Eine Welle der Solidarität lief durch Au

Charity-Lauf vereint Menschen und wird zu einem bewegenden Zeichen der Hilfsbereitschaft.
Au Im November 2025 veränderte ein tragischer Unfall das Leben des jungen Landwirts Daniel Geiger schlagartig. Ein halbes Jahr später zeigt sich nun, wie groß Zusammenhalt und Mitgefühl sein können, und das weit über die Grenzen seiner Heimatgemeinde hinaus.

Was als leise Idee im Kreis seiner Geschwister begann, wuchs innerhalb kurzer Zeit zu einer beeindruckenden Bewegung heran. Christof, Kathrin und David wollten nicht länger tatenlos zusehen, sondern selbst aktiv werden und ein Zeichen setzen. Gemeinsam mit Wilfried Erath, Martin Natter und Philipp Übelhör begannen sie schließlich mit der Planung und legten damit den Grundstein für eine Aktion. Sie stellten einen Stundenlauf auf die Beine, bei dem nun die Läufer pro Runde einen Spendenbetrag beisteuern oder sich sponsern lassen konnten. Auch Firmensponsoren machten von dieser Möglichkeit Gebrauch. Für die Geschwister stand schnell fest, dass auch der Krankenpflegeverein Au-Schoppernau-Schnepfau, der vor der Anschaffung eines neuen Einsatzfahrzeugs stand, in die Initiative eingebunden werden sollte.

“Bei unserer dritten Sitzung dachten wir, 500 Anmeldungen wären schon überwältigend”, erinnert sich Hauptinitiatorin Kathrin Geiger. Es kam anders. Eine Welle der Solidarität setzte ein, die alle Erwartungen sprengte. Anmeldungen strömten herein, die Planungen mussten angepasst werden. Der Veranstaltungsort wurde verlegt, die Strecke neu konzipiert, die Verpflegung völlig umorganisiert. Mehr als 120 freiwillige Helfer meldeten sich. Gleichzeitig wurde der Familie Geiger nach dem Unfall schmerzlich bewusst, wie wertvoll ein funktionierender Krankenpflegeverein ist.

Am Veranstaltungstag zeigte sich schließlich das ganze Ausmaß dieser Hilfsbereitschaft. Den Auftakt machte ein Kinderlauf mit über 400 Teilnehmern. Schulen aus der Region liefen geschlossen, begleitet von unzähligen weiteren Kindern. Später standen über 1000 Läuferinnen und Läufer am Start, Menschen aus dem Hinteren Bregenzerwald und weit darüber hinaus. Sie liefen Runde um Runde, einige mit sportlichem Ehrgeiz. Es schien, als sei eine ganze Region in Bewegung.

Mitten unter ihnen – Daniel selbst. Er ließ es sich nicht nehmen, im Rollstuhl ebenfalls seine Runden zu drehen. Ein Moment, der viele tief berührte und der mit viel Applaus belohnt wurde. Entlang der Strecke säumten zahlreiche Zuschauer den Weg, feuerten an, klatschten, jubelten. Eine nicht enden wollende Menschenkette zog sich durch das Gelände.

Auch abseits der Strecke wurde viel geboten: Kinderprogramm mit Schminken, Sandspielplatz und Kletterturm, eine Autogrammstunde mit regionalen Skistars Lukas Feurstein, Patrick Feurstein, Noel Zwischenbrugger und Johannes Strolz. Das Sponsoring rund um die Veranstaltung war enorm, so stand auch eine Truhe voll mit erfrischendem Eis auf dem Angebot. Zudem gab es die Möglichkeit zur Stammzelltypisierung durch den Verein “Geben für Leben”.

Der Krankenpflegeverein präsentierte sein neues Fahrzeug, das von Dekan Georg Willam feierlich gesegnet wurde. Obmann Wilfried Erath sprach allen Beteiligten seinen Dank für die Unterstützung und die beeindruckende Teilnahme am Charity-Lauf aus.

Zum Abschluss des Tages wartete noch ein Höhepunkt: Bei einer Tombola gab es die Möglichkeit, zahlreiche von regionalen Unternehmen gespendete Sachpreise zu gewinnen. Doch im Mittelpunkt standen letztlich nicht Zahlen oder Leistungen, sondern die spürbare Dankbarkeit und tiefe emotionale Verbundenheit. Daniel Geiger wandte sich mit persönlichen Worten an alle Unterstützer, sichtlich bewegt und getragen von langanhaltendem Applaus. Moderator Martin Natter fasste die Stimmung treffend zusammen, diese Veranstaltung habe eine Dimension erreicht, die sich kaum in Worte fassen lasse.












