Hier findet man Unterstützung bei einem Kind mit Behinderung

VN / 29.04.2026 • 16:13 Uhr
Hier findet man Unterstützung bei einem Kind mit Behinderung
Die Diagnose eines Kindes mit Beeinträchtigung stellt viele Vorstellungen infrage und birgt viel Unsicherheit in sich. Man ist damit aber nicht allein. VN, Canva

Für Eltern ist die Erkenntnis, dass das eigene Kind mit einer chronischen Krankheit oder Beeinträchtigung auf die Welt kommt, oft ein Schock. So auch für jene Eltern, die im Jänner ihr Kind im LKH Feldkirch zurückließen. Hier findet man Halt und Unterstützung.

Schwarzach “Wir wissen, dass eine solche Diagnose bei ganz, ganz vielen Eltern zuerst einmal wie ein Schock ist und sie dann etwas Ähnliches wie einen Trauerprozess auslöst”, erklärt Claudia Niedermair. Sie unterrichtete an der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg Inklusive Bildung und war viele Jahre Obfrau des Eltern- und Selbsthilfevereins “Integration Vorarlberg”. Dessen Ziel ist die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in allen Gesellschaftsbereichen wie auch Schule und Berufsleben.

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Claudia Niedermair ist beim Verein “Integration Vorarlberg” engagiert.VN/Rauch

Ein Schock war es offensichtlich auf für jene Eltern, die ihr Neugeborenes im Jänner im Landeskrankenhaus Feldkirch zurückließen. Sie dürften von den Beeinträchtigung ihres Kindes überrascht worden sein. Publik wurde es aufgrund eines viral gegangenen Aufrufs von Landesrätin Martina Rüscher nach möglichen Adoptiveltern. Mehrere Interessenten werden mit Stand Ende April 2026 geprüft.

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Für die Eltern bedeutet die Diagnose in gewisser Form einen Abschied von den eigenen Vorstellungen, was es bedeutet, ein gesundes Kind zu haben. Natürlich sei in dieser Situation eine professionelle Beratung wichtig, aber auch emotionale Resonanz. “Für Eltern in dieser Situation, die offensichtlich in so einem Schock sind, ist der Kontakt zu anderen Eltern vermutlich essenziell”, ist Niedermair überzeugt.

Hier findet man Unterstützung bei einem Kind mit Behinderung
Zusammen stark, auch mit Behinderung: Es gibt zahlreiche Angebote der Hilfe und des Austauschs.VN/Rauch

In Vorarlberg gibt es zahlreiche Betroffenen- und Elternvereine, die sich oft auf gewisse Themenfelder konzentrieren. Dies reicht von der ARGE Down Syndrom bis zum Verein Marathon bei Muskelerkrankungen. Mehrere haben sich vergangenes Jahr zum Netzwerk Eltern Inklusion (Neli) Vorarlberg zusammengeschlossen. Diese bieten auch eine Peer-to-Peer-Beratung an, in der Betroffene anderen Betroffenen Hilfestellung bieten. Weitere Anlaufstellen finden sich in einem vom Land und den Selbsthilfevereinen erstellten Folder, der in den Geburtsstationen verfügbar ist.

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ifs hilft und berät

“Egal, was für chronische Erkrankungen oder Beeinträchtigungen es sind, Sie können mit Kindern zu uns kommen”, betont Manuel Düngler, Leiter der Abteilung Soziale Integration des ifs. Als professionelle Lotsenstelle biete man Orientierung im System der Behörden und Ansprüche, Hilfe bei Anträgen und der Sicherung der finanziellen Absicherung und auch bei der Vermittlung von Hilfsmitteln und Therapien. “Wir sind keine Psychologen, aber wir sind nicht nur für das Bürokratische da”, versichert Düngler.

Bei einem Neugeborenen empfiehlt er, zuerst einmal das Thema ankommen zu lassen. Man müsse hier oft auch gewisse Berührungsängste mit dem Thema überwinden, um sich offen mit den kommenden Herausforderungen auseinandersetzen zu können. Danach: “Früh genug zu uns kommen, dann kann man früh genug anfangen.”

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