Die Cup-Sensation war zum Greifen nahe

Leidenschaftlicher Kampf, zweimalige Führung, doch am Ende war der LASK (4:2) zu stark für Altach.
Klagenfurt Altach lieferte dem LASK ein packendes Cup-Endspiel, ein Duell auf Augenhöhe, aber auch ein Spiel, in dem die Leidenschaft nicht belohnt wurde. Vielmehr endete die Partie bitter für die Vorarlberger, die erst in der Verlängerung (2:4) verloren. Denn Greil schied wieder verletzt aus und Mustapha sah Rot. So endete ein emotionaler Cupabend mit einer doppelt bitteren Pille.
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Es war ein Start voller Emotionen und großer Choreografie. Und es war ein Start ganz nach dem Geschmack der Altach-Fans. Zwar war der LASK sogleich temporeich im Spiel und bestrebt, das Leder so schnell wie möglich in seine so stark besetzte Angriffslinie mit dem Trio Usor, Kalajdzic und Adeniran zu bekommen, doch die Vorarlberger ließen sich nicht überraschen.


Uniqa ÖFB Cup 2026
Finale
LASK Linz vs SCR Altach 4:2 n. Verl. 2:2 (1:2)
Klagenfurt, Wörtherseestadion, 22.000 Zuschauer, SR Julian Weinberger (W)
Torfolge: 5. 0:1 Greil, 11. 1:1 Usor, 30. 1:2 Demaku, 66. 2:2 Adeniran, 101. 3:2 Bello, 103. 4:2 Adeniran
Gelbe Karten: 56. Demaku (Altach), 62. Tornich, 69. Andrade (beide LASK), 73. Hrstic (Altach/alle Foulspiel, 107. Jäger (Altach/SR-Kritik)
Rote Karte: 108 Mustapha (Altach/Tätlichkeit)
LASK Linz (3–4-3) Jungwirth – Cisse, Tornich (91. Mbuyamba), Andrade – Jörgensen (114. Lang), Bogarde, Horvath (114. Flecker), Bello – Usor (83. Danek), Kalajdzic (114. Coulibaly), Adeniran
SCR Altach (3–4-3) Stojanovic – Milojevic, Zech, Jäger – Ingolitsch (106. Yalcin), Demaku (115. Lukas Gugganig), Bähre (106. Benjamin), Ouedraogo – Massombo (85. Gorgon), Hrstic (77. Diawara), Greil (95. Mustapha)
Weg ins Finale:
LASK: 1. Runde: 4:0 (a) Wiener Sport-Club, 2. Runde: 2:0 (a) SV Horn, Achtelfinale: 4:0 (a) SV Stripfing/Weiden, Viertelfinale: 3:2 (h) Blau-Weiß Linz, Halbfinale: 2:1 n. V. (a) SV Ried
Altach: 1. Runde: 4:1 (a) SC Hirschwang, 2. Runde: 3:1 (a) SV Donau, Achtelfinale: 3:1 n. V. (a) Kapfenberger SV, Viertelfinale: 3:1 n. V. (h) Sturm Graz, Halbfinale: 1:0 (a) Red Bull Salzburg



Auch dank Torhüter Dejan Stojanovic, der gleich nach 105 Sekunden erstmals gefordert war. Jörgensen prüfte den SCRA-Keeper, der den Schuss souverän mit den Fäusten parierte, aber beim Nachschuss von Jörgensen noch einmal hellwach sein musste. Das Linzer “Feuerwerk” wurde dann just von Patrick Greil unterbrochen. Altachs Toptorjäger nutzte eine erste Gelegenheit zum Führungstreffer. Nach einem weiten Einwurf von Ouédraogo (5.) wurde der Ball am Fünfer per Kopf weitergeleitet und Greil nahm das Leder volley und der Schuss landete durch die Beine von LASK-Goalie Jungwirth im Netz.

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Eine Führung, die noch mehr Emotionalität in die Partie brachte, die den LASK noch intensiver angreifen ließ. Der Druck wurde minütlich mehr, eine Entlastung gelang aus Altacher Sicht nicht mehr. Schnelle Kombinationen der Linzer sorgten immer wieder für Verwirrung in der SCRA-Defensivreihe. So auch beim Ausgleich, als Horvath über links zum Flanken kam und Usor am Fünfer vollendete (11.).

Damit nicht genug, der offene Schlagabtausch war nun vollends eröffnet. Der LASK legte nach und Altach ging das Tempo mit. Allerdings waren die Zaric-Schützlinge vor allem defensiv gefordert, weil die Linzer den Altacher Strafraum ins Visier nahmen. Auch mit weiten Einwürfen, wie nach 21 Minuten, als Adeniran einen solchen Ball vollendete. Ein VAR-Entscheid aufgrund einer Attacke gegen Jäger verhinderte jedoch die Linzer Führung. Nur wenig später war es Stojanovic, der mit einer glänzenden Parade ein Gegentor verhinderte (26.).

Die Antwort der Altacher auf die erneute Druckphase der Stahlstädter? Ein Konter, zwei Pässe – und ein Traumtor durch Vesel Demaku (30.). Über Massombo war es schnell über rechts gegangen, Greil ließ den Passball abklatschen und Demaku vollendete mit einem wuchtigen Schuss von der Strafraumgrenze unter die Querlatte. Greil, die Dritte, hieß es in der Nachspielzeit (45./+1), als er mit einem Schlenzer ins lange Eck Jungwirth zu einer Parade zwang.

Linzer mit viel Wucht
Die zweite Hälfte begann ohne personelle Veränderungen. Und SCRA-Kapitän Lukas Jäger widmete sich gleich wieder von Beginn weg um seine “Spezialaufgabe Moses Usor”. Doch erneut war es Jörgensen, der Stojanovic – wie schon in Hälfte eins – auf eine harte Probe stellte. Weil Altachs Torhüter den Schuss des Dänen nach vorne abprallen ließ, musste er sich auch noch beim Nachschuss von Kalajdzic auszeichnen (49.). Eine brenzlige Situation, die einmal mehr zeigte, wie dominant die Linzer das Spiel gestalteten.

Das erste Altacher Feuerwerk nach der Pause gab es erst nach einer Stunde – doch nicht auf dem Feld, sondern von den. Aus dem Fanblock flogen Leuchtraketen über das Spielfeld, sodass die Partie eine Minute “unterbrochen” wurde. “Das wird teuer”, so der Kommentar des Sicherheitsbeamten auf der Tribüne. Teuer zu stehen kam den Altachern auch ein verlorenes Sprungduell nach einem weiten Abschlag von Jungwirth. Denn Kalajdzic leitete den Ball ideal in den Lauf von Adeniran weiter und der US-Amerikaner vollstreckte eiskalt über Stojanovic hinweg (66.).

Mit dem Ausgleich zum 2:2 ließ der Druck der Linzer ein wenig nach. Altach fand wieder besser ins Spiel. Und von der Bank gab es das erste Signal, denn für Hrstic wurde der flinkere Diawara eingewechselt (77.). Nur kurz nach seiner Einwechslung sorgte LASK-Abwehrmann Cissé beinahe für ein Eigentor, als er seinen Goalie überhob, der Ball aber auf dem Tor landete (78.). Beim nachfolgenden Eckball war es dann Jäger, der mit einem starken Kopfball Torhüter Jungwirth zu einer Parade zwang (79.). Und dann passierte noch der Aufreger in der Nachspielzeit, als Adeniran seinen dritter Treffer erzielte, doch der VAR den Abseitspfiff bestätigte (90./+4).

Bittere Gegentore
Die Verlängerung begann für Altach mit einem Schockmoment, denn für Greil war die Partie nach 94 Minuten beendet. Der 29-Jährige spürte wohl seine Wade und musste vom Feld. Nur wenige Sekunden davor hatte Stojanovic seine Mannschaft bei einem Schuss von Adeniran vor einem Rückstand bewahrt. Nach 101 Minuten besiegelte jedoch Bello die bittere Cup-Niederlage für Altach. Nach einem weiten Flankenball von Jörgensen war er vergessen worden, nahm den Ball volley und traf (101.). Weil der bärenstarke Adeniran nachdoppelte, war das Finale in der ersten Hälfte der Verlängerung entschieden.