Eine Fichte, ein Dorf, ein Fest: Kraftakt für den Maibaum

VN / 28.04.2026 • 16:49 Uhr
Eine Fichte, ein Dorf, ein Fest: Kraftakt für den Maibaum
Mit vereinten Kräften: Zwei Kränze bilden den krönenden Abschluss. VN/Steurer

In immer mehr Vorarlberger Gemeinden werden Maibaumfeste gefeiert. In Lauterach ist der Brauch noch recht jung.

Lauterach Alle schauen nach oben. „Noch ein bisschen rüber, aber nicht viel“, sagt einer der Helfer und zeigt in die gewünschte Richtung. Christoph Bauer von Chrise Erdbau, Transporte und Kranarbeiten folgt den Anweisungen. „Besser?“, fragt er, nachdem er die Position des Krans per Fernbedienung korrigiert hat. Ein letzter prüfender Blick, dann kommt die Bestätigung. „Besser.“ Der Lauteracher Maibaum steht, verankert in einem rund 1,6 Meter tiefen, massiven Betonschacht vor dem Hofsteigsaal.

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Die Lauteracher Fichte ist knapp 20 Meter hoch. VN/Steurer
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Die Kränze sind mit bunten Bändern geschmückt. VN/Steurer

Der Maibaum ist mehr als ein geschmückter Baumstamm. Mit dem Maibaumfest wird der Beginn des Frühlings gefeiert. Der Ursprung des Brauchs reicht vermutlich bis in die vorchristliche Zeit zurück. Die Bedeutung hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. In seiner heutigen hohen Form, mit dem grünen Wipfel und Kränzen geschmückt, ist der Maibaum seit dem 16. Jahrhundert bekannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Tradition zeitweise aufgegeben, ehe sie ab den 1970er-Jahren wiederbelebt wurde. In Lauterach wird das Maibaumfest am Freitag (1. Mai) zum vierten Mal gefeiert.  

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„Der Schiball am Rosenmontag, den wir 65 Jahre lang veranstaltet haben, ist einfach nicht mehr gelaufen. Darum haben wir etwas Neues gesucht – als Vereinsaktivität und natürlich auch für die Vereinskasse. Jetzt ist das Maibaumfest gemeinsam mit dem Mostfest das größte Fest in Lauterach. Wir haben jedes Jahr um die 1000 Besucher“, erzählt Daniel Dietrich, Obmann des Schivereins Lauterach.

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Vor dem Aufstellen wird der Baumstamm geschält. VN/Steurer
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Der rund 20 Meter hohe Maibaum, eine Fichte, wurde von den Mitarbeitern des Bauhofs am Montag beim Wasserwerk gefällt. Dort müssen die Nadelbäume langfristig weichen. „Die Nadeln geben Gerbsäure ab. Im Wasserschongebiet sollten nur Laubbäume stehen. Wir haben daher die Auflage bekommen, dass die Nadelbäume nach und nach entfernt werden. Der diesjährige Maibaum ist bereits der dritte vom Wasserwerk“, erklärt Martin Böni vom Bauhof.  

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Ein Prachtexemplar – der Lauteracher Maibaum. VN/Steurer
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Der Baum sollte möglichst gerade sein und nicht zu klein. Den krönenden Abschluss bilden zwei Kränze, die am Sonntag von Mitgliedern des Schiclubs gebunden wurden. „Hauptsächlich von den Frauen, dementsprechend schön sehen sie aus“, merkt der Obmann an.

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Nicht nur der Bauhof und diverse Firmen unterstützen das Vorhaben. Die rund um den Stamm befestigten bunten Schilder werden jedes Jahr von den sieben Lauteracher Kindergärten gestaltet. Die Höchster, die seit 35 Jahren ein Maibaumfest ausrichten, standen dem Verein beratend zur Seite.

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Die Tafeln werden von den Lauteracher Kindergärten gestaltet. VN/Steurer

Nach dem Fest bleibt der Maibaum rund einen Monat lang stehen. Danach wird er gedrittelt. Drei Gewinner erhalten jeweils einen Teil des Baumes, zugestellt vom Schiverein in der gewünschten Form. Wer teilnehmen will, kauft ein Los für 2,50 Euro. Der Erlös kommt dem Elternverein und dem Krankenpflegeverein zugute. „Bei uns steht das gemeinsame Feiern im Vordergrund. Wir haben unsere Skihütte am Bödele. Durch das Maibaumfest sind wir auch wieder im Dorf präsent“, unterstreicht Daniel Dietrich.

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