Eine Vorarlbergerin als “Tatort”-Kommissarin: “Man wurde aus diesem kleinen Nest gefühlt herausgerissen”

VN / 25.04.2026 • 08:00 Uhr
Sophia Burtscher
Sophia Burtscher startet bald als Kommissarin im „Tatort“. Zentralbüro

Zwischen Hype und Heimat: Die Bregenzerin Sophia Burtscher (35) im VN-Interview.

Bregenz, Schwarzach Der „Tatort“ ist mit teils über zehn Millionen Zuschauern eines der erfolgreichsten TV-Formate im deutschsprachigen Raum. Mit Sophia Mercedes Burtscher ermittelt bald eine Vorarlbergerin im Team Dortmund. Im VN-Interview spricht sie über die plötzliche Öffentlichkeit, Erwartungen und ihre Verbundenheit zur Heimat.

Was macht das mit einem, wenn man weiß, dass einem pro Folge Millionen Menschen zuschauen?

Sophia Burtscher Während der Dreharbeiten konnte ich das komischerweise gut ausblenden und habe diesen vermeintlichen Trubel um den Tatort gar nicht an mich herangelassen. Bei der Pressekonferenz in der letzten Drehwoche ist dann aber doch sehr viel auf einmal über mich hereingestürzt, und ich konnte ein Gefühl dafür bekommen, was es vielleicht in Zukunft bedeutet. Es hat gefühlt jedes deutschsprachige Blatt meinen Namen einmal erwähnt. Das war schon sehr, sehr überraschend und neu, und ich habe dann schon viel darüber nachgedacht. Ich muss mir, glaube ich, ein dickes Fell zulegen, bis der Film nächstes Jahr herauskommt.

Die Erwartungen der Fans sind groß. Spürt man diesen Druck am Set?

Burtscher Nein, gar nicht. Jörg Hartmann, der schon seit es den Tatort Dortmund gibt, dabei ist, hat es mir leicht gemacht, da neu einzusteigen, weil wir uns einfach sehr gut verstehen. Auch die Regisseurin, die gleichzeitig Autorin des Buches ist, war wahnsinnig toll und wir hatten eine sehr harmonische, schöne Drehzeit. Es war deswegen ein totaler Kontrast, als die Pressemitteilung rauskam. Da wurde man aus diesem kleinen Nest gefühlt herausgerissen.

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Sophia Burtscher mit ihrem Kommissar-Kollegen Jörg Hartmann. ARD

Spätestens seit der Netflix-Serie „King of Stonks“ kennen Sie viele. Merken Sie das im Alltag?

Burtscher Ehrlicherweise gar nicht. Ich glaube, dafür gibt es einfach viel zu viel Angebot und so präsent war ich bisher noch gar nicht in dieser Film- und Fernsehlandschaft, dass mich Leute jetzt aktiv wiedererkennen.

Sophia Burtscher
“Sobald ich weiß, dass ich eine Rolle habe, sauge ich eigentlich alles auf.” zentralbüro

Sie sind in Bregenz aufgewachsen. Was verbinden Sie mit Ihrer Heimat?

Burtscher Es ist für mich vor allem ein Ort, an dem ich mich immer noch und lustigerweise auch wieder verstärkt total zu Hause fühle. Ich bin extrem gerne da – und wann immer es mir die Zeit erlaubt. Ich verbinde Familie, Freundschaften, Natur damit und freue mich extrem, wenn ich daheim ankomme und auftanken kann. In den letzten Jahren bringe ich auch gerne Freunde und Freundinnen mit. Es ist echt ein Ort geworden, den man auch voll gerne herzeigt.

Was gehört bei einem Besuch unbedingt dazu?

Burtscher Wenn sich was Kulturelles ergibt, dann mache ich das immer gerne. Ich finde das kulturelle Angebot in Bregenz oder Vorarlberg nach wie vor echt toll. Ins Kunsthaus gehe ich eigentlich immer. Ich gehe auch in jede Ausstellung, manchmal sogar zweimal, wenn es mir gefällt. Ich liebe es, in Cafés zu sitzen, am See zu sein, am Pfänder und im Bregenzerwald. Und ich habe eine große Verwandtschaft. Viel Zeit ist also auch einfach davon eingenommen, die Familie abzuklappern und alle mal zu sehen.

Sophia Burtscher
Vom Theater über Netflix zum „Tatort“. Zentralbüro

Woran arbeiten Sie gerade?

Burtscher Ich bin noch immer sehr viel in Zürich, wo ich am Schauspielhaus eine Produktion spiele, „Il Gattopardo“. Deswegen bin ich im Moment auch ziemlich viel in Bregenz. Im Herbst werde ich meinen ersten österreichischen Kinofilm drehen. Den Namen kann ich aktuell noch nicht verraten, aber es wird eine tolle Sache, auf die ich mich enorm freue, und meinen zweiten Tatortfilm drehe ich auch jetzt im Sommer.

Stehen in nächster Zeit auch Projekte in Vorarlberg an?

Burtscher Aktuell ist nichts geplant, aber never say never – es steht alles offen.

Sophia Burtscher
Im Herbst dreht Sophia Burtscher ihren ersten österreichischen Film. Zentralbüro

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Zur Person

Sophia Mercedes Burtscher

Geboren 24. August 1990 in Bregenz, lebt in Berlin

Ausbildung Universität Wien: Komparatistik und Theater-, Film- und Medienwissenschaften, Thomas Bernhard Institut am Mozarteum in Salzburg, Erasmus-Aufenthalt an der Goldsmiths University in London

Filmografie u.a. im Hauptcast der Netflix-Serie „King of Stonks“ (2022), „Stromberg – Der neue Film“ (2025),  Gastengagements an führenden deutschsprachigen Bühnen