Den Bienen geht es gut … solange dieses Horrortier nicht kommt

Imkerverbandspräsident Gerhard Mohr berichtet von einem bislang guten Jahr für die fleißigen Honigproduzenten.
Schwarzach Geht’s den Bienen gut, geht’s der Natur gut. Dieser Erkenntnis folgen nicht nur jene, die sich der Imkerei verschrieben haben. So gesehen leben wir derzeit in guten Zeiten. “Wobei”, schränkt Imkerverbandspräsident Gerhard Mohr (60) ein, “die derzeit vorherrschende Trockenheit nicht ganz ohne Folgen für den grundsätzlich zufriedenstellenden Zustand der Bienen bleibt. Die von den Bienen aufgesuchten Pflanzen tragen durch die Trockenheit halt nicht so viel Nektar.”
Winter gut überstanden
Den Winter überstanden haben der Menschen liebste Insekten unbeschadet. “Ganz besonders wichtig war in dieser Zeit die kalte Phase. Die Bienen kamen so zu einer Brutpause, was vor allem in Hinblick auf die Varroamilbe sehr wichtig war”, analysiert Mohr.

Während die Varroamilbe derzeit noch kein Problem darstellt, bereitet dem obersten Imker des Landes etwas anderes große Sorgen. Diese Sorge nennt sich im Fachbegriff Vespa velutina und verkörpert das, wovor sich alle Imker im Land fürchten. “Das ist die asiatische Hornisse, die Honig- und Waldbienen in großer Zahl frisst. In anderen Ländern ist dieses Insekt schon hochaktiv. Uns hat es Gott sei Dank noch nicht erreicht. Aber wir müssen damit rechnen, dass sich diese Hornisse auch bei uns verbreiten wird”, befürchtet der Experte.
Noch ist die Hornisse nicht da
Die Gefahr durch den Schädling bestätigt auch Elisabeth Ritter (54), wissenschaftliche Beraterin der inatura in Dornbirn. “Wir erhalten immer wieder Meldungen über das vermeintliche Auftreten der asiatischen Hornisse in Vorarlberg. Bisher konnten wir keinen Fall bestätigen. Doch es wird wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis dieses Tier auch bei uns vorkommt.” In Deutschland und der Schweiz sei das bienenfressende Insekt jedenfalls schon vorhanden.

Bei Gerhard Mohr lebt die Hoffnung, dass alles vielleicht doch nicht so schlimm kommt. Der Zulauf zum Imkerverband sei ungebrochen, betont der Präsident. “Wir verzeichnen seit 20 Jahren einen Anstieg bei der Zahl der aktiven Imker. 30 Prozent davon sind Frauen. Das freut uns sehr.”

Sommerfrische für Bienen
Die 14.000 Bienenvölker sind übers ganze Land gut verteilt. Ideal sind die Bedingungen zur Haltung von Bienen in der Höhe und in weniger stark besiedelten Regionen. “Das Rheintal ist halt schon sehr dicht besiedelt. Dazu kommt noch die Landwirtschaft”, erklärt Mohr. Genau deswegen verfrachten viele der insgesamt 1700 Imkerinnen und Imker in den 47 Vereinen ihre wertvollen Honigbienen während der warmen Jahreszeit in höhere Gefilde oder in Talschaften.