Ein Duell der Chöre in Alberschwende

Gesang und Fußball vereinten sich in Alberschwende zu einem Chorerlebnis.
Alberschwende Alberschwende stand kürzlich ganz im Zeichen der Musik, mit Anlehnung an die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft – und das mit einem Finale, das seinem Titel alle Ehre machte. Die Turnhalle verwandelte sich in ein mitreißendes Klangstadion, in dem sich der LIEDERmännerChor Alberschwende und der Gastchor SalTo Vocale (Leitung: Johannes Forster) aus Salzburg unter der Gesamtleitung von Paul Burtscher ein musikalisches Duell auf höchstem Niveau lieferten. SalTo Vocale entstand im Rahmen einer Feier vor 25 Jahren aus einem Turnverein, etliche Sängerinnen sind Yogalehrerinnen.

Schon der Auftakt ließ aufhorchen: Noch bevor die ersten Töne von “Laduma!” erklangen, sorgte ein täuschend echtes Gewitter (Bodypercussion mit 600 Besuchern) für Spannung im Saal. Für Fußballmuffel: “Laduma” ist ein südafrikanischer Ausruf, wenn ein Tor gefallen ist oder etwas eingeschlagen hat. Kaum war der letzte Donner verhallt, setzten beide Chöre gemeinsam ein – ein kraftvoller Einstieg, der beim Publikum sofort für Gänsehaut sorgte.

Die vereinseigenen Moderatoren Michael Willam und Tobias Schmutzhard spielten sich für die Einleitungen und Übergänge zwischen den Liedern kabarettreife Doppelpässe zu und trafen damit ins Kreuzeck des Publikumshumors.

Im Gedenken an den im letzten Jahr verstorbenen Gerold Amann (Komponist, Chorleiter und Pädagoge) zeigten die Liedermänner die “wahren Gesichter” der Alemannen. In vielstimmigen Sprechgesängen mit absolut authentischer Körpersprache lieferten sie sich gesangliche Dispute ums “Rechthaben”.
junge Verstärkung für die “Liedermänner”
Im weiteren Verlauf des Abends zeigten beide Chöre abwechselnd und auch gemeinsam die ganze Bandbreite ihres Könnens. Besonders eindrucksvoll war der Einsatz junger Knabenstimmen (Laurenz Burtscher, Anton Schmutzhard und Gabriel Ulmer, Lukas Hagen), die etwa dem neunstimmigen Satz von “Nearer my God to Thee” eine besondere Tiefe und Brillanz verliehen. Als Solisten hatten Stefan Rüf, Herwig Schrank und Florian Simma eine herausfordernde Aufgabe. Auch bei modernen Titeln wie “Glück” in einem Arrangement von Paul Burtscher oder “Rock me Amadeus” brachten die jungen Sänger mit den erwachsenen Chorsängern später frischen Schwung auf die Bühne.

SalTo Vocale präsentierte ein breites Spektrum unter anderem mit Salzburger Volksliedern wie “Mei Schatz hat mit griassn lassn – is soll em sei Leiberl waschn …” bis zu einem hochkomplexen Jazz-Arrangement über den amerikanischen Folksong “Clementine”.
Emotionale Höhepunkte ließen ebenfalls nicht lange auf sich warten: Mit “Hallelujah” von Leonard Cohen oder dem gemeinsam vorgetragenen “I am from Austria” gelang es den Chören, eine spürbare Verbindung zum Publikum herzustellen.
Episches Schlusslied von U2 in 360° Raumklang
Den würdigen Schlusspunkt setzte schließlich “MLK”, eine Hommage von U2 an Martin Luther King. Im Saal, um die Zuhörer verteilt gesungen, wurde das Stück zu einem eindrucksvollen, musikalischen 360°-Plädoyer für Frieden und Menschlichkeit.

Nach der intensiven Probenarbeit und zwei Konzerten bei vollem “Stadion” war Ausgleich angesagt: Beim traditionellen “Afterglow” im Hermann-Gmeiner-Saal klang der Abend in geselliger Atmosphäre aus. Weitere Gesangseinlagen mit “Spaß-Chorleiter” Norbert Eiler sorgten für einen gelungenen Ausklang. Für die Verpflegung zeichnete die Pfadfindergruppe Alberschwende verantwortlich, die die Gäste bestens verwöhnte. MSO













