Hoffnung am Problemhang in Doren

VN / 09.05.2026 • 09:00 Uhr
Hoffnung am Problemhang in Doren
Wie eine große Wunde im Dorf: Das Gschlief ist weithin sichtbar. VN/Stiplovsek

Seit 1847 ist das Gschlief in Bewegung, nun gibt es Anzeichen für eine Beruhigung.

Doren Am Gschlief in Doren wurde in den vergangenen Jahren schon vieles versucht: Es wurden Pumpen installiert, Drainagen gelegt, Flächen bepflanzt, Gesteinsschichten mit Ankern verbunden und darüber Stahlnetze gespannt. Eine nachhaltige Stabilisierung des Problemhangs war bislang nicht möglich. Doch es gibt Anlass zur Hoffnung. „In den letzten Jahren hatten wir sehr wenig Bewegung in der Rutschung. Die Messintervalle wurden daher von zweimal jährlich auf einmal jährlich zurückgefahren“, berichtet Bürgermeister Guido Flatz (57).

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So sieht es derzeit oben am Hang aus. Flatz
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Die erste große Rutschung wurde im Jahr 1847 dokumentiert. Seither kommt der Hang nicht zur Ruhe. Vermessungen und ein Vergleich von Luftbildern seit den 1950er-Jahren zeigen, dass sich die Abbruchkante im Schnitt einen Meter pro Jahr in Richtung Siedlungsgebiet frisst.

Hoffnung am Problemhang in Doren
Das Drohnenbild zeigt die aktuelle Situation. VN/Stiplovsek
Hoffnung am Problemhang in Doren
Guido Flatz ist seit 2010 Bürgermeister von Doren.
Hoffnung am Problemhang in Doren
Die Abbruchkante frisst sich seit den 1950er-Jahren im Schnitt einen Meter pro Jahr in Richtung Siedlungsgebiet. VN/Stiplovsek

„Sehr erfolgreich“ waren laut Flatz die beiden Horizontalbohrungen, die im vergangenen Jahr durchgeführt wurden. „Sie liefern eine große Menge Wasser aus dem Hang. Der Wasserdruck in der Abbruchwand wird dadurch deutlich reduziert“, erläutert er. Im Herbst sollen weitere Bohrungen folgen.

Hoffnung am Problemhang in Doren
Das Gschlief im Laufe der Zeit. Dieses Bild wurde 1965 aufgenommen. volare/Risch-Lau
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Ein Blick auf das Gschlief im Jahr 2005. Schrägluftbilder/Land Vorarlberg

Ein großes Problem bleibt die Verwitterung. „Der Mergel zerbröselt“, verdeutlicht Thomas Frandl, Projektleiter bei der Wildbach- und Lawinenverbauung. Um der Erosion Einhalt zu bieten, wird der oberste Teil der Wand in den kommenden Wochen begrünt. Damit die Samen nicht sofort weggeschwemmt werden, werden sie mit einer klebrigen Flüssigkeit aufgespritzt.

Hoffnung am Problemhang in Doren
Thomas Frandl, der Projektleiter bei der Wildbach- und Lawinenverbauung. VN/Paulitsch
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So sah es 2012 am Problemhang aus. Schrägluftbilder/Land Vorarlberg
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Dieses Foto wurde 2015 aufgenommen. Volare/Amann

Auch in den Bereichen, die vor einigen Jahren durch Netze stabilisiert wurden, ist laut den Experten ein sehr guter natürlicher Bewuchs feststellbar. Wie sich die Maßnahmen langfristig auswirken, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. „Komplett stoppen werden wir die Rutschung nicht können. Man kann nur versuchen, dass sich die Bewegung verlangsamt“, merkt der Projektleiter an.  

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Die Rutschung sechs Jahre später, im Jahr 2021, von vorne . . . Schrägluftbilder/Land Vorarlberg
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. . . und von oben fotografiert. Schrägluftbilder/Land Vorarlberg