Bäckerei schließt: „Das hat sich nicht mehr rentiert“

Eine Bäckerei im Walgau gibt ihren Standort auf. Die Gründe für diesen Schritt sind vielfältig.
Bludesch Die Walgau Bäckerei Stuchly schließt ihre Filiale in der Hauptstraße 26 in Bludesch am 14. Mai. Geschäftsführer Martin Stuchly nennt wirtschaftliche Gründe. Die Kosten sind in den vergangenen Jahren explodiert, der Umsatz ist gesunken und Personal zu finden wurde schwieriger. „Das hat sich nicht mehr rentiert“, sagt Stuchly. Zudem erschwert die Konkurrenz das Geschäft: Hofer und die Bäckerei Mangold befinden sich in unmittelbarer Nähe und bieten ebenfalls Backwaren an.

Stammkundschaft brach weg
Zudem verlor er einige Stammkunden: „Die älteren Kunden sterben uns weg“, bedauert Stuchly. In der Bäckerei gibt es nicht nur Brot, Brötchen und süßes Gebäck, sondern auch andere Lebensmittel wie Wurst, Käse und Mehl. Stuchly erklärt, dass selbst die Mindestbestellmengen der Hersteller für seinen kleinen Laden zu groß seien. „20 bis 25 Prozent der Ware wegzuwerfen, spielt sich nicht“, meint er. Gleichzeitig bleiben die laufenden Kosten gleich, „auch wenn wir nur Brot verkaufen würden“. Reparaturen und Instandhaltungen verursachten zusätzliche Kosten. „Du verdienst da nicht viel dran“, so Stuchly.

Die Filiale in Bludesch wurde im Dezember 1985 eröffnet. Früher wurden die Backwaren im angrenzenden Friseursalon produziert. Mittlerweile ist die Backstube samt einer Filiale in Gais angesiedelt. Die drei anderen Standorte in Gais, Thüringen und Raggal bleiben bestehen, da nur Bludesch nicht kostendeckend sei. In Raggal betreibt Stuchly einen Dorfladen mit Vollsortiment.

“Es war absehbar”
Das Verkaufslokal in Bludesch gehört der Gemeinde. Bürgermeister Martin Konzet sagt, er sei „nie erfreut, wenn ein Angebot des täglichen Bedarfs wegfällt“. Gerade für Senioren war die Bäckereifiliale mit einer Kühltheke „ein nettes Zusatzangebot, das von vielen geschätzt worden ist“. Konzet kennt die Konkurrenz und sagt, dass kleine Bäcker vor einer herausfordernden Zukunft stehen. Er sagt auch, dass es von Stuchly reiner „Idealismus“ gewesen sei, die Bludescher Filiale am Laufen zu halten, obwohl die Miete ohnehin gering war. Überraschend kam die Schließung für ihn deshalb nicht. „Es war absehbar. Man hat schon gemunkelt, wie lange er noch offen hat“, so Konzet. Die Gemeinde will die 56 Quadratmeter große Geschäftsfläche nun verkaufen.
