Hoffnung am Problemhang in Doren

Seit 1847 ist das Gschlief in Bewegung, nun gibt es Anzeichen für eine Beruhigung.
Doren Am Gschlief in Doren wurde in den vergangenen Jahren schon vieles versucht: Es wurden Pumpen installiert, Drainagen gelegt, Flächen bepflanzt, Gesteinsschichten mit Ankern verbunden und darüber Stahlnetze gespannt. Eine nachhaltige Stabilisierung des Problemhangs war bislang nicht möglich. Doch es gibt Anlass zur Hoffnung. „In den letzten Jahren hatten wir sehr wenig Bewegung in der Rutschung. Die Messintervalle wurden daher von zweimal jährlich auf einmal jährlich zurückgefahren“, berichtet Bürgermeister Guido Flatz (57).



Die erste große Rutschung wurde im Jahr 1847 dokumentiert. Seither kommt der Hang nicht zur Ruhe. Vermessungen und ein Vergleich von Luftbildern seit den 1950er-Jahren zeigen, dass sich die Abbruchkante im Schnitt einen Meter pro Jahr in Richtung Siedlungsgebiet frisst.



„Sehr erfolgreich“ waren laut Flatz die beiden Horizontalbohrungen, die im vergangenen Jahr durchgeführt wurden. „Sie liefern eine große Menge Wasser aus dem Hang. Der Wasserdruck in der Abbruchwand wird dadurch deutlich reduziert“, erläutert er. Im Herbst sollen weitere Bohrungen folgen.


Ein großes Problem bleibt die Verwitterung. „Der Mergel zerbröselt“, verdeutlicht Thomas Frandl, Projektleiter bei der Wildbach- und Lawinenverbauung. Um der Erosion Einhalt zu bieten, wird der oberste Teil der Wand in den kommenden Wochen begrünt. Damit die Samen nicht sofort weggeschwemmt werden, werden sie mit einer klebrigen Flüssigkeit aufgespritzt.



Auch in den Bereichen, die vor einigen Jahren durch Netze stabilisiert wurden, ist laut den Experten ein sehr guter natürlicher Bewuchs feststellbar. Wie sich die Maßnahmen langfristig auswirken, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. „Komplett stoppen werden wir die Rutschung nicht können. Man kann nur versuchen, dass sich die Bewegung verlangsamt“, merkt der Projektleiter an.

