Playoff-Niederlage mit bitterem Beigeschmack

RHC Dornbirn verliert gegen Vordemwald.
Dornbirn Es war ein Abend, der alles hatte – Kampf, Leidenschaft, Rückschläge und am Ende vor allem eines: Enttäuschung. Schon vor Spielbeginn des zweiten Playoff-Halbfinalspiels stand der RHC Dornbirn am vergangenen Wochenende mit dem Rücken zur Wand. Mit Kapitän Kilian Hagspiel und Jean Carlos Levay fehlten zwei Leistungsträger, doch was dann folgte, machte die Aufgabe in Vordemwald endgültig zu einer Herkulesaufgabe. Eine unglückliche Aktion von Victor Wally führte früh zur roten Karte – eine Entscheidung mit weitreichenden Folgen.
Dabei begann das Spiel alles andere als hoffnungslos. Zwar gingen die Gastgeber durch einen Rebound von Kaeslin in Führung, doch Dornbirn antwortete sofort. Kilian Jochum traf zum Ausgleich – und was danach folgte, war pure Willenskraft. In vier Minuten Unterzahl stemmten sich die Dornbirner gegen das Spiel und schlugen sogar per Shorthander zurück. Pau Molet vollendete einen Konter in Unterzahl zur Führung, und als Matthias Höss wenig später am zweiten Pfosten auf 1:3 erhöhte, schien Dornbirn das Spiel trotz widriger Umstände im Griff zu haben. Plötzlich war sie da, diese leise Hoffnung, dieses Gefühl: “Hier geht etwas.” Doch Vordemwald ließ sich nicht abschütteln und verkürzte noch vor der Pause auf 2:3. Ein erstes Warnsignal.
Nach dem Seitenwechsel bot sich für Dornbirn im Powerplay die Chance, den Vorsprung nach einer Zeitstrafe der Gastgeber weiter auszubauen, doch diese blieb ungenutzt. In weiterer Folge machten sich die schwindenden Kräfte bemerkbar. Kleine Unachtsamkeiten, die auf diesem Niveau sofort bestraft werden, drehten das Spiel. Vordemwald nutzte seine Chancen eiskalt und zog auf 5:3 davon. Als in der Schlussminute das 6:3 fiel, war klar: Dieser Abend würde keinen versöhnlichen Ausgang mehr finden.
Neben der Niederlage wiegt vor allem die personelle Situation schwer. Victor Wally wurde für vier Spiele gesperrt, zudem droht Kilian Hagspiel länger auszufallen, als zunächst angenommen. Die Sperre sorgt im Dornbirner Lager für Unverständnis und verleiht der Niederlage einen besonders bitteren Beigeschmack. Die Best-of-Five-Serie steht nun 1:1, doch die Vorzeichen haben sich verändert.
Am Samstag, 25. April, kommt es in der Stadthalle Dornbirn zu Spiel 3 – mit der Chance auf den ersten Matchball. cth