Faszination Cupfinale

Sport / 27.04.2026 • 20:15 Uhr
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Bleibt ruhig und will nichts von einer Krisenstimmung wissen: SCRA-Sportchef Philipp Netzer. gepa

Am Freitag (ORF 1, ab 16 Uhr) kann Altach in mehrfacher Hinsicht Geschichte schreiben.

Altach Die Situation ist kompliziert, zu Beginn der Cupwoche. Zumal die ganz große Euphorie im Hinblick auf das Endspiel im Uniqa-ÖFB-Cup am 1. Mai in Klagenfurt gegen den LASK ein wenig verflogen ist. Die Hochstimmung, die nach dem sensationell starken Auftritt beim 1:0-Halbfinalsieg in Salzburg herrschte, ist doch von der Realität im Ligaalltag etwas übertüncht worden. Weil die Rheindörfler in Ried und in Innsbruck nach starken Leistungen jeweils 2:0-Führungen aus der Hand gegeben haben und so plötzlich mit dem montägigen (18.30 Uhr) Heimspiel gegen Wolfsberg wieder mit dem Abstiegsgespenst konfrontiert werden könnten.

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Eine neue Herausforderung für die Mannschaft und das Betreuerteam um Cheftrainer Ognjen Zaric. Gilt es doch, nun den “Bumerang-Effekt für den bislang nicht fixierten Klassenerhalt” abzuwenden. Dabei steht man in Sachen Punkteanzahl (23) nach 29 Spieltagen so gut da wie nur einmal zuvor (2019/20) in den acht Saisonen mit der Punkteteilung. Einziger Unterschied? Damals lag Schlusslicht Admira (14 Punkte) abgeschlagen zurück, während im laufenden Spielbetrieb Wolfsberg (19) nach dem ersten Erfolg 2026, dem ersten Sieg nach 132 Tagen und 13 Pflichtspielen ohne Erfolgserlebnis, wieder Lunte gerochen hat.
In weiterer Folge braucht es aus Sicht der Altacher ein gutes Händchen im Umgang mit der Verletzung von Patrick Greil. Fakt ist, dass der 29-Jährige so richtig heiß auf sein zweites Cupfinale nach 2023 (0:2 mit Rapid gegen Sturm Graz) ist, dass aber aus medizinischer Sicht noch kein Okay gekommen ist. Seine Wadenverletzung rechts hat Altach ins Mark getroffen, weil ausgerechnet vor der entscheidenden Phase in Liga und Cup passiert. Jetzt gilt es auszuloten, welches Risiko Spieler und Betreuer für das Endspiel eingehen. Zumal ein längerer Ausfall bei einem Kurzzeiteinsatz auch sportlich fatale Folgen haben könnte.

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Tut alles für einen Einsatz im Cupfinale: Altach-Spielmacher Patrick Greil. gepa

Sportchef mahnt zur Besonnenheit

All die Faktoren sind auch SCRA-Sportchef Philipp Netzer bekannt. Allein der 40-Jährige mahnt im Interview bei LändleTV zu Besonnenheit und warnt vor einer Panikmache. “Wir fliegen nach Klagenfurt, um zu gewinnen”, will der Lochauer den Fokus bewusst auf das Spiel am Freitag gerichtet wissen. “Wir müssen und werden alles in das Finale investieren.” Eine konkrete Antwort in der Causa Greil wich Netzer jedoch ganz bewusst aus. Vielmehr strich er die Brisanz des Endspiels, die Bedeutung der Partie für den Club und die große Dankbarkeit seitens des Vereins über den zahlreichen Support beim Spiel in Klagenfurt heraus.

Fußball
SCRA-Sportchef Philipp Netzer sprach bei LändleTV über das Cupfinale. VN

Laut Netzer werden gut 5000 Zuschauer:innen aus dem SCRA-Lager erwartet. “Das Kribbeln ist schon zu spüren, auch wenn der LASK absolut in der Favoritenrolle ist. Aber es ist ein Spiel, ein Finale.” In dieses wolle man, so Netzer, alles investieren. Erst danach gelte der Fokus wieder ganz der Liga und dem Kampf um den Klassenerhalt. Oder wie Netzer betont: “Wir haben es beide Male selbst in der Hand.”