Vom „Rohdiamant“ zur internationalen Größe

Trailrunner Maximilian Meusburger spricht nach Aufnahme in “Next Generation Team” bei Salomon von „Lotto-Sechser“-Chance.
Bezau Der 20-jährige Trailrunner Maximilian Meusburger aus Bezau hat sich binnen weniger Monate vom vielversprechenden Nachwuchsathleten zum Fixstern in der internationalen Skyrunningszene entwickelt. Spätestens seit den Weltmeisterschaften im August 2025 im italienischen Fonte Cerreto gilt der Bregenzerwälder als einer der spannendsten jungen Läufer Europas. In der Altersklasse Youth C (Jahrgänge 2005/06) gewann er gleich drei Silbermedaillen und setzte damit ein deutliches Ausrufezeichen.

„Next Generation“ bei Salomon
Wenige Wochen später folgte der nächste Schritt: Ende September gab Meusburger im spanischen Canfranc sein Debüt in der Männerklasse bei der Berglauf- und Trailrunning-WM (WMTRC). Im Uphill-Bewerb erreichte er unter 132 Startern aus 47 Nationen den 35. Rang. Der Rückstand auf den Schweizer Weltmeister Remi Bonnet betrug lediglich 5:15 Minuten. In der Teamwertung gab es den Rang zwölf unter 27 Mannschaften.


Parallel zu diesen sportlichen Erfolgen wurde Meusburger Anfang des Jahres in das „Next Generation Team“ des Salomon International Trail Running Teams aufgenommen. Das Programm gilt als Talentschmiede eines der renommiertesten Teams im internationalen Berglaufsport. Seit mehr als zwei Jahrzehnten vereint Salomon Spitzenathleten aus aller Welt und setzt zunehmend auf wissenschaftlich fundierte Trainingsmethoden sowie gezielte Nachwuchsförderung.
Nächster Karriereschritt
Für Meusburger bedeutet die Aufnahme in das Team einen entscheidenden Karriereschritt. „So eine Möglichkeit ist wie ein Lotto-Sechser“, sagt der Bezauer. „Sich mit den Besten der Besten im Training messen zu können, ist eine enorme Aufwertung und sollte einen Leistungsschub bringen.“ Mitte Jänner wurde er gemeinsam mit anderen Nachwuchsläufern aus Europa nach Annecy eingeladen, wo erste gemeinsame Trainingseinheiten stattfanden. Dort standen unter anderem Leistungsdiagnostik, Blutanalysen und individuell abgestimmte Trainingspläne im Fokus.


Auch abseits der Strecke stellt der Absolvent des Sportgymnasiums Dornbirn die Weichen für die Zukunft. Meusburger absolviert ein Fernstudium der Sportwissenschaften an der Fernuniversität Düsseldorf mit Standort in München. Die Verbindung von Theorie und Praxis gilt in der Szene zunehmend als wichtiger Baustein für langfristigen Erfolg.

Cerreto mit Mama Andrea die Flagge.

Auch seitens des Teams wird der Wandel im Sport betont. „Trailrunning hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten stark verändert“, erklärt Scott Mellin, Global Chief Brand Officer von Salomon. Ziel sei es, den Sport weiterzuentwickeln und stärker auf wissenschaftliche Erkenntnisse sowie technologische Innovationen zu stützen.
WM-Einsatz in Kroatien
Auf Meusburger wartet bereits die nächste sportliche Herausforderung. Vom 8. bis 10. Mai steht in Makarska an der kroatischen Adriaküste die Youth Skyrunning-WM auf dem Programm. Es ist sein erster internationaler Auftritt in der U23-Klasse, in der er zu den jüngsten Teilnehmern zählt. Die Erwartungen sind dennoch klar formuliert: „Wenn man bei der letzten WM drei Silberne geholt hat, ist eine Medaille immer ein Ziel.“ Gleichzeitig verweist er auf die Unwägbarkeiten durch den Klassenwechsel und die starke Konkurrenz.

Der Auftakt erfolgt mit dem Vertical Race über 4,5 km und 980 HM im Biokovo-Gebirge. Zwei Tage später folgt der Sky Run über 20,5 km und 1450 HM.
Nur wenige Wochen später steht das nächste Großereignis auf dem Programm. Bei den Europameisterschaften Anfang Juni im slowenischen Kamnik wird Meusburger erneut an den Start gehen. Die Qualifikation dafür sicherte er sich Anfang April mit einem dritten Gesamtrang beim Ötzi Trailrun in Naturns im Südtirol.


Ein zusätzlicher Aspekt verleiht der Entwicklung im Trailrunning eine Portion Dynamik: Die Disziplin steht offiziell auf der Auswahlliste für die Olympischen Sommerspiele 2032 in Brisbane. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus, doch eine Aufnahme gilt in der Szene als zunehmend wahrscheinlich.

Der Weg an die Weltspitze ist für den jungen Bregenzerwälder noch lang. Doch die Entwicklung der vergangenen Monate zeigt, dass Maximilian Meusburger längst mehr ist als ein Talent – er ist ein Athlet, der begonnen hat, sich im internationalen Spitzenfeld zu etablieren.