Schalter umlegen, Klassenerhalt fixieren

Alle fit, aber alle noch die Leere vom verpassten Cupsieg im Kopf. Jetzt geht es um den Ligaverbleib.
Altach Es blieb wenig Zeit, um die Köpfe freizubekommen. Weder für Cupsieger LASK noch für Verlierer Altach. Das sorgte in beiden Lagern für großes Unverständnis. Und so war das Wiedersehen der SCRA-Spieler am Sonntag erneut emotional geladen. Doch der Umgang mit der Geschichte verlief extrem professionell. So tief der Stachel am Freitag nach dem Spiel auch saß, so war der Blick doch schon auf den Montag gerichtet. Denn jetzt gilt es: “Wir wollen uns den Klassenerhalt vorzeitig sichern”, lautet die Botschaft aller an die Anhänger. Und diese sind aufgefordert, in Schwarz ins Stadion zu kommen. Nach Weiß in Klagenfurt, nun Schwarz in Altach gegen Wolfsberg.

Die gute Nachricht? Patrick Greil gab gleich nach dem Cupfinale Entwarnung: Müdigkeit ja, die Wade aber hat gehalten. Die Kunst des Trainers ist es nun, nicht nur die Richtigen, sondern vor allem jene auszusuchen, die bereit für diesen Kampf sind. Spielbeginn gegen den WAC ist am Montag um 18.30 Uhr.
Denn Altach wird Gegenwehr erhalten. Der WAC zeigte zuletzt mit dem Sieg über den GAK ein Lebenszeichen. Vor allem ist man sich im Lager der Lavanttaler der prekären Situation bewusst. “Auf uns wartet ein unheimlich wichtiges und zugleich schweres Auswärtsspiel. Es geht um sehr viel”, blickt Cheftrainer Thomas Silberberger voraus. Der 52-Jährige ist dank seiner vielen Jahre auf dem Cheftrainer-Sessel bei der WSG Tirol erprobt im Abstiegskampf. Für den Tiroler ist es das 19. Spiel gegen die Rheindörfler.

Admiral Bundesliga
30. Spieltag
Qualifikationsgruppe
SCR Altach – Wolfsberger AC Montag
Altach, Stadion Schnabelholz, 18.30 Uhr, SR Safak Barmaksiz (W)
Bisherige Saisonergebnisse: 2:0 (a), 3:1 (h), 1:1 (a)
Mögliche Aufstellungen
SCR Altach (3–4-3) Stojanovic – Milojevic, Zech, Jäger – Sandro Ingolitsch, Demaku, Bähre, Ouédraogo – Massombo, Diawara, Greil
Es fehlen: Fetahu (Schambein), Idrizi, Tietietta (beide Knie)
Wolfsberger AC (3–4-2-1) Polster – Baumgartner, Piesinger, Nicolas Wimmer – Wohlmuth, Sulzner, Schöpf, Renner – Gattermayer, Zukic – Ngankam
Es fehlen: keiner

Erstmals allerdings ist Silberberger, der bislang nur drei seiner Duelle mit Altach als WSG-Trainer gewinnen konnte, als Nicht-Wattener-Coach zu Gast im Schnabelholz. Und da wartet ein Team, das ein ergebnistechnisch bitteres Wochenende verdauen musste, das andererseits noch einmal in seiner Einheit gestärkt wurde. Eine Mannschaft, die ob der Kraftanstrengung von Klagenfurt vor allem auch auf die Unterstützung der Fans hofft. “Wir verfolgen mit aller Konsequenz den vorzeitigen Klassenerhalt”, lautet die Botschaft von Coach Ognjen Zaric. Zugleich appelliert der 37-Jährige an alle Fans, die heute den Dresscode “Schwarz” befolgen sollen, ebenfalls noch einmal alles zu geben. “Die Energie im Stadion ist für die Spieler ganz wichtig.”

Es zeichnet den Trainer aus, dass er Schritt für Schritt die Ziele verfolgt. In keiner Phase seiner bisherigen Amtszeit war bei Zaric Übermut zu spüren, aber gesundes Selbstbewusstsein und Vertrauen in die eigene Stärke haben die Spieler auf ein neues Level gehoben. Diesen nun gegen den WAC zu bestätigen, ist für ein Team, das den Rhythmus englischer Wochen nicht so sehr gewohnt ist, nicht leicht.

“Mit ein paar Tagen Abstand wird uns schon bewusst werden, was wir geleistet haben”, sagte Mike Bähre nach dem Cupfinale – den Blick schon in Richtung Liga gerichtet. “Da wird dann der Stolz über die Enttäuschung siegen.”

Einen Schritt weiter geht gar Patrick Greil: “Wir wollen aus der Saison noch das Maximum rausholen.” Der 29-Jährige spricht dabei die aktuelle Situation in der Tabelle an, wo von einem internationalen Platz bis hin zur großen Abstiegsgefahr vor dem WAC-Spiel noch alles drin ist. Beim Toptorjäger ist spürbar, wie sehr er darauf brennt, Spiel für Spiel dem Club mit guten Leistungen für das in ihn gesetzte Vertrauen etwas zurückzugeben. “Ich fühle mich in Altach und in dieser Mannschaft sehr wohl.” Und genau dieses Wohlgefühl soll gegen Wolfsberg mit dem vorzeitigen Klassenerhalt noch einmal gefestigt werden. Wohlwissend, dass es ein schmaler Grad ist – zwischen Europacup-Play-off und Abstiegskampf.