Geisterhafter Theaterspaß in Mellau

“Tote Frauen trinken nicht” hat am 1. Mai, 20 Uhr, im Dorfsaal Premiere.
Mellau “Am Anfang war es eine komische Situation, aber inzwischen haben sich Spielerinnen und Spieler daran gewöhnt …”, schmunzelt Isabel Baldreich, die gemeinsam mit Obfrau Natalie Scalet beim neuen Stück des Mellauer Dorftheaters Regie führt. Mit “komische Situation” umschreibt sie die Tatsache, dass es in der “geisterhaften Komödie” von Claudia Kumpfe gehörig spukt: In “Tote Frauen trinken nicht” ist die Hauptdarstellerin Pia Freitag (Angelika Greußing) für fast alle unsichtbar. Gesehen werden kann sie nur von Sabine Wolf (Tina Michel) und natürlich vom Publikum. “Alle anderen müssen so tun, als wäre der Geist Pia gar nicht da”, erläutert Baldreich, die obendrein noch souffliert. “So zu tun, als wäre jemand gar nicht da, war eine Herausforderung für uns, zumal wir ein sehr junges Ensemble sind, das erst das dritte Stück auf die Bühne bringt.” Der neue Dorfsaal hat dem Dorftheater Mellau die Möglichkeit eröffnet, in Mellau Theater zu spielen – “und wir haben diese Gelegenheit beim Schopf gepackt”, so die Regisseurin.

Ein Wälder Ensemble
“Das Stück”, so Baldreich, “haben wir wieder für Mellau adaptiert. In der Besetzung kommt dies etwa in der Person von Eggar’s Jodok zum Ausdruck.” Das Gros des Ensembles kommt aus Mellau, “es spielen aber auch Mama Ingrid Wolf (Sandra Agerer) aus Schoppernau, Angelika Greußing alias Pia Freitag aus Egg, deren Mutter (Hannelore Haller aus Bezau) sowie Ghostbuster Martin Schneider aus Andelsbuch mit. Alle haben aber irgendeinen Bezug zu Mellau und wir freuen uns, dass sie als Gäste bei uns mitspielen und wir so ein Wälder Ensemble sind.”

Komplizierte Angelegenheit
In der Handlung des Stücks sorgt jedoch nicht nur die geisterhafte Erscheinung für Verwirrung, es entwickelt sich auch ein komplizierter Umgang mit Sabine, an deren Geisteszustand mehr und mehr gezweifelt wird und für die vor allem die ständig nörgelnde Mama Ingrid einen Psychiater für unabdingbar hält.

Begonnen hat alles damit, dass Pia tödlich verunglückte und Sabine als ihre Nachmieterin in deren Wohnung einzieht. Doch da hat sie die Rechnung ohne die frühere Mieterin gemacht: Pia kann nämlich “nicht hinüber” und beansprucht deshalb weiterhin ihre Wohnung, in der es sich auch Sabine gemütlich machen will.

Und dieser Streit zwischen Sabine und der unsichtbaren Pia lässt Sabines Mutter Ingrid (Sandra Agerer), Onkel Hanno (Siegfried Dietrich) und die Vermieterin Heike Saringer (Irma Wüstner) mehr und mehr verzweifeln. Einen ersten Versuch, die Irritation zu beseitigen, starten die diplomierte Reinigungsfachkraft Dunja Szabo (Karin Sohm) und ihr Assistent Eggar’s Jodok (Andreas Broger).

Als die beiden scheitern, wird schweres Geschütz aufgefahren: die beiden Wäldar Ghostbusters – eine Art Kammerjäger für Gespenster-Liquidierung – werden gerufen. Doch auch Christian Dietrich und Martin Schneider können dem Geist trotz modernster Ausrüstung nichts anhaben.

Zu allem Überdruss bekommt das Gespenst Sabine noch Verstärkung in Form ihrer – ebenfalls geisterhaften – Mutter (Hannelore Haller). Letzte Hoffnung bietet die “Putze” Dunja. Sie hat angeblich übersinnliche Kräfte, hat diese jedoch noch nie angewendet. Trotzdem “will versuchen es …”

Ob es klappt und ob die beiden Gespenster ihren Frieden finden und “hinüber dürfen”? Der legendäre Karl Farkas würde raten “Schauen Sie sich das einfach an.” Die Möglichkeit dazu besteht bei der Premiere am Donnerstag, 1. Mai, am 9. Mai, jeweils um 20 Uhr, sowie am 10. Mai, 18 Uhr. Bei dieser Muttertagsaufführung lädt das Dorftheater Mellau zum Sektempfang. STP
