Netzwerk Familie bietet Kurs für junge Eltern

VN / 30.04.2026 • 15:53 Uhr
Ana und Fridolin Hagspiel mit Sohn Elias. Den Eltern ist es wichtig, Elias Geborgenheit zu vermitteln. © Hagspiel
Ana und Fridolin Hagspiel mit Sohn Elias. Den Eltern ist es wichtig, Elias Geborgenheit zu vermitteln. Hagspiel

Ana Hagspiel erzählt, wie sie mit dem “SAFE”-Kurs von Netzwerk Familie sicherer in die Elternschaft startete.

Dornbirn Als Ana Hagspiel vor rund drei Jahren ihr erstes Kind erwartete, war ihr Wunsch klar: Sie wollte ihrem Baby den bestmöglichen Start ins Leben ermöglichen. Eine Freundin machte die damals 34-Jährige auf den Elternkurs “SAFE – Sichere Ausbildung für Eltern” bei Netzwerk Familie in Dornbirn aufmerksam. Der Kurs begleitet (werdende) Eltern von der Schwangerschaft bis zum Ende des ersten Lebensjahres des Kindes und soll die Mütter und Väter unterstützen, eine sichere Bindung mit ihrem Baby aufzubauen. Diese wirke wie “ein großer Schatz fürs ganze Leben”, sagt SAFE-Mentorin Regina Mähr-Nopp. “Sicher gebundene Kinder kommen besser mit den Herausforderungen und Widrigkeiten klar, die das Leben mit sich bringt”, erklärt sie. “Sie sind in der Schule konzentrierter, sozial kompetenter in Beziehungen und später im Beruf erfolgreicher.”

Ana und Fridolin mit Elias, der sich sichtlich freut, auf den Schultern vom Papa getragen zu werden. © Irina Gantze
Ana und Fridolin mit Elias, der sich sichtlich freut, auf den Schultern vom Papa getragen zu werden. Irina Gantze

Ana, die zwar Sozialarbeit studiert hat, aber seit nunmehr 15 Jahren bei einem Bauträger angestellt ist, fühlte sich besonders von den Kursinhalten zur Kommunikation und Interaktion mit dem Baby angesprochen. Sie und ihr Mann Fridolin entschieden sich, am SAFE-Programm teilzunehmen.

Ana und Fridolin machen gerne Ausflüge mit ihrem kleinen Elias, wie hier an den Bodensee. © Hagspiel
Ana und Fridolin machen gerne Ausflüge mit ihrem kleinen Elias, wie hier an den Bodensee. Hagspiel

Bedürfnisse des Babys erkennen

Im Kurs sei es viel um Feinfühligkeit gegangen, erzählt Ana. Darum, an den Feinzeichen des Babys – wie etwa Mimik oder Gestik – zu erkennen, was es gerade braucht. Praktische Übungen halfen dabei: So filmte Anas Mann sie einmal, als sie ihr Baby wickelte, und anschließend analysierten sie gemeinsam mit den anderen Kursteilnehmern die Signale des Säuglings im Video: “Was sind die Feinzeichen vom Baby, was habe ich erkannt oder was habe ich übersehen?”, schildert Ana. Den Austausch mit den anderen Eltern im Kurs sowie mit den Kursmentorinnen empfand die frischgebackene Mutter als wertvoll. “Das ist total hilfreich gewesen, mehrere Blickwinkel von einer Situation zu haben”, sagt sie.

Die eigene Kindheit reflektieren

Die Reflexion sei überhaupt ein wichtiges Element im Kurs gewesen, berichtet Ana. So hatten die Teilnehmer auch die Möglichkeit, in Einzelgesprächen mit den Mentorinnen die eigene Kindheit zu reflektieren. “Wie beeinflusst mich meine eigene Kindheit heute?” Sich dessen bewusst zu sein helfe, mit gewissen Situationen besser umzugehen, erklärt Ana, die heute mit ihrem Mann und ihrem dreijährigen Sohn Elias im Bregenzerwald lebt.

Der kleine Elias ist der ganze Stolz von Ana und Fridolin. © Irina Gantze
Der kleine Elias ist der ganze Stolz von Ana und Fridolin. Irina Gantze

Doch auch die Paarbeziehung war ein Thema im Kurs. Denn gerade in der ersten Zeit mit Baby ist es eine Herausforderung, die Partnerschaft nicht aus dem Blick zu verlieren. Da sei es wichtig gewesen, sich immer wieder bewusst zu machen, “geht es mir selbst und uns als Paar gut, geht es uns auch als Familie gut”, betont Ana. Sie nimmt sich deshalb regelmäßig Zeit für sich und für die Paarbeziehung – etwa, wenn sie laufen oder mit ihrem Mann Skifahren geht.

Unterstützung im Alltag

Wenn Ana heute im Alltag mit Elias nicht mehr weiterweiß, nutzt sie immer noch manchmal die von den Mentorinnen angebotene Hotline – wie zuletzt, als Elias auf einmal nicht mehr in die Spielgruppe gehen wollte.

Rückblickend ist Ana froh, dass ihre Freundin sie vor über drei Jahren auf den Elternkurs hingewiesen hat: “Ich habe auf allen Ebenen profitiert – sowohl persönlich als auch als Paar, als auch in meiner Mamarolle”, ist sie überzeugt.

Mehr Informationen zum SAFE-Kurs finden Interessierte unter www.netzwerk-familie.at/safe. Netzwerk Familie ist ein Angebot des Vorarlberger Kinderdorfs in Kooperation mit der aks gesundheit und der Vorarlberger Kinder- und Jugendärzte. SSU