freude und Verträglichkeit unter den Menschen“.
Die Villa Grünau bot dafür den passenden Rahmen. Der historische Wohnsitz der Industriellenfamilie Schindler mit seinem prächtigen Grünau Saal verbindet Geschichte und Kultur auf eindrucksvolle Weise. Als lebendiges Kulturzentrum steht sie für die Vision der Gemeinde.
„Unser Ziel ist es, hochkarätige Kunst in einem persönlichen, fast privaten Rahmen erlebbar zu machen“, erklärte Lukas Nußbaumer von „Kultur in Kennelbach“, bei der Begrüßung.

Die Schauspielerin Renate Bauer führte mit nuancierter Stimme durch das Programm. Beginnend mit Goethes „wunderbarer Heiterkeit“ spannte sie einen Bogen von Heinrich Heines Philosophischem bis zum Wortspiel-Humor eines heiteren Gedichtes von Heinz Erhardt. Die Texte bildeten das emotionale Fundament, auf dem die Flötistinnen von La Rocaille ihre Klangteppiche beispielsweise der afrikanischen Suite Nr. 15 ausbreiteten. Das Quartett zeigt Klangfarben und Register der Blockflöten von 25 Zentimetern bis zu zwei Metern Größe.

„Die Arrangements aus dem Barock wurden vom Komponisten und Jazzmusiker Norbert Dehmke als Brückenschlag zwischen 1480 und dem heutigen Jazz fröhlich aufgelockert“, so Veronika Ortner-Dehmke. „Die künstlerische Verbindung zwischen Weltliteratur und barocker Musik“, hob Renate Bauer als zentrale Botschaft hervor – ein bewusstes Erleben „des großen Glücks“.

Ein Highlight war auch das vorgetragene Manuskript zu Henry VIII, „Madame d’Amours“, eindrucksvoll mit Gesang untermalt von Dorit Wocher. Die vierte Flötistin Maren Kloser ergänzte zudem mit rhythmischen Akzenten. So entstand im Saal Grünau eine besondere Energie: „Es war, als ob die Zeit für zwei Stunden draußen geblieben wäre – ein seltenes Geschenk“, fasste Besucherin Magdalena Karl den Abend zusammen. Ein Moment, der lange nachklingt.
Weitere Informationen und Karten zur Konzertreihe unter: www.kulturinkennelbach.at.




