Gemeinde unter Zugzwang: Neues Ärztehaus soll Versorgung sichern

VN / 27.04.2026 • 10:00 Uhr
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Bald soll hier ein Ärztehaus entstehen. Lucas Bargehr

Die Zeit drängt: Im ehemaligen Seniorenheim sollen mehrere Arztpraxen einziehen. Dafür muss das Gebäude generalsaniert werden.

St. Gallenkirch 2028 geht der einzige Hausarzt im Ort in Pension. Um wieder Ärzte anzusiedeln, plant die Gemeinde ein neues Ärztehaus im ehemaligen Seniorenheim. Das derzeit fast leerstehende Gebäude – das Pflegeheim Haus St. Fidelis wurde 2016 nebenan neu errichtet – beherbergt im Erdgeschoss die Außenstelle des Österreichischen Roten Kreuzes. Daneben soll ein neuer Hausarzt mit Hausapotheke einziehen. Im Obergeschoss können sich ein Zahnarzt sowie ein Hautarzt oder ein Physiotherapeut ansiedeln. Bürgermeisterin Lisi Kuster sucht intensiv nach einem Hausarzt. Einen Zahnarzt hat sie bereits gefunden.

Der Krankenpflegeverein Innermontafon samt Tagesbetreuung, der sich bereits im Gebäude befindet, wird im Dachgeschoss angemessene Räumlichkeiten beziehen. „Das ist ganz wichtig für uns“, betont Lisi Kuster. Ebenfalls im Dachgeschoss soll ein Mehrzweckraum entstehen, ein großer Saal, den die Bevölkerung für Veranstaltungen, Seminare und Kurse nutzen kann.

Generalsanierung notwendig

In der Maisitzung will die Gemeinde die Leistungen für einen Architekten und ein Planungsbüro vergeben. Dach, Fenster und Fassade müssen erneuert werden, zudem ist ein neuer Lift vorgesehen. Das gesamte Gebäude wird generalsaniert. Einzig die Räumlichkeiten der Rettung sind noch gut erhalten und bleiben unverändert. Die Grobkostenschätzung beläuft sich auf 2,7 Millionen Euro netto. Förderungen des Landes sind darin noch nicht berücksichtigt.

„Leerstand ist Leerstand. Da müssen wir etwas machen“, sagt Lisi Kuster. Das alte Pflegeheim sei nicht gerade ansehnlich. Vor allem störe sie, dass der Krankenpflegeverein dort untergebracht ist, denn die Räumlichkeiten seien derzeit „eine Katastrophe“. Der Bauhof hat bereits mit dem Ausräumen begonnen.

Die Gemeinde steht unter Zeitdruck: Der Baustart für die Generalsanierung soll noch heuer erfolgen, sodass spätestens 2028 die Ärzte ihre Patienten in den neuen Praxen empfangen können. Man rechnet mit einer einjährigen Bauzeit. „Das ist ein tolles Projekt“, sagt Lisi Kuster. Die Gemeindevertretung hat das neue Ärztehaus bereits einstimmig beschlossen. „Jetzt geht es in die Detailplanung.“