Mut und Zivilcourage im Fokus

VN / 30.04.2026 • 16:38 Uhr
Diskutierten mit den Gästen zu diesem Thema: Katy Bayer (Moderation), Theresia Gröchenig, Tamara Gallaun, Nadine Obazuaye (Bibliothek), Claudio Herburger.  (Quelle: Bibliothek)
Diskutierten mit den Gästen zu diesem Thema: Katy Bayer (Moderation), Theresia Gröchenig, Tamara Gallaun, Nadine Obazuaye (Bibliothek), Claudio Herburger. (Quelle: Bibliothek)Bernadette von Sontagh

Bibliothek Lustenau startete Veranstaltungsreihe “Zwischen den Zeilen lesen”.

Lustenau Die Bibliothek Lustenau lud mit Leiterin Alexandra Jank am Donnerstagabend zur Auftaktveranstaltung einer geplanten Reihe, die sich mit Themen beschäftigt, die sowohl das persönliche Leben als auch die Gesellschaft betreffen. Unter dem Motto “Zwischen den Zeilen lesen” soll ein Raum geschaffen werden, um gemeinsam genauer hinzuschauen und aktuelle Herausforderungen offen zu diskutieren. “Ich freue mich, dass wir euch heute zu dieser ersten Veranstaltung ‚Zivilcourage, Mut und Verantwortung‘ begrüßen dürfen”, sagte Alexandra Jank. Durch den Abend führte Moderatorin Katy Bayer.

Was braucht es für eine mutige Gesellschaft mit Zivilcourage? Dieser Frage gingen die Diskussionspartner auf den Grund. (Quelle: Bibliothek)
Was braucht es für eine mutige Gesellschaft mit Zivilcourage? Dieser Frage gingen die Diskussionspartner auf den Grund. (Quelle: Bibliothek)

Gesprächsrunde: Mut und Zivilcourage

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Thema Zivilcourage. In einer offenen Gesprächsrunde mit Tamara Gallaun von StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt, Claudio Herburger (Offene Kinder- und Jugendarbeit OK-JA!) und Theresia Gröchenig (Autorin und Poetry-Slammerin) wurde deutlich, dass Zivilcourage Mut erfordert, jedoch niemand sich dabei selbst in Gefahr bringen sollte. Es braucht Überwindung, selbst Menschen, die sich beruflich mit dem Thema beschäftigen, müssen immer wieder Mut aufbringen.

Im Anschluss an die Diskussion kamen die Gäste miteinander ins Gespräch. (Quelle: Bibliothek)
Im Anschluss an die Diskussion kamen die Gäste miteinander ins Gespräch. (Quelle: Bibliothek)

Einigkeit herrschte unter den drei Gästen darüber, dass bereits in der Kindheit zu Hause vermittelt werden sollte, was Recht und Unrecht ist. Ein zentraler Punkt: Man kann kaum etwas falsch machen. Der erste Schritt ist, hinzuschauen, statt wegzusehen. Das Teilen und Reflektieren von erlebten oder beobachteten Situationen mit anderen hilft, die eigenen Emotionen besser zu verstehen und zu verarbeiten. Die wichtigste Regel in kritischen Situationen: Unterstützung von anderen Anwesenden holen und gemeinsam handeln, so wird man zum Alltagshelden oder zur Alltagsheldin.

Auch der Einfluss der Medien wurde diskutiert. Die Gäste waren sich einig, dass eine überwiegend negative Berichterstattung häufig Ängste schürt und das subjektive Unsicherheitsgefühl verstärkt, obwohl die tatsächliche Gefahr meist geringer ist. Ein Wunsch aus der Runde: Zivilcourage sollte als fester Bestandteil in den Lehrplan aufgenommen werden, denn sie lässt sich erlernen.

Was braucht es für eine mutige Gesellschaft?

Auf die Abschlussfrage, was es für eine mutige Gesellschaft braucht, gaben die Gäste vielfältige Impulse: Theresia Gröchenig nannte Aufklärung, Wissen, das Aufeinander-Zugehen und den Dialog zwischen den Generationen als entscheidende Faktoren. Claudio Herburger betonte die Bedeutung echter Begegnungen auf Augenhöhe und den Austausch mit anderen Kulturen. Tamara Gallaun hob hervor, wie wichtig es sei, sich der eigenen Privilegien bewusst zu werden und Verständnis für unterschiedliche Lebenssituationen zu entwickeln. Am Ende des Abends zitierte Katy Bayer folgende Passage: “Denn Mut fühlt sich selten mutig an. Oft fühlt er sich an wie Angst. Oder Zweifel. Und trotzdem gehen wir los.” Im Anschluss an die Diskussion kamen die Gäste weiter ins Gespräch und ließen den Abend ausklingen. BVS