Aller guten Dinge sind drei

Ein Altacher Trio mit Cup-Final-Atmosphäre vertraut. Vertrag von Benedikt Zech verlängert sich bis 2027.
Altach-Klagenfurt Am Donnerstag reist die Mannschaft mit dem Flieger nach Klagenfurt, um dann in Pörtschach das Teamhotel “Balance” zu beziehen. Am späteren Nachmittag erfolgt dann die erste und letzte Trainingseinheit im Finalstadion, der EM-Arena am Wörthersee. Ein besonderer Ablauf, den Cheftrainer Ognjen Zaric so normal wie möglich gestalten will. Auch wenn der 37-Jährige ungeschminkt davon spricht, dass die Partie gegen den LASK um den österreichischen Fußballpokal auch für ihn das “bisher größte Spiel meiner Karriere” ist.
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Gerade einmal drei Spieler im aktuellen Kader haben bislang Finalluft schnuppern dürfen. Einer, nämlich Alexander Gorgon, kennt auch das Siegergefühl. Gleich dreimal durfte der 37-Jährige als Spieler von HNK Rijeka den Pokalsieg in Kroatien bejubeln. Ein Sieg in Österreich jedoch blieb ihm bislang verwehrt. Mit Austria Wien verlor er 2013 das Endspiel gegen Pasching mit 0:1. Zwei Jahre zuvor war mit Benedikt Zech ebenfalls ein Altacher gescheitert.
Uniqa ÖFB Cup
Endspiel
LASK Linz vs. SCR Altach Freitag
Klagenfurt, Wörtherseestadion, 16 Uhr, SR Julian Weinberger (W)
ORF 1 überträgt die Partie live
Bisherige Saisonergebnisse in der Liga: 0:1 (a), 1:0 (h)
Als 20-Jähriger gehörte er jener Austria-Mannschaft an, die 2011 sensationell das Finale erreichte und deren Erfolgslauf erst im Ernst-Happel-Stadion von der SV Ried (0:2) gestoppt wurde. Gemeinsam ist den beiden eine weitere Finalniederlage: 2024 zogen Zech und Gorgon im Dress von Pogon Stettin trotz einer 1:0-Führung gegen den damaligen Zweitligisten Wisla Krakau mit 1:2 den Kürzeren. “Der Ausgleich ist in der Nachspielzeit gefallen. Das war richtig bitter”, erinnert sich der in Ludesch aufgewachsene Abwehrchef der Altacher. Weniger intensiv ist seine Erinnerung an sein erstes Cup-Endspiel. “Das ist doch schon einige Jahre her und ich war damals noch einer der Jungen. Damals dachte ich auch nicht daran, dass es so lange dauern wird, um dieses Gefühl noch einmal erleben zu dürfen. Umso mehr möchte ich nun das Spiel genießen. Mein Blickwinkel ist jetzt sicherlich ein anderer. Heute bin ich Führungsspieler. Und ich weiß, was es heißt, mit Altach zu so einem Endspiel zu stehen. Das ist alles andere als selbstverständlich.”

Noch eine weitere Saison
Für Zech ist das 256. Spiel im SCRA-Dress zudem ein besonderes, weil sich sein Vertrag aufgrund der Zahl seiner Saisoneinsätze (29) automatisch um ein Jahr verlängert hat. Dritter im Bunde jener Altacher, die schon ein Cupfinale gespielt haben, ist Patrick Greil. Während sein Einsatz auch einen Tag vor dem Endspiel noch nicht fix ist, brennt der 29-jährige Salzburger darauf, die Trophäe in die Höhe stemmen zu dürfen. Mit Rapid hatte er 2023 in Klagenfurt eine 0:2-Niederlage gegen den SK Sturm erlitten.

Aller guten Dinge sind drei – ein Spruch, der quasi auf das Trio zugeschnitten ist. Auch wenn die Redewendung ihren Ursprung wohl im Mittelalter hat, als – so heißt es – dreimal im Jahr eine Ratsversammlung abgehalten wurde und ein Angeklagter genau drei Chancen hatte, sich den Richtern zu stellen. Auf altgermanisch hießen diese Gerichtsversammlungen “Thing”, es hieß also ursprünglich “Aller guten Thinge sind drei” …

Und für Zech ist es das dritte Endspiel. “Ein Privileg”, wie er sagt, “als Vorarlberger dies mit Altach erleben zu können.” Nun gelte es, den Energielevel auf den Platz zu bringen, der “uns in den Spielen wie gegen Salzburg oder Sturm ausgezeichnet hat”. Und so macht er sich auch keine Gedanken über Favoritenrolle oder Außenseiter. “Das dreht sich im Fußball so schnell. Vor eineinhalb Monaten hätte es vielleicht anders ausgeschaut”, sagt er mit Blick auf die starken Leistungen der Linzer in den vergangenen Runden. Die Ergebnisse sind auch Zech nicht verborgen geblieben. “Beeindruckend”, sagt er, auch mit einer gewissen Bewunderung in Richtung Trainer Didi Kühbauer und dessen Arbeit. Doch Zech spricht auch gerne über die bisherigen Saisonduelle gegen die Linzer (1:0, 0:1), in denen man dem Gegner mehr als Paroli bieten konnte. “Wir wissen um die Stärke des LASK, aber deshalb erstarren wir nicht in Ehrfurcht. Ich denke, wir sind als Mannschaft gefestigt. Wenn es uns gelingt, wieder die Basics auf den Platz zu bringen, dann sind wir für jeden Gegner schwer bespielbar.”

Die Basics sind wichtig
Das Rezept gegen den Favoriten aus Oberösterreich klingt deshalb einfach: Eklig auftreten, geschlossen verteidigen und offensiv Nadelstiche setzen. Tugenden, die Altach in dieser Saison gleich mehrfach gezeigt hat, Tugenden, über die Zech sagt: “Ohne diese wird es sich für uns nicht ausgehen.” Deshalb kann sich der stets so ruhig wirkende Abwehrchef durchaus vorstellen, seine Kontenance für einmal hintanzustellen, um seine Mitspieler so richtig zu pushen. Alles für den großen Traum “Cupsieg”. Oder anders ausgedrückt: Zwei Anläufe können scheitern, beim dritten Mal greift alles ineinander. Getreu dem Motto, aller guten Dinge sind drei …