Dornbirns prägenden Frauen auf der Spur

VN / 10.05.2026 • 06:00 Uhr
Stadträtin Julian Alton, Lisa Althaus, Marilena Tumler, Roswitha Fessler und Werner Matt begrüßte zahlreiche Interessierte bei der Präsentation der neuen App
Stadträtin Julian Alton, Lisa Althaus, Marilena Tumler, Roswitha Fessler und Werner Matt begrüßten zahlreiche Interessierte bei der Präsentation der neuen App “Frauenspuren”.Carmen Thurnher

Neue Web-App macht vergessene Dornbirnerinnen und ihre Geschichten erlebbar.

Dornbirn Mit einem digitalen Stadtrundgang will das Stadtarchiv Dornbirn den Blick auf die Geschichte der Stadt erweitern. Im Großen Sitzungssaal des Rathauses wurde am Dienstagabend die neue Web-App “Frauenspuren” präsentiert. Zahlreiche Gäste und Interessierte folgten der Einladung, um mehr über das Projekt zu erfahren und den Rundgang anschließend direkt in der Innenstadt auszuprobieren.

Die neue Web-App „Frauenspuren“ wurde im Rathaus Dornbirn erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.
Die neue Web-App “Frauenspuren” wurde im Rathaus Dornbirn erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Stadtarchivleiter Werner Matt begrüßte die Besucher und hob das Engagement jener drei Frauen hervor, die das Projekt maßgeblich entwickelt haben. Er sprach von einer kreativen Zusammenarbeit und betonte, “dass er das Vorhaben als Stadtarchivar gerne unterstützt habe”. Ziel des Projekts ist es, Frauen sichtbar zu machen, die die Geschichte Dornbirns geprägt hätten, in der öffentlichen Wahrnehmung aber lange kaum vorkamen.

Zahlreiche Interessierte informierten sich im Rathaus über den digitalen Stadtrundgang „Frauenspuren“.
Zahlreiche Interessierte informierten sich im Rathaus über den digitalen Stadtrundgang “Frauenspuren”.

Neun Biografien im Mittelpunkt

Grundlage der App ist das Buch “Frauenspuren. Ein anderer Blick auf Dornbirns Geschichte im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts” der Historikerin Roswitha Fessler, das in der Reihe “Dornbirner Schriften” erschienen ist. In jahrelanger Forschungsarbeit rekonstruierte Fessler die Lebensgeschichten außergewöhnlicher Dornbirnerinnen. Aus zahlreichen Biografien wurden schließlich neun Frauen ausgewählt, die jeweils für unterschiedliche gesellschaftliche Bereiche stehen. Im Folder zur App werden etwa eine Erfinderin, eine Ärztin, eine Marktfrau, eine Botanikerin, eine Wirtin, eine Sozialdemokratin, eine Hausfrau, eine Opernsängerin und eine Journalistin vorgestellt.

Die Gäste erhielten von Marilena Tumler einen Einblick in die technische Umsetzung des digitalen Rundgangs.
Die Gäste erhielten von Marilena Tumler einen Einblick in die technische Umsetzung des digitalen Rundgangs.

Fessler betonte bei der Präsentation, wie wichtig historische Vorbilder insbesondere für Frauen und Mädchen seien. Viele Leistungen von Frauen seien in der Geschichtsschreibung vergessen oder verdrängt worden. Mit dem digitalen Rundgang wolle man diese Geschichten wieder sichtbar machen und zugleich einen neuen Blick auf die Stadt ermöglichen. Die Autorin stellte die neun Frauen und ihre Lebenswege kurz vor und regte an, an den jeweiligen Orten beziehungsweise Häusern dauerhafte Tafeln anzubringen. Die Entwürfe dafür stammen ebenfalls von der Vorarlberger Künstlerin Lisa Althaus, die die Frauen bereits für das Buch und die App kreativ in Szene gesetzt hat. “Es wäre schön, wenn sich das realisieren lassen könnte”, sagte Fessler.

Lisa Althaus gestaltete die Illustrationen der neun porträtierten Frauen.
Lisa Althaus gestaltete die Illustrationen der neun porträtierten Frauen.

Geschichte per Smartphone erleben

Marilena Tumler, die mit ihrer Plattform “i.appear” hauptverantwortlich für die technische Umsetzung der App war, erklärte den Gästen den Aufbau und die Funktionsweise des digitalen Rundgangs. Die Web-App funktioniert im Browser und kann ohne Download, Registrierung oder Werbung genutzt werden. Besucher scannen lediglich einen QR-Code und gelangen sofort zu den multimedial aufbereiteten Stationen des Rundgangs.

Nach der Präsentation nutzten viele Gäste die Gelegenheit, die Anwendung vor Ort auszuprobieren. Bei einem gemeinsamen Spaziergang durch die Innenstadt wurden erste Stationen besucht und die Geschichten der neun Frauen am jeweiligen Wirkungsort aufgerufen. Die neue Web-App verbindet historische Forschung, digitale Vermittlung und Stadterlebnis auf unkomplizierte Weise.cth

Werner Matt zeigte sich begeistert von der kreativen Umsetzung.
Werner Matt zeigte sich begeistert von der kreativen Umsetzung.
Die neue Web-App macht die Lebensgeschichten bedeutender Dornbirner Frauen sichtbar und ist ab 5. Mai abrufbar.
Die neue Web-App macht die Lebensgeschichten bedeutender Dornbirner Frauen sichtbar und ist ab 5. Mai abrufbar.
Die Gäste erhielten einen Einblick in die technische Umsetzung des digitalen Rundgangs.
Die Gäste erhielten einen Einblick in die technische Umsetzung des digitalen Rundgangs.
Roswitha Fessler stellte die Geschichten jener Frauen vor, die lange kaum Beachtung fanden.
Roswitha Fessler stellte die Geschichten jener Frauen vor, die lange kaum Beachtung fanden.
Es gibt außerdem einen Stadtplan auf dem sich weitere Orte und Frauengeschichten, die im Buch vorkommen, besuchen lassen.
Es gibt außerdem einen Stadtplan, auf dem sich weitere Orte und Frauengeschichten, die im Buch vorkommen, besuchen lassen.
Der Wunsch der Frauen, die das Projekt realisiert haben, wäre auch noch Schilder an den jeweiligen Plätzen anzubringen. Die Designs stehen bereits.
Der Wunsch der Frauen, die das Projekt realisiert haben, wäre, auch noch Schilder an den jeweiligen Plätzen anzubringen. Die Designs stehen bereits.
Das Projekt „Frauenspuren“ holt vergessene Lebensgeschichten in die Öffentlichkeit zurück und basiert auf Roswitha Fesslers Buch, das bereits im Rahmen der Dornbirner Schriften erschienen ist.
Das Projekt “Frauenspuren” holt vergessene Lebensgeschichten in die Öffentlichkeit zurück und basiert auf Roswitha Fesslers Buch, das bereits im Rahmen der Dornbirner Schriften erschienen ist.