Rummelplatz: Nackte Frauen auf Anhänger sorgen für Empörung

Ein Anhänger des Schaustellerbetriebs Böhler sorgt derzeit für Diskussionen. Mitverantwortliche Susanne Fessler nimmt zur aktuellen Kritik Stellung.
Bregenz, Dornbirn Die Schausteller Böhler aus Bregenz kennt man nicht nur aufgrund des Frühlingsfests in der Landeshauptstadt. Schließlich touren sie, sobald es wärmer wird, mit ihren farbenfrohen Fahrzeugen und Fahrgeschäften durch das ganze Land. Eines dieser Fahrzeuge sorgt jedoch für Gesprächsstoff.

So zeigt ein Anhänger des Fuhrparks zwei unbekleidete Frauen. Eine Leserin findet dies in der heutigen Zeit für einen Rummelplatz, der vor allem Kinder und Familien ansprechen will, unangebracht. Entsprechende Hinweise gingen auch an die Gastgebergemeinden, wie die VN in Erfahrung brachten. Diese verwiesen meist auf die Familie Böhler als Veranstalter. Die Stadt Dornbirn, wo der Rummelplatz diese Woche Halt macht, will Böhlers auch über den Hinweis informiert haben, berichtet die Leserin.

Nach Jahrzehnten in Kritik
Susanne Fessler, eine der Verantwortlichen am Rummelplatz, verweist auf die lange Nutzung des Anhängers. „Die Anlage steht seit fast 25 Jahren bei uns. Lackiert wurde sie Ende der 90er‑Jahre, und das ist bis heute die Original‑Lackierung“, sagt Fessler. Überlackiert worden sei nie etwas, die Anlage sei laufend gepflegt worden. „Sie ist gut in Schuss, aber eben auch dem Stil der damaligen Zeit geschuldet.“
Dass es nun, im Jahr 2026, erstmals zu Kritik gekommen ist, sieht Fessler im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Veränderungen. „Wir leben heute in einer sehr sensiblen Zeit. Viele Menschen fühlen sich von verschiedenen Dingen gestört, und das ist auch völlig in Ordnung. Jeder darf seine Meinung haben“, erklärt sie.
Wichtig ist Fessler dabei vor allem der persönliche Dialog. „Herr Böhler und ich sind die Chefs hier am Rummelplatz. Wir sind bei jeder Veranstaltung selbst vor Ort“, betont sie. Ihr Wunsch sei es, dass Anregungen oder Kritik direkt an die Platzleitung herangetragen werden. „Man findet bei uns immer ein offenes Ohr. Ich würde mir wünschen, dass man zuerst das Gespräch sucht und nicht gleich den Weg über die Behörden geht.“