Deswegen sind am BORG Götzis bald auch die Kleinsten wichtig

Matura als Soloprogramm oder mit Lizenz zur Erziehung von kleinen Kindern. Eine Bildungsstätte wird reicher.
Götzis Das BORG Götzis steht für eine solide Allgemeinbildung in der Sekundarstufe zwei mit Endziel Matura. Ein kleiner Lehrkörper, 190 Schülerinnen und Schüler von überall im Land, ein Schulhaus in ruhiger Lage.
In dieses Schulhaus soll bald noch mehr Leben kommen. Wie Landesrätin Barbara Schöbi-Fink (65, ÖVP) bekannt gab, soll das BORG Götzis ab dem Schuljahr 2027/28 auch der Standort für eine öffentliche Bundesanstalt für Elementarpädagogik (BAfEP) werden. Als zusätzliches Angebot zur BAfEP im Feldkircher Institut St. Josef, die als Privatschule fungiert, sowie der dort untergebrachten Fachschule für pädagogische Assistenzberufe und dem berufsbegleitenden Kolleg für Elementarpädagogik. Darüber hinaus gibt es seit drei Jahren ein Kolleg für Elementarpädagogik in Lauterach. Diese Ausbildung ist ganztägig und erstreckt sich über vier Semester. Insgesamt 388 Studierende befinden sich aktuell in Ausbildung für eine Tätigkeit im Bereich Elementarpädagogik.

Großer Bedarf im Land
Doch für den Bedarf in Vorarlberg ist das nicht genug. “Der Ausbau der Kinderbildung und Kinderbetreuung, längere Öffnungszeiten und höhere Qualitätsanforderungen machen zusätzliche Ausbildungswege notwendig”, hält Schöbi-Fink fest.
Unabdingbar dafür ist die Unterstützung vom Bund, konkret von Bildungsminister Christoph Wiederkehr: “Kindergärten sind die erste Bildungseinrichtung – entsprechend wichtig ist es, dass es genügend Elementarpädagoginnen und Pädagogen gibt und dass diese die beste Ausbildung erhalten”, begründet er seinen Entschluss zur Gründung der ersten öffentlichen BAfEP in Vorarlberg. Er freue sich, dass die erste öffentliche BAfEP Vorarlbergs 2027/2028 ihre Pforten öffne.
Direktor freut sich
Freude zum Ausdruck bringt auch Edgar Mayerhofer (60), Direktor des BORG Götzis. “Wir haben aktuell zwei Klassen frei”, sieht er seine Schule räumlich prädestiniert für einen neuen Ausbildungszweig. Betont haben will Mayerhofer jedoch, dass “die BAfEP natürlich nicht das BORG ersetzen wird. Die gibt es weiter”.
Warum sich ausgerechnet das Gebäude im Mösleweg 16 als dringend benötigter Standort für eine öffentliche Bundesanstalt für Elementarpädagogik anbietet, erklärt der Direktor aus der Geschichte der Schule. “Ursprünglich war unsere Schule ja als Langform gedacht und baulich entsprechend ausgerichtet. Deswegen gibt es hier auch noch Entwicklungspotenzial.” Mayerhofer erhofft sich durch den Einzug der BAfEP auch Impulse für das BORG. “Nicht zuletzt gibt es für die Kolleginnen und Kollegen dadurch auch neue Möglichkeiten des Unterrichtens.”

Der Unterschied
Bis zum Herbst sollen konkrete Umsetzungsschritte für das neue pädagogische Projekt vorliegen, nach den Semesterferien 2027 könnte die Anmeldung für die eine geplante Klasse der fünfjährigen Schulform starten.
Wie sehr das Angebot für die Ausbildung zur Elementarpädagogin/zum Elementarpädagogen angenommen wird, zeigt das BORG Lauterach. Dort stößt das angebotene Kolleg für Teilnehmer mit Matura auf große Resonanz. “Wir sind nun im dritten Jahr und konnten bereits die ersten Absolventinnen verabschieden. Die jetzige Abschlussklasse umfasst 23 Personen”, spricht Direktorin Edeltraud Mathis von einer Erfolgsgeschichte. Der Unterschied zur geplanten öffentlichen BAfEP in Götzis: In Lauterach sind die Studentinnen zwischen 19 und 50 Jahren alt und haben bereits die Matura. Ihr Berufswunsch ist offensichtlich, während bei den BAfEPs nach der Matura viele Absolventinnen nicht im Bereich Elementarpädagogik tätig werden.