Zwei Wahl-Bregenzer sorgen für Schlagzeilen

Sport / 10.05.2026 • 11:08 Uhr
René Rast (vorn) auf dem Weg zur Siegerehrung mit van der Linde (hinten) und Frijns (im Auto).
René Rast (vorne) auf dem Weg zur Siegerehrung mit van der Linde (hinten). GERHARD KUNTSCHIK

Malthe Jakobsen beschert Peugeot erste Poleposition, René Rast BMW den ersten Sieg im WEC.

Spa-Francorchamps Ein Wochenende der Premieren brachte die zweite Station der World Endurance Championship (WEC) auf dem Ardennen-Kurs in Spa-Francorchamps. Samstag sorgte mit Malthe Jakobsen ein Youngster für Jubel im Peugeot-Lager, denn der erst 22-Jährige fuhr sensationell den 9X8 auf den besten Startplatz. Einen Tag später legte mit René Rast ein Routinier und ebenfalls Wahl-Bregenzer als Startfahrer des Sechsstundenrennens den Grundstein zum nicht erwarteten ersten Sieg von BMW im WEC – gemeinsam mit Sheldon van der Linde und Robin Frijns.

Jubel auf dem Podium: Sieger van der Linde, Rast, Frijns (v.l). Bilder: BMW (2); Erste Traininsgsbestzeit fürt Peugeot im 28. WEC-Rennen dank Malthe Jakobsen (Mitte). (Peugeot Sport)  (Bildergalerie)
Jubel auf dem Podium: Sieger van der Linde, Rast, Frijns (v. l.). Bilder: BMW (2); Erste Trainingsbestzeit für Peugeot im 28. WEC-Rennen dank Malthe Jakobsen (Mitte). (Peugeot Sport) (Bildergalerie)

Dass Sportchef Andreas Roos und sein ganzes Team noch mehr jubeln konnten, war auf den zweiten Rang des zweiten M Hybrid V8 mit Ex-F1-Pilot Kevin Magnussen, Dries Vanthoor und Raffaele Marciello zurückzuführen. Dass der Doppelerfolg ausgerechnet in Belgien gelang, freute auch Teamchef Vincent Vosse und seine Crew besonders – das Einsatzteam ist in Belgien zu Hause.

Das Wochenende zeigte, dass eigentlich alle acht Werkmannschaften in der Hypercar-Klasse für Spitzenplätze fähig sind – sogar Neueinsteiger Genesis skorte mit Platz acht die ersten WM-Punkte. Jakobsen (mit seinen Kollegen Loic Duval und Théo Pourchaire) hätte vielleicht nicht gewonnen, aber solide Punkte geholt, wäre ihm nicht zwei Stunden vor Schluss ein GT3-Mercedes (Matteo Cressoni) in die Quere gekommen. Der hatte sich gedreht, der Peugeot konnte nicht mehr ausweichen.

Jubel auf dem Podium: Sieger van der Linde, Rast, Frijns (v.l). Bilder: BMW (2); Erste Traininsgsbestzeit fürt Peugeot im 28. WEC-Rennen dank Malthe Jakobsen (Mitte). (Peugeot Sport)  (Bildergalerie)
Jubel auf dem Podium: Sieger van der Linde, Rast, Frijns (v. l.). Bilder: BMW (2); Erste Trainingsbestzeit für Peugeot im 28. WEC-Rennen dank Malthe Jakobsen (Mitte).

Dafür machte sich das Risiko von BMW, mit einer anderen Strategie (früher erster Stopp) die Konkurrenz zu düpieren, bezahlt. Nach etlichen Safety-Car-Phasen waren die Münchner Chauffeure am Ende die Profiteure. Dabei war René Rast vor dem Rennen noch eher pessimistisch: “Wir waren im Training und Qualifying solide, hatten keine technischen Probleme, aber die Pace fehlt. Sonntag wird es viel wärmer. Dann kann sich viel verschieben”, sagte er noch am Vortag – und behielt bei deutlich wärmeren Temperaturen recht. “Das ist eine unglaubliche Geschichte. Wir haben zwei, drei Jahre darauf hingearbeitet, jeder im Team mit vollem Engagement. Die Strategie war perfekt. Hier das Heimrennen zu gewinnen, macht den Sieg speziell”, sagte der 39-Jährige.

Für die österreichischen Fahrer lief es unterschiedlich. Ferdinand Habsburg führte im ersten Drittel zeitweise, später waren die Chancen der Alpine-Mannschaft auf einen Spitzenplatz aber dahin. Teamkollege Antonio Felix da Costa beschädigte kurz vor Rennende bei einem Ausritt die Front des A424 und fiel vom fünften auf den zwölften Rang zurück: “Mein Fehler mit kalten Reifen.” Habsburg verbarg seine Enttäuschung nicht: “Es lief über weite Strecken super. Leider bekamen wir das Podium nicht, das wir verdient hätten.” Verlässlich wie immer drehte Porsche-Werkfahrer Richard Lietz seine Runden im Manthey-911er und holte wie beim Auftakt in Imola Rang drei in der GT3-Klasse, der lange Zeit unwahrscheinlich schien. Clemens Schmid kam mit seiner Lexus-Crew nach dem Ausfall in Imola auf Platz sechs zu ersten Saisonpunkten. Gerhard Kuntschik